Japan: Die Notenbank hebt Inflationsprognose an


30.11.23 12:48
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Die erste Schätzung des BIPs im 3. Quartal in Japan lieferte einen annualisierten Rückgang um 2,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal, so die Analysten von Postbank Research.

Die Marktprognose von -0,4 Prozent sei damit deutlich verfehlt worden. Die Gesamtinflation sei im Oktober von 3,0 auf 3,3 Prozent geklettert. Die "neue" Kernrate, die frische Lebensmittel und Energie exkludiere, sei von 4,2 auf 4,0 Prozent gesunken. Mit 3,4 und 4,1 Prozent hätten Analysten einen etwas höheren Inflationsdruck erwartet.

Auf ihrer Sitzung am 31. Oktober habe die Bank of Japan (BoJ) beschlossen, die Steuerung der Renditekurve zu flexibilisieren. Die zuvor starre Renditeobergrenze von 1,0 Prozent bei zehnjährigen Staatsanleihen diene damit nur noch als "Referenz", was einen Anstieg der Rendite über diese Marke erlaube. Die BoJ habe ihre Inflationsprognose nach oben korrigiert und gehe davon aus, dass die Kerninflationsrate im Fiskaljahr 2023 2,8 statt 2,5 Prozent betrage. 2024 sei erneut mit 2,8 Prozent (zuvor 1,9 Prozent) zu rechnen, bevor sie für 2025 einen Rückgang auf 1,7 Prozent (zuvor 1,6 Prozent) erwarte.

Der Japanische Yen habe von der leichten Straffung der Geldpolitik nicht profitieren können. Gegenüber dem Euro werte er vorübergehend auf ein neues 15-Jahres-Tief bei über EUR/JPY 164 ab. Erst schwächere Konjunktur- und rückläufige Inflationsdaten aus der Eurozone und den USA vermochten es, den Yen nahe der Marke von EUR/JPY 163 zu stabilisieren, so die Analysten von Postbank Research. Auf Sicht von sechs Monaten könnte er sich in Richtung EUR/JPY 153 erholen, sofern die BoJ ihre Geldpolitik sukzessive straffe. (Währungsbulletin Dezember 2023) (30.11.2023/alc/a/a)