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Karten neu gemischt - Unternehmensanleihen im veränderten Europa
02.10.25 11:30
Wellington Management
London (www.anleihencheck.de) - Während sich die Märkte allmählich an ein neues Wirtschaftsumfeld anpassen, werden Unterschiede zwischen den verschiedenen Wirtschaftsblöcken rund um den Globus schnell zur Realität – hierdurch entstehen laut Wellington zahlreiche Anlagechancen für europäische Rentenanleger.
"Wir sehen die existenzielle Bedrohung, der sich Europa gegenübersieht, auch als starken Antriebsfaktor für Reformen, und der sich vollziehende Umfeldwechsel entwickelt nun seine eigene Dynamik. Unserer Meinung nach könnte dieser strukturelle Wandel das Anlageuniversum für europäische Rentenanlagen deutlich erweitern und für eine Verlagerung der Nachfrage an den globalen Rentenmärkten sorgen", sagen Konstantin Leidman und Derek Hynes von Wellington.
Die beiden Fixed Income Portfolio Manager von Wellington Management erläutern in ihrem aktuellen Kommentar das Potenzial von hochverzinslichen Unternehmensanleihen sowie Investment-Grade-Bonds. Aus Anlegersicht lauteten die zwei wichtigsten Erkenntnisse derzeit:
* Zum einen veränderten sich durch den Umfeldwechsel in Europa die dortigen Wirtschafts- und Anlagebedingungen. Im Zuge der Reaktion politischer Entscheidungsträger auf den Deglobalisierungstrend, die geopolitische Instabilität und wettbewerbsbezogene Herausforderungen etabliere sich nach Meinung der beiden Wellington-Experten gerade ein stärker durch Interventionen und einen Wachstumsfokus geprägter politischer Ansatz. Dies werde noch durch die expansive Fiskalpolitik in der Region verstärkt.
* Zum anderen biete der Wandel in Europa für aktive Investoren in Unternehmensanleihen ihrer Meinung nach ein attraktives Umfeld für langfristige Gesamterträge und die Erwirtschaftung von Zusatzerträgen, da die europäischen Unternehmensanleihemärkte zunehmend dafür positioniert seien, sowohl von strukturellen Positivfaktoren als auch von sich verändernden globalen Kapitalströmen zu profitieren.
Lesen sie im folgenden ausführlichen Kommentar darüber hinaus, was die Wellington-Experten für Volatilität und Streuung erwarten:
Die strategische Neuausrichtung Europas sei unter anderem auf die folgenden Entwicklungen zurückzuführen:
* Politische Veränderungen wie die "America First"-Agenda von US-Präsident Trump, die politische Entscheidungsträger rund um den Globus dazu zwinge, ihre politische Strategie radikal zu überdenken und bedeutsame Veränderungen durchzuführen.
* Eine transformative Reaktion Europas und ein wachsendes Bewusstsein der politischen Entscheidungsträger, dass weitere Maßnahmen zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit und für den Umgang mit dem Deglobalisierungstrend erforderlich seien.
Die Experten von Wellington Management sähen bedeutsame Implikationen für Anleiheinvestoren, wobei europäische Investment-Grade- und High-Yield-Unternehmensanleihen am stärksten profitieren dürften. Bislang seien die Marktauswirkungen am deutlichsten bei Aktien sichtbar gewesen, wo die europäischen Märkte von verstärkten Zuflüssen profitiert hätten. Als Nächstes dürfte aber der Unternehmensanleihemarkt an der Reihe sein, da er ihrer Meinung nach ein interessantes Anlageuniversum für Investoren biete, die von der sich verändernden Dynamik profitieren könnten.
In Europa verlagere sich der Fokus rasant auf das Inland und europäische Länder seien stärker zu Interventionen bereit. Deutschlands beispiellose fiskalpolitische Stimulierungsmaßnahmen und die gemeinsamen Bemühungen Europas zur Erhöhung der Verteidigungsausgaben seien gute Beispiele. Neben diesem Umschwung seien auch breitere Bemühungen um Deregulierungsmaßnahmen zu beobachten, die das inländische Wachstum ankurbeln, die strategische Widerstandsfähigkeit verbessern und es Europa ermöglichen sollten, in einem sich schnell verändernden globalen Umfeld wettbewerbsfähiger zu sein.
