Investmentidee: Ist eine Gewichtsreduktion durch Medikamente möglich? - Anleiheanalyse


03.10.24 08:45
Bank Vontobel Europe AG

München (www.anleihencheck.de) - Für Vontobel sind Adipositas und Diabetes eine Investmentidee und die Bank Vontobel Europe AG liefert Vorschläge, wie Anleger mit Anleihen von dieser Einschätzung profitieren können.

Adipositas und Diabetes würden weltweit bedeutende gesellschaftliche Herausforderungen darstellen. Die Pharmaindustrie arbeite intensiv daran, Lösungen für diese Krankheiten zu entwickeln und anzubieten. Könnten diese Krankheiten möglicherweise bekämpft werden?

Der Begriff "Adipositas" habe seinen Ursprung im lateinischen Wort "adeps" (Fett) und bezeichne einen Zustand krankhafter Fettleibigkeit und starkes Übergewicht. Zur Beurteilung könnte der Body-Mass-Index (BMI) eine Rolle spielen. Dieser berechne sich aus Körpergröße und Gewicht, berücksichtige jedoch weder das Alter noch die Verteilung von Körperfett oder Muskelmasse. Menschen würden als fettleibig gelten, wenn ihr BMI über 30 liege. Ein BMI zwischen 25 und 30 werde als übergewichtig eingestuft.

Die Ursachen von Adipositas seien laut dem Universitätsspital Zürich vielfältig. Bewegungsmangel und ein ungesunder Lebensstil trügen oft dazu bei. Auch falsche Essgewohnheiten, die häufig in der Kindheit erlernt würden, spielten eine Rolle. Psychische Faktoren wie Stress, Ärger, Angst oder Langeweile könnten das Essverhalten negativ beeinflussen. Ein typisches Beispiel sei das unbewusste Essen, wie etwa der Konsum von Snacks beim Filmeschauen. Der Medikamentenkonsum könne ebenfalls eine zentrale Rolle für die Steigerung des Appetits spielen.

Adipositas erhöhe das Risiko für verschiedene Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Darüber hinaus litten Betroffene oft unter seelischen und sozialen Folgen, wie z.B. einem verminderten Selbstwertgefühl und sozialer Ausgrenzung. Begleiterkrankungen könnten Depressionen, Angststörungen oder Abhängigkeitserkrankungen sein.

In den G7-Staaten sei die Fettleibigkeit in den USA am weitesten verbreitet, während Japan als besonders gesundes Land gelte.

Nach Schätzungen der World Health Organization (WHO) im Jahr 2022 seien die Länder mit den höchsten Adipositasraten Amerikanisch-Samoa mit 75,6 Prozent, Nauru mit 70,2 Prozent und die Cookinseln mit 68,4 Prozent. Am wenigsten betroffen seien Vietnam mit 2,1 Prozent, Bangladesch mit 3,6 Prozent und Indien mit 3,9 Prozent. Das Ergebnis könne auf die sozioökonomischen und kulturellen Faktoren zurückzuführen sein. Nicht zu unterschätzen seien die wirtschaftlichen Faktoren wie lange Arbeitszeiten und Mangelernährung.

Die Pharmaindustrie habe das globale Problem erkannt, und die Unternehmen konkurrierten um Marktanteile. Eli Lilly bewerbe seit der Zulassung im Juni 2022 ihr Diabetes-Medikament "Mounjaro". Auch der dänische Konzern Novo Nordisk wolle mit seiner Abnehmspritze Wegovy und dem Diabetesmedikament Ozempic seine Marktposition verteidigen. Neben diesen Firmen seien auch Merck, Pfizer und das Schweizer Unternehmen Roche an diesem Geschäftsfeld interessiert. Roche erweitere sein Wirkstoffportfolio durch strategische Übernahmen, darunter den Kauf des kalifornischen Biotechunternehmens Carmot Therapeutics für fast 3 Milliarden US-Dollar.

Die Abnehmspritzen würden durch Social Media weiter an Popularität gewinnen, insbesondere durch prominente Beispiele wie die Abnehmerfolge von Elon Musk oder Kim Kardashian. Angesichts steigender Adipositasraten und eines wachsenden Trends zu einem gesünderen Lebensstil in den USA könnte sich hier ein bedeutender Wachstumsmarkt für die Zukunft entwickeln. Laut Daten der Swiss Re Group sei der US-amerikanische Lebensversicherungsmarkt mit Prämien von 715 Milliarden US-Dollar der größte weltweit, während der Markt in Deutschland mit 93 Milliarden US-Dollar deutlich kleiner sei.

