Investmentidee: Quantencomputing - ein Paradigmenwechsel für KI-Investoren - Anleiheanalyse


09.01.25 10:00
Bank Vontobel Europe AG

München (www.anleihencheck.de) - Für Vontobel ist das Quantencomputing eine Investmentidee und die Bank Vontobel Europe AG liefert Vorschläge, wie Anleger mit Anleihen von dieser Einschätzung profitieren können.

Das Quantencomputing stelle einen transformativen Sprung in der Rechenleistung dar, der Branchen revolutionieren und Anlegern völlig neue Investitionsmöglichkeiten eröffnen könnte. Gerade im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz (KI) sei das Quantencomputing aufgrund seines praktisch unbegrenzt skalierbaren Rechenpotenzials ein Game-Changer. Zuletzt sei den Experten von Google ein Durchbruch mit ihrem neuen Quanten-Chip gelungen, der den Weg in das Zeitalter des Quantencomputings ebnen könnte. Vontobel habe bereits im Jahr 2020 mit dem Vontobel Quantum Computing Index als einer der ersten Anbieter das Thema für breite Anlegerschichten investierbar gemacht.

Bisherige Computer, auch die Superrechner von Nvidia, arbeiteten auf Basis der Zustände "0" oder "1". Sie könnten nur eine Aussage darüber treffen, ob eine Frage "wahr" oder "falsch" sei. Bahnbrechend für die heutigen Mikroprozessoren seien die Arbeiten des Intel-Gründers Gordon Moore gewesen, der Mitte der 1965er Jahre in einem Beitrag für ein Fachmagazin das Postulat ausgegeben habe, dass sich die Rechenleistung jeweils innerhalb von 18 Monaten verdoppeln werde. Die von Moore postulierte Zeitkonstante gelte bis heute und sei als "Moorsches Gesetz" in die IT-Geschichte eingegangen. Inzwischen stießen jedoch Chip-Entwickler an physikalische Grenzen.

Mit ChatGPT und dem explosionsartigen Wachstum der generativen KI wachse der Rechenbedarf weit schneller als die Entwicklungen der Chipindustrie. Nvidia verfolge den Ansatz von Hochleistungscomputern, bei denen insgesamt sieben Chips im Verbund arbeiteten. Doch wie gehe die Reise weiter? Feststehe, der Hunger nach neuen KI-Rechenleistungen für die nächste Stufe von Sprachmodellen, das autonome Fahren, humanoide Roboter, komplizierte Berechnungen und Simulationen in der Finanzindustrie, bei der Erforschung neuer Medikamente oder bei der Klimawende, bleibe ungebrochen.

Bisher sei die Entwicklung der Computertechnik davon gekennzeichnet gewesen, dass die Rechenleistung immer den Ideen und Anwendungen hinterhergehinkt habe. Der Traum von "unbegrenzter" Verarbeitungsgeschwindigkeit treibe die Entwicklung der Chip-Industrie an. Das Quantencomputing könnte die Lösung für die bisherigen Restriktionen sein und ein völlig neues Kapitel der Informationsgesellschaft aufschlagen.

Statt mit "0" oder "1" zu rechnen, würden Quantencomputer von sogenannten "Qbits" gesteuert. Ein Qbit (oder Quantenbit) sei die grundlegende Informationseinheit eines Quantencomputers, ähnlich wie ein Bit im klassischen Computer. Im Gegensatz zu Bits, die entweder den Zustand "0" oder "1" einnähmen, könne ein Qubit dank der Prinzipien der Quantenmechanik (wie Überlagerung und Verschränkung) mehrere Zustände gleichzeitig darstellen.

Das Revolutionäre an Qbits sei, dass sie gleichzeitig eine Vielzahl von Zuständen annehmen könnten. In der Konsequenz bedeute dies, dass riesige Mengen an Rechenoperationen parallel statt nacheinander ablaufen könnten. Doch bisher stelle es eine große Herausforderung dar, dass diese Qbits geordnet zusammenarbeiteten und ihre Zustände kontrolliert aufrechterhalten werden könnten. In der Sprache der Quanten-Wissenschaftler werde von Fehlerraten gesprochen. Das Problem: Je mehr Qbits zusammenarbeiteten, umso mehr Fehler entstünden. Entsprechend liege der Fokus der Wissenschaft darauf, diese Fehlerraten zu reduzieren und in den Griff zu bekommen.

Im Dezember 2024 hätten die Quanten-Experten von Google aufhorchen lassen: Ihr neuer Quantenchip Willow habe eine spezielle mathematische Berechnung in weniger als fünf Minuten ausgeführt, für die einer der schnellsten Supercomputer von heute zehn Septillionen Jahre (10 Hoch 25 Jahre) benötigen würde. Doch das Revolutionäre daran sei, dass der neue Google-Chip gezeigt habe, dass bei steigender Anzahl an Qbits und Rechenleistung die Fehlerrate exponentiell reduziert werden könne. Damit werde eine zentrale Herausforderung der Quantenfehlerkorrektur gelöst, mit der sich Wissenschaftler seit rund 30 Jahren beschäftigten. Den Google-Wissenschaftlern sei es gelungen, die Fehlerkorrektur in Echtzeit in einem supraleitenden Quantensystem herzustellen. Entscheidend für jede sinnvolle Berechnung sei, dass man die Fehler schnell genug korrigieren könne, damit die Berechnung an sich korrekt erfolge.

