Italien-Anleihe: Trotz der negativen Nachrichtenlage durchaus einen Blick wert


16.05.12 16:12
Anleihencheck Research

Westerburg (www.anleihencheck.de) - Der Analyst von Anleihencheck Research, Sven Krupp, hält die Anleihe (ISIN IT0003844534 / WKN A0D2H7) von Italien für ein interessantes Investment für den europäischen Staatsanleihen-Sektor.

Die Anleihe, emittiert vom südeuropäischen Staat Italien, sei mit einem Kupon von 3,75% ausgestattet, laufe noch bis zum 01.08.2015 und weise eine anlegerfreundliche Stückelung von 1.000 EUR auf. Bei einem aktuellen Kurs von 98,83% biete das Papier eine jährliche Rendite von 4,17%. Sowohl die Anleihe als auch der Emittent seien von der Ratingagentur Moody's mit "A3" bewertet, was mittlerem Investmentgrade-Status entspreche. Damit bestehe nach Einschätzung von Moody's bezüglich der Verbindlichkeiten des Emittenten ein geringes Kreditrisiko.

Die Kurse italienischer Staatsanleihen seien aufgrund der schwachen Nachrichtenlage zuletzt weiter gefallen. Hinzu kämen die jüngsten Meldungen aus Griechenland, wonach sich die Regierungsbildung als äußerst schwer herausstelle und ggf. Neuwahlen bevorstünden. Auch ein Austritt Griechenlands aus der EU werde mittlerweile nicht mehr ausgeschlossen. Damit sei Euroland mal wieder ins Chaos gestützt worden und besonders hart habe es die hoch verschuldeten Länder Spanien und Italien getroffen.

Zehnjährige italienische Anleihen würden aktuell bei rund 5,7% rentieren. Die Anleihe (ISIN IT0004009673 / WKN A0GMTQ) habe Ende März noch bei rund 92% notiert. Aktuell liege der Kurs bei 86,73%.

Zuletzt seien Gerüchte aufgekommen, die italienische Regierung um Mario Monti rechne erst in 2014 mit einem ausgeglichenen Haushalt. Ursprünglich sei dieses Ziel für 2013 angepeilt gewesen. Immerhin, nach einer tiefen Rezession sehe es in Europa derzeit nicht aus, denn alle wichtigen Frühindikatoren würden auf eine Wirtschaftsstabilisierung ab der zweiten Jahreshälfte 2012 hindeuten, was eine gute Grundlage für eine Stabilisierung für Italiens Wirtschaft sei. Auch wenn die jüngsten Wirtschaftsdaten für die Eurozone für das zweite Quartal dem Markt zuletzt einen Dämpfer verpasst hätten. Auch die jüngsten Daten für das erste Quartal 2012 der europäischen Statistikbehörde Eurostat würden vor zu viel Optimismus hinsichtlich der Wirtschaftsentwicklung für die Eurozone warnen: Zwar sei das preis- und saisonbereinigte Bruttoinlandsprodukt im gemeinsamen Währungsraum zum Jahresbeginn stabil geblieben, doch ohne Deutschlands Beitrag in Höhe von 0,5% gg. VQ wäre das BIP in der Eurozone um 0,2% zurückgegangen. In Italien sei es dagegen zu einem Einbruch auf -0,8% gg. VQ gekommen, was an dem Sparkurs der Regierung liege.

Die Stimmung an den Kapitalmärkten sei wieder angespannter und Länder wie Italien und Spanien stünden verstärkt im Fokus. Für Anleger mit etwas Mut und Weitsicht, die nicht an einen Verfall der Eurozone und des Euros glauben würden, könnte die o.a. Anleihe von Italien durchaus interessant sein. Nach den jüngsten Kursrückgängen von italienischen Bonds biete das o.a. Papier eine sehr attraktive Rendite für eine Staatsanleihe aus dem mittleren Investmentgrade-Bereich. (Analyse vom 16.05.2012) (16.05.2012/alc/a/a)


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