Gemeinsam veranschaulichten diese Initiativen eine deutliche Abkehr von der traditionell konservativen Haushaltspolitik Europas, was auf einen Umfeldwechsel hindeute, der die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung der Region bestimmen dürfte. Dies solle nach Ansicht der Experten dem Wachstum zugutekommen, die Produktivität steigern und die globale Positionierung Europas stärken – sowohl im Hinblick auf Handelsbeziehungen als auch seine Attraktivität für ausländisches Kapital.
Die weitere Entwicklung könnte allerdings durchaus holprig verlaufen, angesichts eines potenziell schwierigen geopolitischen Umfelds und der Notwendigkeit, dass sich politische Entscheidungsträger mit längerfristigen Problemen wie der Tragfähigkeit der Staatsverschuldung bei stagnierendem Wachstum, sich verlangsamenden Produktivitätssteigerungen und einer alternden Bevölkerung befassen müssten.
Angesichts dessen sollten sich Anleger nach Ansicht der Experten auf potenzielle Phasen mit erhöhter Volatilität sowie eine höhere Streuung zwischen Emittenten, Sektoren und Märkten vorbereiten.
Sie sähen aber die existenzielle Bedrohung, der sich Europa gegenübersieht, auch als starken Antriebsfaktor für Reformen, und der sich vollziehende Umfeldwechsel entwickle nun seine eigene Dynamik. Dieser strukturelle Wandel könnte nach ihrer Einschätzung das Anlageuniversum für europäische Rentenanlagen deutlich erweitern und für eine Verlagerung der Nachfrage an den globalen Rentenmärkten sorgen. Zudem lasse die Erfahrung darauf schließen, dass fundamentale Veränderungen neue Alpha-Chancen für aktive Investoren schaffen könnten, die von der anhaltenden Marktvolatilität profitieren würden.
Der Umfeldwechsel und die sich verlagernde Anlegernachfrage gingen mit einer Veränderung der europäischen Rentenmärkte einher. Seit der europäischen Staatsschuldenkrise Anfang der 2010er Jahre habe man eine Entwicklung in Richtung tieferer Märkte, einer größeren Diversifizierung und einer besseren Kreditqualität beobachtet, die sich nun beschleunige.
Insbesondere dürften die langfristig positiven Impulse der europäischen Politik in Bereichen wie Infrastruktur, Verteidigung, Energiesicherheit und Digitalisierung für erhöhte Emissionsaktivitäten von Unternehmen sorgen, während diese versuchen würden, sich an den öffentlichen Investitionsprioritäten zu orientieren.
Ein weiterer bemerkenswerter Trend sei die steigende Präsenz globaler Emittenten an den Märkten für auf Euro lautende Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Rating. Globale Unternehmen mit Geschäftsaktivitäten in Europa nutzten zunehmend die lokalen Märkte, um ihre Finanzierungsquellen zu diversifizieren und von günstigeren Gesamtkosten zu profitieren. Diese wachsende internationale Beteiligung helfe dabei, die Liquidität zu stärken und das investierbare Anlageuniversum zu verbreitern.
Diese Entwicklungen machten das Anlageuniversum sowohl für Investment-Grade- als auch für High-Yield-Investoren interessanter. Sie dürften auch für eine größere Streuung bei Sektoren und Emittenten sorgen und so attraktive Chancen für die Erwirtschaftung langfristiger Zusatzerträge schaffen.
Das Nachfrageumfeld für europäische Unternehmensanleihen verändere sich ebenfalls. Seit der globalen Finanzkrise hätten Portfolios einen strukturellen Schwerpunkt in Bezug auf US-Anlagen aufgewiesen. Diese strategische Übergewichtung werde nun aber zunehmend auf den Prüfstand gestellt, angesichts der anhaltenden US-Dollar-Schwäche und wachsender Bedenken über den Status von US-Staatsanleihen als sicherer Hafen.
