Investmentidee: Sind Investments in Öl weiterhin lukrativ? - Anleiheanalyse


18.07.24 10:00
Bank Vontobel Europe AG

München (www.anleihencheck.de) - Für Vontobel sind Öl-Aktien eine Investmentidee und die Bank Vontobel Europe AG liefert Vorschläge, wie Anleger mit Anleihen von dieser Einschätzung profitieren können.

Viele würden weiterhin in ihrem Depot auf Öl-Aktien setzen. Warum würden diese Positionen in den Depots gehalten sowie aufgebaut während des Umstiegs auf Erneuerbare Energien?

Zusätzlich zum Ausbau der erneuerbaren Energien werde weiterhin in die Öl- und Gasinfrastruktur investiert. Die weltweite Nachfrage nach Öl bleibe konstant, und ExxonMobil prognostiziere, dass im Jahr 2050 mehr Öl und Erdgas verbraucht werde als heutzutage. Das Management erwarte, dass mehr als 50 Prozent des Primärenergieverbrauchs weiterhin aus fossilen Energieträgern stammen würden. Laut der Internationalen Energieagentur (IEA) solle die Ölnachfrage bis 2028 auf etwa 106 Millionen Barrel pro Tag ansteigen, wobei insbesondere die Schifffahrt, Luftfahrt und Petrochemie eine wichtige Rolle spielen würden.

Die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) prognostiziere, dass die weltweite Nachfrage bis 2045 auf 116 Millionen Barrel pro Tag steigen werde, was einem Anstieg von 16,5 Prozent im Vergleich zu 2022 entspreche. Dieses Wachstum werde voraussichtlich hauptsächlich von Indien, China und anderen asiatischen Ländern sowie Afrika und dem Nahen Osten getragen. Besonders in den aufstrebenden Märkten müsse die Entwicklung genau beobachtet werden, da ein Anstieg der Mittelschicht zu einem höheren Ölverbrauch führen dürfte. Um die steigende Nachfrage zu decken, würden Übernahmen von Unternehmen durchgeführt und Förderkapazitäten gesichert.

Im vergangenen Jahr habe das Ölunternehmen ExxonMobil den Kauf des Fracking-Spezialisten Pioneer Natural Gas Resources für knapp 60 Milliarden US-Dollar angekündigt. Dadurch könne laut ExxonMobil sein tägliches Produktionsvolumen mehr als verdoppeln.

Im Oktober 2023 habe Chevron angekündigt, das Konkurrenzunternehmen Hess übernehmen zu wollen. Mit dieser Übernahme plane Chevron, seine Förderkapazitäten zu erweitern und sein Portfolio um die Fördermöglichkeiten im südamerikanischen Staat Guyana zu ergänzen.

Das Oracle von Omaha, Warren Buffet, halte durch seine Investmentgesellschaft "Berkshire Hathaway" eine bedeutende Position von insgesamt circa 10 Prozent (Stand: 31. März 2024) in seinem Aktienportfolio an den Ölunternehmen Occidental Petroleum und Chevron. Der Investmentansatz und die Portfolio-Struktur seien bereits in dem letzten Artikel der Analysten ausführlich beschrieben worden.

Der von State Street Global Advisors Europe Limited verwaltete ETF "SPDR® S&P® U.S. Energy Select Sector UCITS ETF (Acc)" sei hauptsächlich in den USA und zu knappen 90 Prozent in Erdöl, Erdgas und nicht erneuerbaren Brennstoffen investiert. Die restlichen 10 Prozent seien in Energiezubehör und -dienste engagiert.

Im betrachteten Zeitraum (Juli 2019 bis Juli 2024) habe der ETF um 42 Prozent an Wert zulegen können. Laut den Angaben auf der Webseite des ETF-Anbieters betrage die Standardabweichung für die letzten drei Jahre 28,5 Prozent.

Seit neuestem biete nun Vontobel Hebelprodukte auf den ETF an.

