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Kein Ende der Subventionspolitik im Jahr 2021
30.10.20 12:15
Degroof Petercam
Brüssel (www.anleihencheck.de) - Regierungen auf der ganzen Welt konzentrieren sich darauf, die Auswirkungen der Pandemie im Jahr 2020 abzufedern, so Peter De Coensel, CIO Fixed Income bei DPAM (Degroof Petercam Asset Management).
Die Zusammenarbeit zwischen Geld- und Fiskalpolitik seit März habe zum Ziel, die durch teilweise oder komplette Lockdowns verursachten Schäden abzumildern. Maßnahmen für die wirtschaftliche Erholung seien allgegenwärtig, wie zum Beispiel der erfolgreiche Start des SURE-Programms (Support to mitigate Unemployment Risks in an Emergency).
Nach Ansicht von Peter De Coensel würden die Marktteilnehmer einschätzen müssen, wann aus dieser Subventionspolitik eine produktive Investitionspolitik werde. Er gehe davon aus, dass sich die Politik im Laufe des Jahres 2021 diesbezüglich umstellen werde. Es brauche flächendeckende Impulse, um eine Normalisierung im öffentlichen und privaten Sektor zu ermöglichen. Bis dahin werde der finanzielle Rahmen auf einem äußerst akkommodierenden Niveau gehalten werden. Derweil werde das Nettoangebot an Anleihen auf einem Minimum bleiben, da die Flexibilität der Zentralbanken die Programme zum Kauf von Vermögenswerten verstärken werde, um den Finanzierungsbedarf der Regierungen zu decken.
Das Argument, der Anstieg der US-Zinsen in der vergangenen Woche sei auf einen parteiübergreifenden Kompromiss über ein viertes fiskalisches Unterstützungsprogramm zurückzuführen, sei nicht stichhaltig. Die Experten würden meinen, dass die Positionierung auf der Sellside, die Stärke der Market-Maker und das schnelle Shorten durch Hedge-Fonds die Renditen habe steigen lassen, ohne dass es größere Gegengewichte gegeben habe.
Ein stetiger Anstieg der Inflationserwartungen sei angesichts der Unsicherheit darüber, wann Endverbraucher die eingeschränkten Kapazitäten zu spüren bekämen, gerechtfertigt. Ein kontinuierlicher Anstieg der realen Laufzeitprämien sei zum gegenwärtigen Zeitpunkt jedoch nicht zu beobachten. Die Qualität der fiskalpolitischen Maßnahmen, die auf produktive Investitionen in die öffentliche Infrastruktur, die Energiewende oder die Bildung abzielen würden, werde zum Zeichen für das Potenzial einer nachhaltigen und integrativen Wachstumsbeschleunigung.
Etwa sechs bis 18 Monate bevor die Zentralbanken eine Straffung der Leitzinsen beschließen würden, könnten die realen kurz- und langfristigen Renditen den Schwenk zu einem höheren Niveau einschlagen. Angesichts der starken "Forward Guidance", dass die Leitzinsen in den nächsten drei (FED) bis fünf (EZB) Jahren und darüber hinaus unverändert bleiben würden, sei keine anhaltende Versteilerung der Zinskurve erkennbar. Je länger es dauere, bis die multilaterale Zusammenarbeit wiederhergestellt sei und der Welthandel sich erholen könne, desto länger werde man mit Nominalzinsen auf dem derzeitigen oder sogar auf einem noch niedrigeren Niveau leben.
Schlussfolgerung:
Das Unterscheiden zwischen den Treibern des Wandels bei den Leitzinsen und den langfristigen Zinssätzen sei bei Anleiheinvestments ein wesentlicher Erfolgsfaktor.
Die derzeitige Phase sei durch Konjunkturmaßnahmen gekennzeichnet, die die Auswirkungen der tiefen Rezession abmildern und eine längere Erholung ermöglichen würden.
Um zu beurteilen, wohin sich die Kernzinsen entwickeln würden, müsse man ausloten, welchen wirtschaftspolitischen Weg die Industrie- und Entwicklungsländer einschlagen würden, um das Wachstumspotenzial zu erhöhen. Derzeit sei die Lage unklar. (Ausgabe vom 29.10.2020) (30.10.2020/alc/a/a)
Die Zusammenarbeit zwischen Geld- und Fiskalpolitik seit März habe zum Ziel, die durch teilweise oder komplette Lockdowns verursachten Schäden abzumildern. Maßnahmen für die wirtschaftliche Erholung seien allgegenwärtig, wie zum Beispiel der erfolgreiche Start des SURE-Programms (Support to mitigate Unemployment Risks in an Emergency).
Nach Ansicht von Peter De Coensel würden die Marktteilnehmer einschätzen müssen, wann aus dieser Subventionspolitik eine produktive Investitionspolitik werde. Er gehe davon aus, dass sich die Politik im Laufe des Jahres 2021 diesbezüglich umstellen werde. Es brauche flächendeckende Impulse, um eine Normalisierung im öffentlichen und privaten Sektor zu ermöglichen. Bis dahin werde der finanzielle Rahmen auf einem äußerst akkommodierenden Niveau gehalten werden. Derweil werde das Nettoangebot an Anleihen auf einem Minimum bleiben, da die Flexibilität der Zentralbanken die Programme zum Kauf von Vermögenswerten verstärken werde, um den Finanzierungsbedarf der Regierungen zu decken.
Das Argument, der Anstieg der US-Zinsen in der vergangenen Woche sei auf einen parteiübergreifenden Kompromiss über ein viertes fiskalisches Unterstützungsprogramm zurückzuführen, sei nicht stichhaltig. Die Experten würden meinen, dass die Positionierung auf der Sellside, die Stärke der Market-Maker und das schnelle Shorten durch Hedge-Fonds die Renditen habe steigen lassen, ohne dass es größere Gegengewichte gegeben habe.
Etwa sechs bis 18 Monate bevor die Zentralbanken eine Straffung der Leitzinsen beschließen würden, könnten die realen kurz- und langfristigen Renditen den Schwenk zu einem höheren Niveau einschlagen. Angesichts der starken "Forward Guidance", dass die Leitzinsen in den nächsten drei (FED) bis fünf (EZB) Jahren und darüber hinaus unverändert bleiben würden, sei keine anhaltende Versteilerung der Zinskurve erkennbar. Je länger es dauere, bis die multilaterale Zusammenarbeit wiederhergestellt sei und der Welthandel sich erholen könne, desto länger werde man mit Nominalzinsen auf dem derzeitigen oder sogar auf einem noch niedrigeren Niveau leben.
Schlussfolgerung:
Das Unterscheiden zwischen den Treibern des Wandels bei den Leitzinsen und den langfristigen Zinssätzen sei bei Anleiheinvestments ein wesentlicher Erfolgsfaktor.
Die derzeitige Phase sei durch Konjunkturmaßnahmen gekennzeichnet, die die Auswirkungen der tiefen Rezession abmildern und eine längere Erholung ermöglichen würden.
Um zu beurteilen, wohin sich die Kernzinsen entwickeln würden, müsse man ausloten, welchen wirtschaftspolitischen Weg die Industrie- und Entwicklungsländer einschlagen würden, um das Wachstumspotenzial zu erhöhen. Derzeit sei die Lage unklar. (Ausgabe vom 29.10.2020) (30.10.2020/alc/a/a)