Nach Ansicht der Experten seien insbesondere europäische Unternehmensanleihen dafür positioniert, von dem größeren Interesse globaler Investoren auf der Suche nach Diversifizierung und attraktiven währungsgesicherten Renditen verglichen mit inländischen Anleihen zu profitieren. Darüber hinaus erschienen europäische Unternehmensanleihen zunehmend attraktiv im Vergleich zu US-Rentenanlagen, zumal die Hedging-Kosten in Zusammenhang mit einem schwächeren US-Dollar eine wichtige Überlegung für Anleger darstellten. Gleichzeitig könnten Handelszölle und die Bemühungen um höhere inländische Investitionen den Anteil der traditionell im Ausland investierten europäischen Kapitalüberschüsse reduzieren und mehr Kapital in die europäischen Rentenmärkte fließen lassen.
Insbesondere dürften die europäischen Renditen nach Einschätzung der Experten relativ erhöht bleiben dank einer Kombination aus fiskalpolitischen Stimulierungsmaßnahmen und einem robusteren Wachstumsausblick. Dieses Umfeld solle weiterhin renditeorientierte Käufer anziehen und technische Unterstützung für die Unternehmensanleihemärkte bieten.
Die Kombination aus historisch attraktiven Renditen, einer robusten und diversifizierten Nachfrage und potenziell stabilen Spreads liefere nach Ansicht der Experten überzeugende Argumente für die Erwirtschaftung von Gesamterträgen und regelmäßigen Einkünften mit auf Euro lautenden Unternehmensanleihen.
Sowohl für Investment-Grade- als auch High-Yield-Anleger würden nach Ansicht der Experten die langfristigen Erträge durch die sich verändernde Marktdynamik unterstützt. Gleichzeitig unterstreiche die für einen Umfeldwechsel typische Volatilität die Bedeutung eines aktiven Ansatzes.
Für Investment-Grade-Anleger biete das aktuelle Umfeld nach Einschätzung der Experten eine attraktive Kombination aus guten Unternehmensfundamentaldaten, robuster technischer Unterstützung und immer noch erhöhten Renditeniveaus. Man rechne mit einem weiterhin robusten Kreditzyklus, aber mehr Volatilität. Diese regelmäßig auftretenden Phasen erhöhter Volatilität schüfen zusammen mit einem Anstieg der Streuung auf Sektor-, Länder- und Emittentenebene erhebliches Potenzial für Fehlbewertungen, von denen Anleger mithilfe der Titelauswahl profitieren könnten. Durch den Umfeldwechsel mit mehr Interventionen durch die Politik, einer stärkeren Ausrichtung auf das Inland und fiskalpolitischer Unterstützung für wichtige Sektoren werde ein bereits umfangreiches Anlageuniversum noch weiter diversifiziert. Darüber hinaus könnte sich hierdurch das Potenzial für Zusatzerträge verbessern.
Für High-Yield-Anleger mache die Kombination aus attraktiven Renditen und einem strukturell niedrigen Zinsänderungsrisiko europäische High-Yield-Anleihen besonders attraktiv, wenn sie das Zinsrisiko steuern oder eine Aktienallokation reduzieren möchten. Am europäischen High-Yield-Markt sei seit der europäischen Staatsschuldenkrise eine Verbesserung der Qualität zu beobachten, und die Fundamentaldaten seien nach wie vor robust. Die Ausfallquoten dürften in der Nähe der historischen Durchschnitte verharren, da sich ein Großteil der risikoreicheren Kredite auf die Märkte für Private Credit und Leveraged Loans verlagert habe. Dies schaffe nach Ansicht der Experten ein günstiges Ertragsumfeld für europäische High-Yield-Anleihen verglichen mit anderen Regionen, besonders in Kombination mit einem expansiven makroökonomischen Umfeld.
Durch den Umfeldwechsel in Europa veränderten sich die dortigen Wirtschafts- und Anlagebedingungen. Im Zuge der Reaktion politischer Entscheidungsträger auf den Deglobalisierungstrend, die geopolitische Instabilität und wettbewerbsbezogene Herausforderungen etabliere sich gerade ein stärker durch Interventionen und einen Wachstumsfokus geprägter politischer Ansatz. Dies werde noch durch die expansive Fiskalpolitik in der Region verstärkt.
