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Japan: Unsichere US-Handelspolitik dämpft Zinserwartungen


22.08.25 10:15
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Laut vorläufigen Schätzungen wuchs die japanische Wirtschaft im zweiten Quartal 2025 um 1 Prozent annualisiert, das fünfte aufeinanderfolgende Wachstumsquartal, so die Analysten von Postbank Research.

Die Konsensschätzung von 0,4 Prozent sei übertroffen worden. Starke Exporte und Investitionen würden das Wachstum unterstützen.

Im Juni steige die Industrieproduktion um 4,4 Prozent nach einem Rückgang um 2,4 Prozent im Vormonat. Darüber hinaus stärke das Handelsabkommen zwischen den USA und Japan das Vertrauen der Investoren, da es den Zoll auf japanische Importe auf 15 Prozent senke, während Japan sich bereit erklärt habe, in die USA zu investieren und seinen Markt für US-Autos und Agrarprodukte zu öffnen.

Die Kerninflation im Bezirk Tokio (ohne frische Lebensmittel und Energie) verharre nun in vier aufeinanderfolgenden Monaten stabil über 3 Prozent. Für den nationalen Verbraucherpreisindex für Juli, der am 22. August veröffentlicht werde, werde eine Rate von 3,1 Prozent erwartet.

Erwartungsgemäß habe die Bank of Japan ihren Leitzins Ende Juli bei 0,5 Prozent belassen, während sie ihre Wachstumsprognose auf 0,6 Prozent und ihre Inflationsprognose auf 2,7 Prozent angehoben habe. Infolge des Handelsabkommens mit den USA, dem anhaltenden Wirtschaftswachstum und einer Inflation von über 3 Prozent rücke eine Normalisierung der Geldpolitik näher. Ein nächster Zinsschritt um 25 Basispunkte werde an den Swapmärkten für die erste Hälfte von 2026 eingepreist, evtl. aber auch schon vorgezogen werden. Vor diesem Hintergrund lege der Yen bis Ende 2025 Boden gutmachen und auf EUR/JPY 162,00 aufwerten. (Ausgabe August 2025) (22.08.2025/alc/a/a)