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Japanische Geldpolitik vor Richtungswechsel


27.02.23 10:00
BNP Paribas

Paris (www.anleihencheck.de) - Die ultralockere Geldpolitik der japanischen Notenbank, die den Yen immer mehr unter Druck brachte, gerät unter Beobachtern zunehmend in Kritik, so die Analysten der BNP Paribas in ihrer aktuellen Ausgabe von "Märkte & Zertifikate weekly".

Mit ihrem massiven Anleihekaufprogramm stütze die Bank of Japan die Kurse der Rentenpapiere und halte so die Marktzinsen in Schach. Erst jüngst hätten sich die Währungshüter mit Notfall-Anleihekäufen gegen einen Ausverkauf am Bondmarkt gestemmt. Am Mittwoch hätten zehnjährige japanische Staatsanleihen den zweiten Tag in Folge die Renditeobergrenze von 0,5 Prozent durchbrochen, die die Notenbank im Rahmen ihrer Politik des billigen Geldes partout verteidigen wolle.

Die Bank von Japan habe Staatspapiere im Volumen von 2,2 Milliarden Dollar mit Laufzeiten von fünf bis zehn Jahren gekauft. Zusätzlich habe die Zentralbank 740 Millionen Dollar in Anleihen investiert, die zwischen zehn und 25 Jahren laufen würden. Kritische Marktteilnehmer würden argwöhnen, dass diese Politik die Renditekurve verzerre, die Marktliquidität aushöhle und den Kursrückgang des Yen verstärke. Nun würden sie mit Spannung verfolgen, wie und wann der designierte neue Notenbankchef Kazuo Ueda plane, die Geldpolitik zu normalisieren. Im April löse er seinen Vorgänger Haruhiko Kuroda ab. Besonders interessant werde sein, wie Ueda auf die zwischenzeitlich auch in Nippon deutlich gestiegene Inflation reagiere. Die Gesamtteuerung habe zuletzt mit 4 Prozent so hoch wie seit 40 Jahren nicht mehr gelegen. (Ausgabe vom 24.02.2023) (27.02.2023/alc/a/a)