Investmentidee: Fährt die Konkurrenz aus Fernost im Elektroauto-Segment davon? - Anleiheanalyse


19.06.24 09:45
Bank Vontobel Europe AG

München (www.anleihencheck.de) - Für Vontobel sind chinesische Autohersteller eine Investmentidee und die Bank Vontobel Europe AG liefert Vorschläge, wie Anleger mit Anleihen von dieser Einschätzung profitieren können.

Die erfolgsverwöhnten deutschen Autobauer würden zunehmend die Konkurrenz aus Fernost fürchten. Vor allem im unteren Preissegment und für die kurzen Reichweiten scheinen chinesische Autohersteller aktuell einen Kostenvorsprung zu genießen, so die Bank Vontobel Europe AG. Der deutsche Automobilkonzern Volkswagen habe Maßnahmen angekündigt und möchte mit bezahlbaren Einsteigermodellen für die Elektromobilität aufwarten. Die Weltpremiere sei für 2027 angesetzt.

Experteneinschätzungen zu Folge sei der chinesische Automobilmarkt längst der Größte Automarkt der Welt mit Blick auf die Anzahl verkaufter Modelle. Laut dem Branchenverband PCA (China Passenger Car Association) sei das Wachstum im Gesamtjahr 2023 um 6 Prozent auf 21,7 Millionen verkaufte Modelle geklettert. Aber auch in Sachen Innovation scheine Fernost die Nase aktuell bei den E-Autos vorn zu haben.

Aufgrund der hohen Bevölkerungsanzahl verfüge China perspektivisch über eine Mittelschicht von mehr als 800 Millionen Menschen. Entsprechend könne der chinesische Binnenmarkt für Elektroautos eine große Absatzmenge an E-Autos vertragen. Dabei würden sich die chinesischen Hersteller nicht nur im Design an ihre inländischen Kunden richten. Für die dicht besiedelte, städtische Infrastruktur in zahlreichen Großstädten seien kompakte Autos mit kurzer Reichweite, die zusätzlich noch preiswert zu haben seien, das richtige Fortbewegungsmittel für viele Menschen.

Der chinesische Marktführer BYD Company, oder kurz BYD, habe mit seinem starken Wachstum im vierten Quartal des letzten Jahres den Branchenprimus Tesla überholen können. Schon jetzt setze der in Shenzhen basierte Automobilhersteller kombiniert mit knapp 2,8 Millionen Fahrzeugen im Jahr 2023 insgesamt mehr Elektroautos (Batterie sowie Plug-In-Hydrid) um, als der E-Auto-Pionier Tesla. Wenngleich angemerkt werden müsse, dass Tesla ausschließlich batteriebetriebene Elektroautos verkaufe. Die namhaften europäischen Autohersteller wie BMW, Volkswagen, Mercedes und Audi hätten von den globalen Absatzzahlen her im Vergleich zur chinesischen Konkurrenz an Boden verloren. Die Gründe dafür seien vielfältiger Natur und würden großer Anstrengungen bedürfen, um den Rückstand wieder aufholen zu können.

Bei der Batterieherstellung sowie dafür notwendigen Komponenten seien für die Automobilhersteller mehrere Faktoren entscheidend: Einer davon sei der Zugang zu den kritischen Rohstoffen (wie zum Beispiel Lithium). Des Weiteren müsse die Fahrzeugentwicklung sowie -herstellung möglichst kosteneffizient erfolgen, damit der Fahrzeugpreis im Vergleich zu den aktuell noch günstigeren Verbrennungsmotoren nicht zu groß werde und das Auto erschwinglich bleibe.

Gemäß einer Analyse des Deutsche Automobil-Clubs, kurz ADAC, seien die Gesamtkosten eines Fahrzeugwechsels für die Konsumenten ausschlaggebend. Für einen erfolgreichen Kaufentscheid für ein Elektroauto müssten alle Kosten berücksichtigt werden: Anschaffungspreis, Betriebs- und Wartungsaufwand sowie der Wertverlust der Fahrzeuge. Je nach Modell und Hersteller lägen manche Elektroautos vorn, häufig aber immer noch das vergleichbare Benzin oder Diesel-Modell.

Chinesische Autobauer hätten einen signifikanten Vorteil gegenüber ihren europäischen Peers sowohl in Bezug auf die Skalierung des Herstellungsprozesses als auch bei den Kosten. Die chinesische Regierung habe den großen Binnenmarkt für Elektroautos stark subventioniert, wodurch inländische Autohersteller Elektroautos zu tieferen Kosten entwickeln und produzieren könnten. Ein weiterer kompetitiver Vorteil sei der gesicherte Zugang zum großen, inländischen Lithiumangebot, einer der kritischen Komponenten für die Herstellung der für E-Autos benötigten Batterien. Außerdem würden die chinesischen Hersteller Elektroautos mit geringen Reichweiten produzieren, die besonders populär und geeignet seien für Chinas dicht besiedelten, städtischen Gebiete.