Für aktive Investoren in Unternehmensanleihen biete der Wandel in Europa nach Ansicht der Experten ein attraktives Umfeld für langfristige Gesamterträge und die Erwirtschaftung von Zusatzerträgen, da die europäischen Unternehmensanleihemärkte zunehmend dafür positioniert seien, sowohl von strukturellen Positivfaktoren als auch sich verändernden globalen Kapitalströmen zu profitieren. (02.10.2025/alc/a/a)
"Wir sehen die existenzielle Bedrohung, der sich Europa gegenübersieht, auch als starken Antriebsfaktor für Reformen, und der sich vollziehende Umfeldwechsel entwickelt nun seine eigene Dynamik. Unserer Meinung nach könnte dieser strukturelle Wandel das Anlageuniversum für europäische Rentenanlagen deutlich erweitern und für eine Verlagerung der Nachfrage an den globalen Rentenmärkten sorgen", sagen Konstantin Leidman und Derek Hynes von Wellington.
Die beiden Fixed Income Portfolio Manager von Wellington Management erläutern in ihrem aktuellen Kommentar das Potenzial von hochverzinslichen Unternehmensanleihen sowie Investment-Grade-Bonds. Aus Anlegersicht lauteten die zwei wichtigsten Erkenntnisse derzeit:
* Zum einen veränderten sich durch den Umfeldwechsel in Europa die dortigen Wirtschafts- und Anlagebedingungen. Im Zuge der Reaktion politischer Entscheidungsträger auf den Deglobalisierungstrend, die geopolitische Instabilität und wettbewerbsbezogene Herausforderungen etabliere sich nach Meinung der beiden Wellington-Experten gerade ein stärker durch Interventionen und einen Wachstumsfokus geprägter politischer Ansatz. Dies werde noch durch die expansive Fiskalpolitik in der Region verstärkt.
* Zum anderen biete der Wandel in Europa für aktive Investoren in Unternehmensanleihen ihrer Meinung nach ein attraktives Umfeld für langfristige Gesamterträge und die Erwirtschaftung von Zusatzerträgen, da die europäischen Unternehmensanleihemärkte zunehmend dafür positioniert seien, sowohl von strukturellen Positivfaktoren als auch von sich verändernden globalen Kapitalströmen zu profitieren.
Lesen sie im folgenden ausführlichen Kommentar darüber hinaus, was die Wellington-Experten für Volatilität und Streuung erwarten:
Die strategische Neuausrichtung Europas sei unter anderem auf die folgenden Entwicklungen zurückzuführen:
* Politische Veränderungen wie die "America First"-Agenda von US-Präsident Trump, die politische Entscheidungsträger rund um den Globus dazu zwinge, ihre politische Strategie radikal zu überdenken und bedeutsame Veränderungen durchzuführen.
* Eine transformative Reaktion Europas und ein wachsendes Bewusstsein der politischen Entscheidungsträger, dass weitere Maßnahmen zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit und für den Umgang mit dem Deglobalisierungstrend erforderlich seien.
Die Experten von Wellington Management sähen bedeutsame Implikationen für Anleiheinvestoren, wobei europäische Investment-Grade- und High-Yield-Unternehmensanleihen am stärksten profitieren dürften. Bislang seien die Marktauswirkungen am deutlichsten bei Aktien sichtbar gewesen, wo die europäischen Märkte von verstärkten Zuflüssen profitiert hätten. Als Nächstes dürfte aber der Unternehmensanleihemarkt an der Reihe sein, da er ihrer Meinung nach ein interessantes Anlageuniversum für Investoren biete, die von der sich verändernden Dynamik profitieren könnten.
In Europa verlagere sich der Fokus rasant auf das Inland und europäische Länder seien stärker zu Interventionen bereit. Deutschlands beispiellose fiskalpolitische Stimulierungsmaßnahmen und die gemeinsamen Bemühungen Europas zur Erhöhung der Verteidigungsausgaben seien gute Beispiele. Neben diesem Umschwung seien auch breitere Bemühungen um Deregulierungsmaßnahmen zu beobachten, die das inländische Wachstum ankurbeln, die strategische Widerstandsfähigkeit verbessern und es Europa ermöglichen sollten, in einem sich schnell verändernden globalen Umfeld wettbewerbsfähiger zu sein.
