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Kanada: Größter Zinsschritt seit 24 Jahren


15.07.22 16:06
BNP Paribas

Paris (www.anleihencheck.de) - Bei der kanadischen Notenbank lautet das Motto offensichtlich: nicht kleckern, sondern klotzen, so die Experten der BNP Paribas in einer aktuellen Ausgabe von "Märkte & Zertifikate weekly".

Um die schnell steigende Inflation zu zügeln, habe die Bank of Canada letzten Mittwoch ihren Leitzins gleich um einen vollen Prozentpunkt auf nun 2,5 Prozent erhöht. Die Teuerung habe im Mai mit 7,7 Prozent den höchsten Stand seit 39 Jahren erreicht und liege seit April vergangenen Jahres über der oberen Grenze des jährlichen Inflationsziels der Zentralbank von drei Prozent. Experten hätten vorab lediglich eine Anhebung um 75 Basispunkte auf ihrer Agenda gehabt. "Das Direktorium hat beschlossen, den Weg zu höheren Zinssätzen schneller zu beschreiten", hätten die Währungshüter um Gouverneur Tiff Macklem die energische Gangart begründet.

Euro dürfte weiterhin keine Chance haben

Gut möglich also, dass der Aufwärtstrend des Kanadischen Dollar (CAD) - im Fachjargon Loonie genannt - zum Euro noch eine Weile anhalten könnte, zumal die Erwartung einer weiterhin restriktiven Geldpolitik durch die kanadische Notenbank den Loonie auch weiterhin beflügeln dürfte. Gestützt von den hohen Ölpreisen und dem robusten Arbeitsmarkt scheine die Wirtschaft stark genug zu sein, um weitere Erhöhungen zu verkraften. Die EZB habe der hohen Inflation in der Eurozone hingegen noch nicht wirklich den Kampf angesagt. Aktuell stehe lediglich im Juli eine erste Zinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte an - für den Euro wohl zu wenig, um gegen den Kanada-Dollar zu bestehen. (15.07.2022/alc/a/a)