Darüber hinaus habe es Ende 2024 weitere spannende Meldungen gegeben, die die Branche und die Finanzwelt hätten aufhorchen lassen: Nvidia arbeite mit Google Quantum KI zusammen, mit dem Ziel, Quantencomputer der nächsten Generation zu entwickeln. Amazon biete mit seiner Cloud-Sparte nun einen umfassenden Beratungs- und Plattformservice für Industriekunden an, um diese in die Lage zu versetzen, ausgehend von ihren geschäftskritischsten und rechenintensivsten Anwendungsfällen ein Verständnis für den Einsatz relevanter Quantentechnologien zu ermitteln.

Die Anwendungen des Quantencomputings im Bereich der Künstlichen Intelligenz erstreckten sich über verschiedene Branchen, die alle ein erhebliches Investitionspotenzial aufweisen könnten:

Gesundheitswesen: Quanten-KI könne die Arzneimittelentdeckung beschleunigen, Behandlungspläne optimieren und die Diagnostik durch fortschrittliche Bildverarbeitung verbessern.

Finanzwesen: Verbesserte prädiktive Analytik, Risikobewertung und Betrugserkennung seien einige der wichtigsten Vorteile.

Verkehrswesen: Autonome Fahrzeugnavigation und Verkehrsoptimierung könnten von quantengestützten KI-Modellen profitieren.

Energie: Quantenalgorithmen könnten Energienetze optimieren und Prognosen für erneuerbare Energien verbessern.

Cybersicherheit: Quantenresistente Verschlüsselung und fortschrittliche Bedrohungserkennung böten entscheidende Fortschritte bei der Sicherung von KI-Systemen.

Wie könnten Anleger nun von den rasanten Entwicklungen des Quantum Computing profitieren?

Der Markt sei gekennzeichnet durch drei Aktiensegmente: Das erste Segment bildeten die "Pure Player", also reine Quantum Computing Unternehmen. In den letzten Jahren habe es hier von aktuell marktführenden Unternehmen Börsengänge gegeben, meist über einen sogenannten (Special Purpose Acquisition Company) SPAC-Mantelgesellschaft wie IonQ, DWave oder Rigetti. Ein zweites Segment bildeten Tech-Konzerne, wie Alphabet, Microsoft oder IBM, die auch im KI-Umfeld tätig seien und sehr attraktive große Akteure.

Ein drittes Segment stellten Unternehmen aus den oben beschriebenen Anwendungsfeldern dar, wie zum Beispiel dem Finanzwesen, dem Verkehrswesen oder der Cybersicherheit. Zu nennen seien hier aktuell der Asset Manager BlackRock, der Flugzeugbauer Airbus, der Elektronikriese LG Electronics sowie die Healthcare-Konzerne Johnson & Johnson und Roche.

Eine Investmentidee sei zum Beispiel eine neue Multi Aktienanleihe mit Barriere (Worst-Of) Quanto auf die Aktien von Alphabet, IBM und Microsoft. Die Anleihe könne noch bis zum 27. Januar 2025 gezeichnet werden.

Die Multi Aktienanleihe mit Barriere (Worst-Of) Quanto sei mit einem Nennbetrag von 1.000,00 EUR sowie einem Kupon von 8,50% p.a. ausgestattet. Der Basispreis betrage 100,00% des Anfänglichen Referenzpreises, d.h. des Schlusskurses der Aktien am 27. Januar 2025 an den Referenzbörsen Nasdaq Global Select Market und NYSE. Die Barriere liege bei 65,00% des Anfänglichen Referenzpreises. Fällig werde die Anleihe am 30. Dezember 2025.

Korrelationsrisiko: Multi Aktienanleihen mit Barriere (Worst of): Dieser Typ der Aktienanleihen beziehe sich auf mehrere Basiswerte. Damit sei der Grad der Abhängigkeit der Wertentwicklung der Basiswerte voneinander (sog. Korrelation) wesentlich für die Beurteilung des Risikos, dass mindestens ein Basiswert seine Barriere erreiche. Anleger sollten beachten, dass bei mehreren Basiswerten für die Bestimmung des Auszahlungsbetrags der Basiswert maßgeblich sei, der sich während der Laufzeit der Wertpapiere am schlechtesten entwickelt habe (sog. Worst-of-Struktur). Das Risiko eines Verlusts des investierten Kapitals sei daher bei Worst-of-Strukturen wesentlich höher als bei Wertpapieren mit nur einem Basiswert.

Marktrisiko: Die Entwicklung der Aktienkurse der jeweiligen Unternehmen sei von vielen unternehmerischen, konjunkturellen und ökonomischen Einflussfaktoren abhängig, die der Anleger bei der Bildung seiner Marktmeinung zu berücksichtigen habe. Der Aktienkurs könne sich auch anders entwickeln als erwartet, wodurch Verluste entstehen könnten.

Emittenten- / Bonitätsrisiko: Anleger seien dem Risiko ausgesetzt, dass Emittent und Garant ihre Verpflichtungen aus dem Produkt und der Garantie - beispielsweise im Falle einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit / Überschuldung) oder einer behördlichen Anordnung von Abwicklungsmaßnahmen - nicht erfüllen könnten. Eine solche Anordnung durch eine Abwicklungsbehörde könne im Falle einer Krise des Garanten auch im Vorfeld eines Insolvenzverfahrens ergehen. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals sei möglich. Das Produkt unterliege als Schuldverschreibung keiner Einlagensicherung. (Ausgabe vom 08.01.2025) (09.01.2025/alc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.