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Ein Jahrzehnt CoCo-Anleihen - erfolgreicher als erhofft
29.06.21 10:00
Swisscanto Invest
Zürich (www.anleihencheck.de) - Contingent Convertible Bonds, kurz CoCos genannt, sind nachrangige Anleihen, die typischerweise von europäischen Großbanken emittiert werden, so Jan Sobotta, Leiter Sales Ausland bei Swisscanto Asset Management International S.A.
CoCos hätten sich im Nachgang zur Finanzkrise bei Banken als sinnvoller Baustein etabliert, um die neuen Eigenkapitalanforderungen des Regulators zu erfüllen. Die ersten CoCo-Emissionen seien vor gut zehn Jahren an den Markt gekommen. Das Resümee aus Sicht der Experten als Asset Manager und damit auch allgemein aus Anlegersicht laute: Das erste Jahrzehnt der CoCos sei erfolgreicher als erhofft verlaufen. Denn den Renditechancen hätten auch zahlreiche pessimistische Stimmen entgegengestanden, da das Vertrauen in den Bankensektor aufgrund der Finanzkrise gelitten habe.
Mit dem Swisscanto (LU) Bond Fund Responsible COCO sei relativ kurz nach den ersten CoCos-Emissionen per 31. Mai 2011 einer der ersten Fonds für dieses Segment aufgelegt worden. Zum Start des Fonds habe der Anteil im Portfolio erst sechs Prozent CoCos betragen und der Löwenanteil habe aus nachrangigen Anleihen von Banken bestanden, da noch nicht ausreichend viele CoCos platziert worden seien. Nach und nach habe sich der Anteil CoCos erhöht, wie erwartet, sodass sich heute rund 90 Prozent CoCos im Portfolio befinden würden. Den Erfolg der Anlageklasse spiegele der Fonds, der mittlerweile über 791 Millionen Euro Volumen aufweise, mit einer jährlichen Brutto-Performance von 7,67 Prozent (thesaurierende Euro-Tranche) nach genau zehn Jahren wider.
Die starke Performance des CoCo-Markts sei speziell im Vergleich zur Entwicklung der restlichen Bankkapitalstruktur (Eigenkapital, Senior + Subordinated Bank Bonds) erwähnenswert und sei in diesem Ausmaß nicht vorherzusehen gewesen. Das Hauptargument der Experten für CoCo-Bonds habe bei der Fonds-Lancierung in der Einschätzung beziehungsweise Erwartung bestanden, dass durch die höhere Kapitalisierung als Folge der Basel III-Regulationen die Investitionsrisiken für CoCo-Investoren sinken würden.
Die höheren Kapitalkosten durch Basel III hätten zusätzliche Kosten bei den Aktionären verursacht, da weniger Kapital für Dividenden und Aktienrückkäufe zur Verfügung gestanden habe. Daher hätten die Experten durchaus mit einer guten Performance von CoCo-Anleihen gerechnet. Überrascht habe die Experten jedoch die starke relative Performance von CoCos im Vergleich zu Bankaktien, die aus Renditeaspekten im vergangenen Jahrzehnt ihre Mühe gehabt hätten.
Die turbulenteste Zeit für CoCo-Investoren sei ohne Frage die COVID-Krise gewesen. Sie habe den ersten ernsthaften Stresstest für den Bankensektor seit der Lehman-Krise der Jahre 2008 und 2009 dargestellt. Die COVID-bedingten, systematischen Lockdowns weltweit seien ein absolutes Novum gewesen. So etwas habe man vor dieser Krise noch nie gesehen.
