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Keine Überraschungen unter dem EZB-Weihnachtsbaum


15.12.25 11:00
Berenberg

Hamburg (www.anleihencheck.de) - Eigentlich könnte die Europäische Zentralbank (EZB) die letzte Sitzung des Jahres 2025 in weihnachtlicher Gemütlichkeit ausklingen lassen, so Dr. Felix Schmidt, Senior Economist bei Berenberg.

Das Wachstum in der Eurozone habe mit 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr im dritten Quartal positiv überrascht, und auch die wirtschaftlichen Stimmungsindikatoren würden für das vierte Quartal auf ein robustes Wachstum hindeuten.

Gleichzeitig bewege sich die Inflationsrate weiterhin in der Nähe des 2-Prozent-Ziels der EZB. Es gelte daher als ausgemachte Sache, dass die EZB den Einlagesatz bei 2 Prozent belassen werde. Mit Überraschungen unter dem EZB-Weihnachtsbaum in Frankfurt sei nicht zu rechnen. Lediglich die jüngsten Äußerungen von EZB-Direktorin Isabel Schnabel könnten der Pressekonferenz im Anschluss an den Zinsentscheid noch etwas Würze verleihen. In einem Interview vom 8. Dezember habe Schnabel erklärt, dass sie die Markterwartungen teile, wonach der nächste Schritt der EZB eine Zinserhöhung sein werde. Einen Hinweis auf den genauen Zeitpunkt habe sie jedoch nicht gegeben.

Berenberg rechne schon seit Längerem damit, dass ein Anstieg der Inflation in der Eurozone, der durch ein höheres Lohnwachstum angetrieben werde, die EZB letztendlich dazu nötigen werde, ihren Einlagensatz schrittweise von 2,0 auf 3,0 Prozent anzuheben. Hierzu werde es aber voraussichtlich erst in der zweiten Hälfte 2027 kommen und nicht bereits im kommenden Jahr. Die zuletzt starken Marktbewegungen als Reaktion auf das Interview mit Schnabel schienen daher etwas übertrieben. (15.12.2025/alc/a/a)