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Japan: Unsichere US-Handelspolitik dämpft Zinserwartungen


04.07.25 10:21
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Gemäß finaler Daten stagnierte die japanische Wirtschaft im ersten Quartal, während eine Schnellschätzung noch eine Schrumpfung um 0,2 Prozent ausgewiesen hatte, so die Analysten von Postbank Research.

Im April sei die Industrieproduktion um 1,1 Prozent gegenüber dem Vormonat zurückgegangen, primär aufgrund eines Einbruchs im Maschinenbau. Im Mai sei sie um enttäuschende 0,5 Prozent gestiegen.

Hoffnungsvoll stimme der Stimmungsaufschwung in der Privatwirtschaft im Juni. Der Services-PMI sei von 51,0 auf 51,5 Punkte gestiegen, während der Industrie-PMI mit 50,4 Zählern erstmals seit 13 Monaten in den Expansionsbereich zurückgekehrt sei.

Trotz seines Status als "sicherer Währungshafen" habe der Japanische Yen zuletzt zum Euro auf das niedrigste Niveau seit Ende Juli 2024 abgewertet. Belastend hätten neben Wachstumssorgen und Unsicherheiten vor den Oberhauswahlen im Juli auch fehlende Fortschritte bei den Handelsverhandlungen mit den USA gewirkt.

Im Mai sei die jährliche Gesamtinflation mit 3,5 Prozent ebenso erhöht geblieben wie die seit Februar kontinuierlich anziehende Kernrate (3,7 Prozent).

Dennoch habe die Bank of Japan (BoJ) auf ihrer Sitzung Mitte Juni den Leitzins wie erwartet bei 0,5 Prozent belassen. Eine nächste Zinsanhebung um 25 Basispunkte preisten die Märkte für das erste Halbjahr 2026 ein. Vor diesem Hintergrund könne der Yen bis Jahresende jüngst verlorenes Terrain gutmachen und in Richtung EUR/JPY 162,00 aufwerten. (Währungsbulletin Juli 2025) (04.07.2025/alc/a/a)