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Keine Entwarnung an den internationalen Finanzmärkten
30.06.23 11:57
fairesearch
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die letzte Zinserhöhung der US-Notenbank FED wird an den Märkten angesichts der zunehmenden Eintrübung der Konjunktur als letzter Schritt in diesem Zinserhöhungszyklus angesehen, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".
In der Eurozone werde zwar noch mit einem weiteren solchen Schritt gerechnet, aber auch hier dürfte das Ende damit näher rücken. Die Konjunkturaussichten würden von den Forschungsinstituten auffällig ungünstiger eingeschätzt. Das ifo-Institut kündige jetzt sogar für Deutschland für dieses Jahr eine Rezession an. Die Märkte würden aus dieser Konstellation die Hoffnung schöpfen, dass allmählich mehr Zuversicht für eine Trendwende angebracht sei. Auch die Nachrichten über die Ereignisse in Russland würden im allgemeinen positiv interpretiert, weil sie eine näher rückende Beendigung des Krieges ermöglichen würden.
Für Investoren an den Finanzmärkten sei dies allerdings noch keine Entwarnung. Eine ganze Reihe von fundamentalen Ungleichgewichten belaste nach wie vor die Weltwirtschaft. Die sich daraus ergebenden Abwärtsrisiken würden die Aussichten eintrüben. Dazu würden die Gleichzeitigkeit des Befalls der Volkswirtschaften mit der Pandemie, weitere Lieferengpässe, der Wandel in den Inflationserwartungen, finanzieller Stress, Naturkatastrophen wegen des Klimawandels und einem schwächeren Antrieb langfristiger Wachstumskomponenten zählen. Die EMDEs hötten nur einen geringen politischen Spielraum für gegebenenfalls erforderliche monetäre und fiskalpolitische Unterstützungen. Aus diesem Grunde könnten sich die Risiken zu einer "harten Landung" erhöhen.
Gravierender für die internationalen Finanzmärkte seien einige fundamentale Ungleichgewichte, die von den großen Volkswirtschaften ausgehen würden. Hier sei in erster Linie die Überschuldung der USA zu nennen. Die US-Regierung habe inzwischen eine Gesamtverschuldung von USD 32 Billionen angehäuft. Die offiziellen Erläuterungen hierfür seien plausibel, würden aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Schuldendienst (Soll-Zinsen + Tilgungen) zu einer immer größer werdenden Belastung der Konjunktur werde, denn die Aufwendungen für den Schuldendienst würden zulasten des laufenden Staatshaushaltes gehen. Das sei nichts Neues, aber sie hätten inzwischen eine Dimension erreicht, die die Handlungsfähigkeit der Finanzpolitik immer stärker einschränke.
Auswirkungen auf andere Bereiche der Volkswirtschaft würden spürbarer. Die Zinserhöhungen würden bei Banken zu Anspannungen bis zu neueren Bankkrisen führen, dies unterhöhle die Glaubwürdigkeit der Stabilität des Finanzsystems usw. Davon würden die gefürchteten Multiplikator-und Akzeleratorwirkungen ausgehen, die den Konjunkturverlauf der US-Volkswirtschaft und der ganzen Weltwirtschaft in Mitleidenschaft ziehen würden.
Ein Einfluss auf die Konjunkturentwicklung lasse sich durch höhere Schulden nicht erkennen. Das "Defizit Spending" funktioniere nicht. Völlig in Vergessenheit geraten sei die Forderung von Keynes, in wirtschaftlich guten Zeiten die Schulden wieder zurückzubezahlen. Was bedeute das für den Wechselkurs eines Landes, das immer mehr Schulden mache? Eine fundamentale Stärke sei das nicht, im Gegenteil! Es stehe inzwischen für die Industrieländer fest, dass ein weiterer Dollar oder Euro kreditfinanzierter Staatsausgaben immer weniger BIP-Wachstum produziere. Der Grenznutzen sinke in Richtung null, und eine Neuverschuldung bringe überhaupt kein Wachstum mehr. In Japan, den USA und der Südperipherie der Eurozone sowie in vielen Schwellenländern dürfte der Grenznutzen inzwischen sogar negativ sein.