Gemeinsam veranschaulichten diese Initiativen eine deutliche Abkehr von der traditionell konservativen Haushaltspolitik Europas, was auf einen Umfeldwechsel hindeute, der die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung der Region bestimmen dürfte. Dies solle nach Ansicht der Experten dem Wachstum zugutekommen, die Produktivität steigern und die globale Positionierung Europas stärken – sowohl im Hinblick auf Handelsbeziehungen als auch seine Attraktivität für ausländisches Kapital.
Die weitere Entwicklung könnte allerdings durchaus holprig verlaufen, angesichts eines potenziell schwierigen geopolitischen Umfelds und der Notwendigkeit, dass sich politische Entscheidungsträger mit längerfristigen Problemen wie der Tragfähigkeit der Staatsverschuldung bei stagnierendem Wachstum, sich verlangsamenden Produktivitätssteigerungen und einer alternden Bevölkerung befassen müssten.
Sie sähen aber die existenzielle Bedrohung, der sich Europa gegenübersieht, auch als starken Antriebsfaktor für Reformen, und der sich vollziehende Umfeldwechsel entwickle nun seine eigene Dynamik. Dieser strukturelle Wandel könnte nach ihrer Einschätzung das Anlageuniversum für europäische Rentenanlagen deutlich erweitern und für eine Verlagerung der Nachfrage an den globalen Rentenmärkten sorgen. Zudem lasse die Erfahrung darauf schließen, dass fundamentale Veränderungen neue Alpha-Chancen für aktive Investoren schaffen könnten, die von der anhaltenden Marktvolatilität profitieren würden.
Der Umfeldwechsel und die sich verlagernde Anlegernachfrage gingen mit einer Veränderung der europäischen Rentenmärkte einher. Seit der europäischen Staatsschuldenkrise Anfang der 2010er Jahre habe man eine Entwicklung in Richtung tieferer Märkte, einer größeren Diversifizierung und einer besseren Kreditqualität beobachtet, die sich nun beschleunige.
Insbesondere dürften die langfristig positiven Impulse der europäischen Politik in Bereichen wie Infrastruktur, Verteidigung, Energiesicherheit und Digitalisierung für erhöhte Emissionsaktivitäten von Unternehmen sorgen, während diese versuchen würden, sich an den öffentlichen Investitionsprioritäten zu orientieren.
Ein weiterer bemerkenswerter Trend sei die steigende Präsenz globaler Emittenten an den Märkten für auf Euro lautende Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Rating. Globale Unternehmen mit Geschäftsaktivitäten in Europa nutzten zunehmend die lokalen Märkte, um ihre Finanzierungsquellen zu diversifizieren und von günstigeren Gesamtkosten zu profitieren. Diese wachsende internationale Beteiligung helfe dabei, die Liquidität zu stärken und das investierbare Anlageuniversum zu verbreitern.
Diese Entwicklungen machten das Anlageuniversum sowohl für Investment-Grade- als auch für High-Yield-Investoren interessanter. Sie dürften auch für eine größere Streuung bei Sektoren und Emittenten sorgen und so attraktive Chancen für die Erwirtschaftung langfristiger Zusatzerträge schaffen.
Das Nachfrageumfeld für europäische Unternehmensanleihen verändere sich ebenfalls. Seit der globalen Finanzkrise hätten Portfolios einen strukturellen Schwerpunkt in Bezug auf US-Anlagen aufgewiesen. Diese strategische Übergewichtung werde nun aber zunehmend auf den Prüfstand gestellt, angesichts der anhaltenden US-Dollar-Schwäche und wachsender Bedenken über den Status von US-Staatsanleihen als sicherer Hafen.
Nach Ansicht der Experten seien insbesondere europäische Unternehmensanleihen dafür positioniert, von dem größeren Interesse globaler Investoren auf der Suche nach Diversifizierung und attraktiven währungsgesicherten Renditen verglichen mit inländischen Anleihen zu profitieren. Darüber hinaus erschienen europäische Unternehmensanleihen zunehmend attraktiv im Vergleich zu US-Rentenanlagen, zumal die Hedging-Kosten in Zusammenhang mit einem schwächeren US-Dollar eine wichtige Überlegung für Anleger darstellten. Gleichzeitig könnten Handelszölle und die Bemühungen um höhere inländische Investitionen den Anteil der traditionell im Ausland investierten europäischen Kapitalüberschüsse reduzieren und mehr Kapital in die europäischen Rentenmärkte fließen lassen.