Grundsätzlich gebe es zwei Möglichkeiten, um von einem Anstieg des Ölpreises zu profitieren: Zum einen könne man in Aktien von Ölkonzernen investieren und so indirekt an der Preisentwicklung des Öls teilhaben. Alternativ könne man in Öl-Terminkontrakte (sogenannte "Futures") investieren, was jedoch aufgrund der Volumina für Privatanleger praktisch nicht machbar sei. Der Vontobel Oil-Strategy Index kombiniere beide Ansätze: Je nach Verlauf der Ölpreis-Futures-Kurve investiere er phasenweise entweder in Aktien oder in Futures.

In einer "Backwardation"-Situation, bei der der Preis für Öl-Futures mit längerer Laufzeit niedriger sei als der für solche mit kürzerer Laufzeit, investiere der Index in die entsprechenden Futures, um mögliche Rollgewinne zu erzielen. In einer "Contango"-Situation, bei der die Futures-Kurve steige, werde hingegen in Öl-Aktien investiert, um Rollverluste zu vermeiden, die entstünden, wenn auslaufende Kontrakte gegen teurere längerfristige Kontrakte getauscht werden müssten. Das Open-End-Partizipationszertifikat auf den Vontobel Oil-Strategy Index könnte somit eine interessante Anlagemöglichkeit im Ölsektor sein.

Der von Vontobel verwaltete Index habe im selben Zeitraum einen kumulierten Wertzuwachs von 54 Prozent bei einer Volatilität von 25,31 Prozent in den letzten 360 Tagen erzielt.

Eine Investmentidee sei zum Beispiel eine neue Multi Aktienanleihe mit Barriere (Worst-Of) Quanto auf die Aktien von Chevron, Exxon Mobil und Occidental Petroleum. Die Anleihe könne noch bis zum 5. August 2024 gezeichnet werden. Die Multi Aktienanleihe mit Barriere (Worst-Of) Quanto sei mit einem Nennbetrag von 1.000,00 EUR sowie einem Kupon von 7,50% p.a. ausgestattet. Der Basispreis betrage 100,00% des Anfänglichen Referenzpreises, d.h. des Schlusskurses der Aktie am 5. August 2024 an der Referenzbörse NYSE. Die Barriere liege bei 70,00% des Anfänglichen Referenzpreises. Fällig werde die Anleihe am 26. September 2025.

Korrelationsrisiko: Multi Aktienanleihen mit Barriere (Worst of): Dieser Typ der Aktienanleihen beziehe sich auf mehrere Basiswerte. Damit sei der Grad der Abhängigkeit der Wertentwicklung der Basiswerte voneinander (sog. Korrelation) wesentlich für die Beurteilung des Risikos, dass mindestens ein Basiswert seine Barriere erreiche. Anleger sollten beachten, dass bei mehreren Basiswerten für die Bestimmung des Auszahlungsbetrags der Basiswert maßgeblich sei, der sich während der Laufzeit der Wertpapiere am schlechtesten entwickelt habe (sog. Worst-of-Struktur). Das Risiko eines Verlusts des investierten Kapitals sei daher bei Worst-of-Strukturen wesentlich höher als bei Wertpapieren mit nur einem Basiswert.

Marktrisiko: Die Entwicklung der Aktienkurse der jeweiligen Unternehmen sei von vielen unternehmerischen, konjunkturellen und ökonomischen Einflussfaktoren abhängig, die der Anleger bei der Bildung seiner Marktmeinung zu berücksichtigen habe. Der Aktienkurs könne sich auch anders entwickeln als erwartet, wodurch Verluste entstehen könnten.

Emittenten- / Bonitätsrisiko: Anleger seien dem Risiko ausgesetzt, dass Emittent und Garant ihre Verpflichtungen aus dem Produkt und der Garantie - beispielsweise im Falle einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit / Überschuldung) oder einer behördlichen Anordnung von Abwicklungsmaßnahmen - nicht erfüllen könnten. Eine solche Anordnung durch eine Abwicklungsbehörde könne im Falle einer Krise des Garanten auch im Vorfeld eines Insolvenzverfahrens ergehen. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals sei möglich. Das Produkt unterliege als Schuldverschreibung keiner Einlagensicherung. (Ausgabe vom 17.07.2024) (18.07.2024/alc/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.