Sollten die Medikamente wenige Risiken bergen und die Lebenserwartung positiv beeinflussen, könnte dies den Lebensversicherungen zugutekommen. Ebenfalls sei der Krankenversicherungsschutz in den USA zudem ein stark politisiertes Thema. Während die Demokraten tendenziell für eine Ausweitung eintreten, stünden die Republikaner diesem oft kritischer gegenüber. Angesichts des laufenden Präsidentschaftswahlkampfs bleibe die zukünftige Entwicklung des Krankenversicherungsschutzes ungewiss.

Bereits Ende Oktober 2023 sei ein Partizipationszertifikat auf den "Diabetes and Weight Management Basket" eingeführt worden. Dieser Basket umfasse 20 Unternehmen, die von der Entwicklung im Bereich der Gewichtskontrollmedikamente sowie dem Diabetesgeschäft profitieren könnten. Bei der Auswahl der Aktien seien nicht nur die Hersteller von Medikamenten berücksichtigt worden, sondern auch Biotech-Unternehmen und Zulieferer, die in diesem Bereich forschen oder aktiv sind. Dadurch erhielten Anleger die Möglichkeit, während der fünfjährigen Laufzeit des Produkts an den breiten Entwicklungen in diesem Marktsegment teilzuhaben.

Zudem werde eine diversifizierte Länderallokation erreicht, wobei per Ende Juni 2024 die USA mit knapp 50 Prozent, die Schweiz mit 17,5 Prozent und Dänemark mit 16,45 Prozent die größten Anteile hätten. Der Basket werde in USD berechnet, Anleger in dem Partizipationszertifikat trügen u.a. das Markt- und Währungsrisiko der im Basket enthaltenen Aktien.

Eine Investmentidee sei zum Beispiel eine neue Multi Aktienanleihe mit Barriere (Worst-Of) Quanto auf die Aktien von Eli Lilly, Novo Nordisk (ISIN DK0062498333 / WKN A3EU6F) und Pfizer. Die Anleihe könne noch bis zum 14. Oktober 2024 gezeichnet werden.

Die Multi Aktienanleihe mit Barriere (Worst-Of) Quanto sei mit einem Nennbetrag von 1.000,00 EUR sowie einem Kupon von 9,25% p.a. ausgestattet. Der Basispreis betrage 100,00% des Anfänglichen Referenzpreises, d.h. des Schlusskurses der Aktien am 14. Oktober 2024 an den Referenzbörsen NYSE und NASDAQ OMX Copenhagen. Die Barriere liege bei 60,00% des Anfänglichen Referenzpreises. Fällig werde die Anleihe am 24. Oktober 2025.

Korrelationsrisiko: Multi Aktienanleihen mit Barriere (Worst of): Dieser Typ der Aktienanleihen beziehe sich auf mehrere Basiswerte. Damit sei der Grad der Abhängigkeit der Wertentwicklung der Basiswerte voneinander (sog. Korrelation) wesentlich für die Beurteilung des Risikos, dass mindestens ein Basiswert seine Barriere erreiche. Anleger sollten beachten, dass bei mehreren Basiswerten für die Bestimmung des Auszahlungsbetrags der Basiswert maßgeblich sei, der sich während der Laufzeit der Wertpapiere am schlechtesten entwickelt habe (sog. Worst-of-Struktur). Das Risiko eines Verlusts des investierten Kapitals sei daher bei Worst-of-Strukturen wesentlich höher als bei Wertpapieren mit nur einem Basiswert.

Marktrisiko: Die Entwicklung der Aktienkurse der jeweiligen Unternehmen sei von vielen unternehmerischen, konjunkturellen und ökonomischen Einflussfaktoren abhängig, die der Anleger bei der Bildung seiner Marktmeinung zu berücksichtigen habe. Der Aktienkurs könne sich auch anders entwickeln als erwartet, wodurch Verluste entstehen könnten.

Emittenten- / Bonitätsrisiko: Anleger seien dem Risiko ausgesetzt, dass Emittent und Garant ihre Verpflichtungen aus dem Produkt und der Garantie - beispielsweise im Falle einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit / Überschuldung) oder einer behördlichen Anordnung von Abwicklungsmaßnahmen - nicht erfüllen könnten. Eine solche Anordnung durch eine Abwicklungsbehörde könne im Falle einer Krise des Garanten auch im Vorfeld eines Insolvenzverfahrens ergehen. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals sei möglich. Das Produkt unterliege als Schuldverschreibung keiner Einlagensicherung. (Ausgabe vom 02.10.2024) (03.10.2024/alc/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.