Insbesondere dürften die europäischen Renditen nach Einschätzung der Experten relativ erhöht bleiben dank einer Kombination aus fiskalpolitischen Stimulierungsmaßnahmen und einem robusteren Wachstumsausblick. Dieses Umfeld solle weiterhin renditeorientierte Käufer anziehen und technische Unterstützung für die Unternehmensanleihemärkte bieten.
Die Kombination aus historisch attraktiven Renditen, einer robusten und diversifizierten Nachfrage und potenziell stabilen Spreads liefere nach Ansicht der Experten überzeugende Argumente für die Erwirtschaftung von Gesamterträgen und regelmäßigen Einkünften mit auf Euro lautenden Unternehmensanleihen.
Sowohl für Investment-Grade- als auch High-Yield-Anleger würden nach Ansicht der Experten die langfristigen Erträge durch die sich verändernde Marktdynamik unterstützt. Gleichzeitig unterstreiche die für einen Umfeldwechsel typische Volatilität die Bedeutung eines aktiven Ansatzes.
Für Investment-Grade-Anleger biete das aktuelle Umfeld nach Einschätzung der Experten eine attraktive Kombination aus guten Unternehmensfundamentaldaten, robuster technischer Unterstützung und immer noch erhöhten Renditeniveaus. Man rechne mit einem weiterhin robusten Kreditzyklus, aber mehr Volatilität. Diese regelmäßig auftretenden Phasen erhöhter Volatilität schüfen zusammen mit einem Anstieg der Streuung auf Sektor-, Länder- und Emittentenebene erhebliches Potenzial für Fehlbewertungen, von denen Anleger mithilfe der Titelauswahl profitieren könnten. Durch den Umfeldwechsel mit mehr Interventionen durch die Politik, einer stärkeren Ausrichtung auf das Inland und fiskalpolitischer Unterstützung für wichtige Sektoren werde ein bereits umfangreiches Anlageuniversum noch weiter diversifiziert. Darüber hinaus könnte sich hierdurch das Potenzial für Zusatzerträge verbessern.
Für High-Yield-Anleger mache die Kombination aus attraktiven Renditen und einem strukturell niedrigen Zinsänderungsrisiko europäische High-Yield-Anleihen besonders attraktiv, wenn sie das Zinsrisiko steuern oder eine Aktienallokation reduzieren möchten. Am europäischen High-Yield-Markt sei seit der europäischen Staatsschuldenkrise eine Verbesserung der Qualität zu beobachten, und die Fundamentaldaten seien nach wie vor robust. Die Ausfallquoten dürften in der Nähe der historischen Durchschnitte verharren, da sich ein Großteil der risikoreicheren Kredite auf die Märkte für Private Credit und Leveraged Loans verlagert habe. Dies schaffe nach Ansicht der Experten ein günstiges Ertragsumfeld für europäische High-Yield-Anleihen verglichen mit anderen Regionen, besonders in Kombination mit einem expansiven makroökonomischen Umfeld.
Durch den Umfeldwechsel in Europa veränderten sich die dortigen Wirtschafts- und Anlagebedingungen. Im Zuge der Reaktion politischer Entscheidungsträger auf den Deglobalisierungstrend, die geopolitische Instabilität und wettbewerbsbezogene Herausforderungen etabliere sich gerade ein stärker durch Interventionen und einen Wachstumsfokus geprägter politischer Ansatz. Dies werde noch durch die expansive Fiskalpolitik in der Region verstärkt.
Für aktive Investoren in Unternehmensanleihen biete der Wandel in Europa nach Ansicht der Experten ein attraktives Umfeld für langfristige Gesamterträge und die Erwirtschaftung von Zusatzerträgen, da die europäischen Unternehmensanleihemärkte zunehmend dafür positioniert seien, sowohl von strukturellen Positivfaktoren als auch sich verändernden globalen Kapitalströmen zu profitieren. (02.10.2025/alc/a/a)