Führende, deutsche Autobauer wie BMW, Volkswagen oder Mercedes seien international bekannt für die Qualität ihrer Fahrzeuge und hätten lange von ihrer starken Markenwahrnehmung auf der Welt profitiert. Der Fokus der europäischen Autobauer habe allerdings lange eher auf möglichst großen Reichweiten gelegen. Aber auch bei Fragen rund um die Batterie- sowie Ladeinfrastruktur und dem autonomen Fahren hätten die europäischen Autobauer gegenüber der Konkurrenz an Momentum verloren. Dadurch sind die europäischen Autobauer aktuell eher im höherpreisigen Elektroauto-Segment vertreten, bei dem Kunden tendenziell weniger preissensitiv zu sein scheinen und der Fokus mehr auf Performance und zusätzlichen Features liegt, so die Bank Vontobel Europe AG. Allerdings würden die Europäischen Autohersteller zunehmend an Anschluss im günstigeren Einstiegssegment verlieren.

Die Kostenvorteile chinesischer Autohersteller würden den europäischen Giganten zunehmend Schwierigkeiten bereiten. Immer mehr chinesische Hersteller wie BYD oder Great Wall Motor würden nach Europa drängen. Bis spätestens 2026 würden Experten damit rechnen, dass China deutlich mehr Elektrofahrzeuge nach Europa exportierten werde. Mit modernsten Produktionsmethoden und Software könnten chinesische Hersteller ihre Fahrzeuge um circa 30 Prozent schneller entwickeln als die Konkurrenz. Aktuell scheine die Kommunikation zwischen der EU und China rund um das Elektroauto zusätzlich angespannt. Grund dafür seien die gestarteten Untersuchungen seitens der EU gegen einige chinesische Autohersteller, sowie potenzielle Strafzölle auf chinesische Elektroautos. Gegenstand der Untersuchungen seien die mittels Subventionen potenziell verschafften Wettbewerbsvorteile.

Das Wachstum im Elektroautosegment sei stark davon abhängig, wie sich die Gesamtkosten für die Elektroautos perspektivisch entwickeln würden. Im Einstiegssegment scheinen chinesische Automobilhersteller aktuell Skalen- und Kostenvorteile zu haben, berichtet die Bank Vontobel Europe AG. Die namhaften deutschen Hersteller scheinen hier Nachholbedarf zu haben, so die Bank Vontobel Europe AG. Prognosen zu Folge sollten die Absatzzahlen von Elektroautos bis 2035 weiter steigen, weswegen dieser Markt für die Autoindustrie insgesamt von großer Bedeutung sein könnte.

Eine Investmentidee sei zum Beispiel eine neue Multi Aktienanleihe mit Barriere (Worst-Of) Quanto auf die Aktien von BYD, Nio und Xiaomi. Die Anleihe könne noch bis zum 24. Juni 2024 gezeichnet werden. Die Multi Aktienanleihe mit Barriere (Worst-Of) Quanto sei mit einem Nennbetrag von 1.000,00 EUR sowie einem Kupon von 23,00% p.a. ausgestattet. Der Basispreis betrage 100,00% des Anfänglichen Referenzpreises, d.h. des Schlusskurses der Aktie am 24. Juni 2024 an den Referenzbörsen Hong Kong Exchanges and Clearing LTD und NYSE. Die Barriere liege bei 50,00% des Anfänglichen Referenzpreises. Fällig werde die Anleihe am 27. Juni 2025.

Emittenten- / Bonitätsrisiko: Anleger seien dem Risiko ausgesetzt, dass Emittent und Garant ihre Verpflichtungen aus dem Produkt und der Garantie - beispielsweise im Falle einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit / Überschuldung) oder einer behördlichen Anordnung von Abwicklungsmaßnahmen - nicht erfüllen könnten. Eine solche Anordnung durch eine Abwicklungsbehörde könne im Falle einer Krise des Garanten auch im Vorfeld eines Insolvenzverfahrens ergehen. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals sei möglich. Das Produkt unterliege als Schuldverschreibung keiner Einlagensicherung.

Korrelationsrisiko: Protect Multi Aktienanleihen würden sich auf mehrere Basiswerte beziehen, womit der Grad der Abhängigkeit der Wertentwicklung der Basiswerte voneinander (sog. Korrelation) wesentlich für die Beurteilung des Risikos sei, dass mindestens ein Basiswert seine Barriere erreiche. Anleger sollten auch beachten, dass bei mehreren Basiswerten für die Bestimmung des Auszahlungsbetrags in der Regel der Basiswert maßgeblich sei, der sich während der Laufzeit der Wertpapiere am schlechtesten entwickelt habe (sogenannte Worst-of-Strukur), das heiße, dass das Risiko eines Verlustes des investierten Kapitals bei Worst-of-Strukturen wesentlich höher sei als bei Wertpapieren mit nur einem Basiswert.

Der Wert des Zertifikats könne während der Laufzeit durch die marktpreisbestimmenden Faktoren auch deutlich unter den Erwerbspreis fallen, wenn der Wert des Basiswerts falle.

Marktrisiko: Die Entwicklung der Aktienkurse der jeweiligen Unternehmen sei von vielen unternehmerischen, konjunkturellen und ökonomischen Einflussfaktoren abhängig, die der Anleger bei der Bildung seiner Marktmeinung zu berücksichtigen habe. Der Aktienkurs könne sich auch anders entwickeln als erwartet, wodurch Verluste entstehen könnten. (Ausgabe vom 18.06.2024) (19.06.2024/alc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.