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Keine weitere Zinssenkung der EZB zu erwarten - Renditekurven bleiben steil
12.09.25 12:34
MFS Investment Management
Boston (www.anleihencheck.de) - Wie allgemein erwartet, hat die EZB bei ihrer heutigen Sitzung alle Leitzinsen unverändert belassen, so Annalisa Piazza, Fixed Income Research Analyst bei MFS Investment Management.
Da Chancen und Risiken für das Wirtschaftswachstum nun ausgeglichen erscheinen würden, die mittelfristige Inflation auf der Ziellinie sei und das Zinsniveau als neutral angesehen werden könne, dürfte der aktuelle Leitzins von 2% tatsächlich den aktuellen Zyklus beschließen. Folglich könne der Markt jegliche Erwartungen hinsichtlich einer Zinssenkung in naher Zukunft auspreisen - sofern jedenfalls keine neuen Schocks eintreten würden.
Die Märkte hätten Christine Lagardes Äußerungen als restriktiv interpretiert, was die Erwartungen für künftige weitere Zinssenkungen noch mehr gedämpft habe. Die Renditekurve der Bundesanleihen habe sich etwas abgeflacht. Auch für die nächste Zeit lasse sich eine weitere Abflachung der Kurve im Segment der 5-30-jährigen Laufzeiten nicht ausschließen. Piazza vermute jedoch, dass die Bund-Kurve wieder steiler werde, sobald eine Zinssenkung von den Marktteilnehmern vollständig ausgepreist sei.
Wäge man die verschiedenen Risikoszenarien gegeneinander ab, dürften die Renditekurven europäischer Staatsanleihen mittelfristig steil bleiben oder noch steiler werden - die Zinsen für länger laufende Papiere also steigen. Dabei würden auch die Auswirkungen der niederländischen Rentenreform und die steigenden Ausgaben für Verteidigung eine Rolle spielen.
Zwar könnte sich der Finanzierungsbedarf verringern und etwas Druck vom langen Ende der Kurve nehmen, falls sich die Wirtschaftsaussichten entsprechend der neuen Prognosen der EZB verbessern würden. Unter Berücksichtigung aller Faktoren rechne Piazza aber 2026 weiterhin mit steilen Kurven und demzufolge hohen langfristigen Zinsen. (Ausgabe vom 11.09.2025) (12.09.2025/alc/a/a)
Da Chancen und Risiken für das Wirtschaftswachstum nun ausgeglichen erscheinen würden, die mittelfristige Inflation auf der Ziellinie sei und das Zinsniveau als neutral angesehen werden könne, dürfte der aktuelle Leitzins von 2% tatsächlich den aktuellen Zyklus beschließen. Folglich könne der Markt jegliche Erwartungen hinsichtlich einer Zinssenkung in naher Zukunft auspreisen - sofern jedenfalls keine neuen Schocks eintreten würden.
Wäge man die verschiedenen Risikoszenarien gegeneinander ab, dürften die Renditekurven europäischer Staatsanleihen mittelfristig steil bleiben oder noch steiler werden - die Zinsen für länger laufende Papiere also steigen. Dabei würden auch die Auswirkungen der niederländischen Rentenreform und die steigenden Ausgaben für Verteidigung eine Rolle spielen.
Zwar könnte sich der Finanzierungsbedarf verringern und etwas Druck vom langen Ende der Kurve nehmen, falls sich die Wirtschaftsaussichten entsprechend der neuen Prognosen der EZB verbessern würden. Unter Berücksichtigung aller Faktoren rechne Piazza aber 2026 weiterhin mit steilen Kurven und demzufolge hohen langfristigen Zinsen. (Ausgabe vom 11.09.2025) (12.09.2025/alc/a/a)