Folgerung: Der steigende Schuldendienst in den Ländern bewirke, dass noch höhere kreditfinanzierte Staatsausgaben kontraproduktiv seien. Das "süße Leben auf Pump" scheitere. Die derzeitige Stabilität des USD sei auf die geopolitischen Ereignisse zurückzuführen, aus fundamentaler Sicht müsste der Greenback abwerten. Eine Alternative zum USD sei Gold! (30.06.2023/alc/a/a)
In der Eurozone werde zwar noch mit einem weiteren solchen Schritt gerechnet, aber auch hier dürfte das Ende damit näher rücken. Die Konjunkturaussichten würden von den Forschungsinstituten auffällig ungünstiger eingeschätzt. Das ifo-Institut kündige jetzt sogar für Deutschland für dieses Jahr eine Rezession an. Die Märkte würden aus dieser Konstellation die Hoffnung schöpfen, dass allmählich mehr Zuversicht für eine Trendwende angebracht sei. Auch die Nachrichten über die Ereignisse in Russland würden im allgemeinen positiv interpretiert, weil sie eine näher rückende Beendigung des Krieges ermöglichen würden.
Für Investoren an den Finanzmärkten sei dies allerdings noch keine Entwarnung. Eine ganze Reihe von fundamentalen Ungleichgewichten belaste nach wie vor die Weltwirtschaft. Die sich daraus ergebenden Abwärtsrisiken würden die Aussichten eintrüben. Dazu würden die Gleichzeitigkeit des Befalls der Volkswirtschaften mit der Pandemie, weitere Lieferengpässe, der Wandel in den Inflationserwartungen, finanzieller Stress, Naturkatastrophen wegen des Klimawandels und einem schwächeren Antrieb langfristiger Wachstumskomponenten zählen. Die EMDEs hötten nur einen geringen politischen Spielraum für gegebenenfalls erforderliche monetäre und fiskalpolitische Unterstützungen. Aus diesem Grunde könnten sich die Risiken zu einer "harten Landung" erhöhen.
Auswirkungen auf andere Bereiche der Volkswirtschaft würden spürbarer. Die Zinserhöhungen würden bei Banken zu Anspannungen bis zu neueren Bankkrisen führen, dies unterhöhle die Glaubwürdigkeit der Stabilität des Finanzsystems usw. Davon würden die gefürchteten Multiplikator-und Akzeleratorwirkungen ausgehen, die den Konjunkturverlauf der US-Volkswirtschaft und der ganzen Weltwirtschaft in Mitleidenschaft ziehen würden.
Ein Einfluss auf die Konjunkturentwicklung lasse sich durch höhere Schulden nicht erkennen. Das "Defizit Spending" funktioniere nicht. Völlig in Vergessenheit geraten sei die Forderung von Keynes, in wirtschaftlich guten Zeiten die Schulden wieder zurückzubezahlen. Was bedeute das für den Wechselkurs eines Landes, das immer mehr Schulden mache? Eine fundamentale Stärke sei das nicht, im Gegenteil! Es stehe inzwischen für die Industrieländer fest, dass ein weiterer Dollar oder Euro kreditfinanzierter Staatsausgaben immer weniger BIP-Wachstum produziere. Der Grenznutzen sinke in Richtung null, und eine Neuverschuldung bringe überhaupt kein Wachstum mehr. In Japan, den USA und der Südperipherie der Eurozone sowie in vielen Schwellenländern dürfte der Grenznutzen inzwischen sogar negativ sein.
Folgerung: Der steigende Schuldendienst in den Ländern bewirke, dass noch höhere kreditfinanzierte Staatsausgaben kontraproduktiv seien. Das "süße Leben auf Pump" scheitere. Die derzeitige Stabilität des USD sei auf die geopolitischen Ereignisse zurückzuführen, aus fundamentaler Sicht müsste der Greenback abwerten. Eine Alternative zum USD sei Gold! (30.06.2023/alc/a/a)