Die plötzliche Vollbremsung des gesellschaftlichen Lebens wie auch der Finanzmärkte habe nicht zuletzt aufgrund der zentralen Rolle des Bankensektors zu enormen Unsicherheiten geführt. Die Kombination aus schnellen und umfangreichen Maßnahmen der Fiskal- und Geldpolitik sowie die gute Profitabilität und Solvenz des Bankensektors hätten dazu beigetragen, die durch die Lockdowns entstandenen Lücken zu überbrücken. Die Banken hätten die Krise bis heute verhältnismäßig gut überstanden, da sie sowohl profitabel als auch rekordverdächtig kapitalisiert seien. Entsprechend seien die Experten auch für die Zukunft optimistisch, dass Investoren in CoCos eine interessante Anlageklasse zur Portfolio-Beimischung finden würden. (29.06.2021/alc/a/a)
CoCos hätten sich im Nachgang zur Finanzkrise bei Banken als sinnvoller Baustein etabliert, um die neuen Eigenkapitalanforderungen des Regulators zu erfüllen. Die ersten CoCo-Emissionen seien vor gut zehn Jahren an den Markt gekommen. Das Resümee aus Sicht der Experten als Asset Manager und damit auch allgemein aus Anlegersicht laute: Das erste Jahrzehnt der CoCos sei erfolgreicher als erhofft verlaufen. Denn den Renditechancen hätten auch zahlreiche pessimistische Stimmen entgegengestanden, da das Vertrauen in den Bankensektor aufgrund der Finanzkrise gelitten habe.
Mit dem Swisscanto (LU) Bond Fund Responsible COCO sei relativ kurz nach den ersten CoCos-Emissionen per 31. Mai 2011 einer der ersten Fonds für dieses Segment aufgelegt worden. Zum Start des Fonds habe der Anteil im Portfolio erst sechs Prozent CoCos betragen und der Löwenanteil habe aus nachrangigen Anleihen von Banken bestanden, da noch nicht ausreichend viele CoCos platziert worden seien. Nach und nach habe sich der Anteil CoCos erhöht, wie erwartet, sodass sich heute rund 90 Prozent CoCos im Portfolio befinden würden. Den Erfolg der Anlageklasse spiegele der Fonds, der mittlerweile über 791 Millionen Euro Volumen aufweise, mit einer jährlichen Brutto-Performance von 7,67 Prozent (thesaurierende Euro-Tranche) nach genau zehn Jahren wider.
Die höheren Kapitalkosten durch Basel III hätten zusätzliche Kosten bei den Aktionären verursacht, da weniger Kapital für Dividenden und Aktienrückkäufe zur Verfügung gestanden habe. Daher hätten die Experten durchaus mit einer guten Performance von CoCo-Anleihen gerechnet. Überrascht habe die Experten jedoch die starke relative Performance von CoCos im Vergleich zu Bankaktien, die aus Renditeaspekten im vergangenen Jahrzehnt ihre Mühe gehabt hätten.
Die turbulenteste Zeit für CoCo-Investoren sei ohne Frage die COVID-Krise gewesen. Sie habe den ersten ernsthaften Stresstest für den Bankensektor seit der Lehman-Krise der Jahre 2008 und 2009 dargestellt. Die COVID-bedingten, systematischen Lockdowns weltweit seien ein absolutes Novum gewesen. So etwas habe man vor dieser Krise noch nie gesehen.
Die plötzliche Vollbremsung des gesellschaftlichen Lebens wie auch der Finanzmärkte habe nicht zuletzt aufgrund der zentralen Rolle des Bankensektors zu enormen Unsicherheiten geführt. Die Kombination aus schnellen und umfangreichen Maßnahmen der Fiskal- und Geldpolitik sowie die gute Profitabilität und Solvenz des Bankensektors hätten dazu beigetragen, die durch die Lockdowns entstandenen Lücken zu überbrücken. Die Banken hätten die Krise bis heute verhältnismäßig gut überstanden, da sie sowohl profitabel als auch rekordverdächtig kapitalisiert seien. Entsprechend seien die Experten auch für die Zukunft optimistisch, dass Investoren in CoCos eine interessante Anlageklasse zur Portfolio-Beimischung finden würden. (29.06.2021/alc/a/a)


