Kurse der Bundesanleihen litten unter wieder zunehmender Risikobereitschaft


15.05.13 09:17
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Nach kurzer Verschnaufpause setzte sich der Aufschwung an den internationalen Aktienmärkten mit hoher Dynamik fort, so die Analysten der Helaba.

Die nur verhaltene Stimmungsaufhellung bei Finanzanalysten habe die Freude nur kurz getrübt. Die ZEW-Umfrage für Mai habe auf ganzer Linie enttäuscht. Entgegen den Erwartungen hätten sowohl die Lagebeurteilung (8,9 nach 9,2), als auch der Konjunkturausblick (36,4 nach 36,3) unter den Prognosen gelegen. Die bessere Industrieproduktion des Euroraums (+1%/-1,7%) im März habe die schwachen Vorgaben aber mehr als kompensieren können. Getrieben werde die Rally von Dividendenpapieren aber in erster Linie von der überschäumenden Notenbankliquidität.

Unter der wieder zunehmenden Risikobereitschaft hätten dagegen die Kurse der Bundesanleihen gelitten. Nach kurzer Zwischenerholung seien besonders lange Laufzeiten unter Druck geraten, bei kurzen und mittleren Fälligkeiten hätten sich die Abschläge in Grenzen gehalten.

Schuldverschreibungen der EU-Peripherie hätten dieses Mal jedoch mit Ausnahme portugiesischer Titel (5,37%/-2 BP) nicht von der erhöhten Risikoneigung profitieren können. Zu schwer habe das hohe Emissionsvolumen der neuen zehnjährigen Spanienanleihe (7 Mrd. Euro) auf den Märkten gelastet. Der Zinsvorsprung zehnjähriger italienischer (4,01%) und spanischer Bonds (4,32%) habe sich gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen um 4 bzw. 5 BP ausgeweitet. Anleihen aus Frankreich (1,94%) und Belgien (2,07%) hätten gegen Bunds 2 BP gutgemacht.

Der US-Kreditmarkt habe ebenfalls der Jagd auf Aktien Tribut gezollt und deutlich nachgegeben, könne aber heute in Fernost eine Teil der Verluste wieder aufholen.

Bund (ISIN DE0009652644 / WKN 965264)- (144,33) und Schatz-Kontrakt (110,71) hätten 49 bzw. 2,5 Stellen abgegeben, der Bobl (ISIN DE0009652651 / WKN 965265) (126,24) sei 15 Ticks niedriger aus dem Markt gegangen. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe sei auf 1,42% gestiegen, der Renditeabstand zwischen zwei- und zehnjährigen Bundesanleihen habe sich auf 139 BP ausgeweitet. Zehnjährige US-Treasuries würden 4,5 BP höher bei 1,97% rentieren. Der JGB-Future (142,20) verliere angesichts der sehr festen Aktienbörse einen vollen Prozentpunkt. Der Euro verbillige sich auf 1,2930 US-Dollar, der Preis für das Barrel Öl falle auf 94,30 US-Dollar.

Vorläufige Wachstumszahlen im ersten Quartal aus Deutschland (+0,3%/0,2%), Frankreich (-2%/-0,4%), Italien (-0,4%/2,2%) und des Euroraums (-0,1%/-0,9%) würden heute von den Marktteilnehmern höchste Aufmerksamkeit erfordern. Britische Arbeitsmarktdaten (7,9%), der Empire-State-Index (4 nach 3,05) als erster Stimmungsindikator für die US-Industrie im Mai, Erzeugerpreise (-0,6%/0,8%; Kernrate +0,1%/1,7%), Industrieproduktion (-0,2%) sowie der NAHB-Wohnungsmarktindex (43 nach 42) in den Vereinigten Staaten würden den Datenkranz abrunden.

Am Primärmarkt stocke die Finanzagentur des Bundes heute zweijährige Bundesschatzanweisungen um 5 Mrd. Euro auf. Am Donnerstag sei dann Frankreich mit Auktionen von BTANs mit Laufzeiten 11/2015, 04/2017 und 05/2018 im Volumen von 7 bis 8 Mrd. Euro sowie verschiedenen Linkern im Volumen von 0,8 bis 1,2 Mrd. Euro an der Reihe.

Spanien habe über ein Konsortium eine zehnjährige Anleihe im Volumen von 7 Mrd. Euro bei Midswap +278 BP begeben.

Bank Nederlandse Gemeenten (AAA) habe eine fünfjährige Anleihe im Volumen von 1,25 Mrd. Euro bei Midswap +2 BP emittiert. (15.05.2013/alc/a/a)





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125,327 € 125,717 € -0,39 € -0,31% 01.01./01:00
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE0009652644 965264 131,95 € 124,26 €
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