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Japan: Weitere Zinserhöhung erwartet


25.03.24 11:05
BNP Paribas

Paris (www.anleihencheck.de) - Die japanische Notenbank hat am vergangenen Dienstag erstmals seit 17 Jahren den Leitzins erhöht und ihre seit 2016 geltende Politik beendet, auf bestimmte Überschussreserven einen Zins von 0,1 Prozent zu erheben, so die Analysten der BNP Paribas in ihrer aktuellen Ausgabe von "Märkte & Zertifikate weekly".

Damit habe sich Nippon als letzter Industriestaat von der Negativzins-Politik verabschiedet. Zukünftig zahle die Bank of Japan (BoJ) einen Zins von 0,1 Prozent auf Einlagen, der Leitzins liege nun in einer Spanne zwischen 0 und 0,1 Prozent. Auslöser dieser Entwicklung sei vor allem das unerwartet starke Lohnwachstum gewesen. Japans größte Gewerkschaftsgruppe Rengo habe sich mit ihrer Forderung nach einer Lohnerhöhung in Höhe von 5,28 Prozent durchgesetzt; das größte Plus seit Beginn der Neunzigerjahre.

Das Schreckgespenst der Deflation, das Ökonomen und Notenbanker im Land der aufgehenden Sonne mehr als 30 Jahre lang beunruhigt habe, scheine nun endgültig vertrieben worden zu sein. Trotz der geldpolitischen Wende habe der Yen aber seinen Abwärtstrend gegenüber dem Euro fortgesetzt und sei nur einen Tag nach der BoJ-Sitzung auf den tiefsten Stand seit Sommer 2008 gefallen. Experten würden den Yen aktuell für stark unterbewertet halten. Zu einer Renaissance der schwächelnden Währung dürften angesichts der jüngsten Entwicklung vermutlich nur weitere Zinserhöhungen führen. Ein Schritt, der laut einem Bericht der Tageszeitung "Nihon Keizai Shimbun" womöglich im Juli oder Oktober umgesetzt werden könnte. (Ausgabe vom 22.03.2024) (25.03.2024/alc/a/a)