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Der Inversion der Zinskurve muss keine Rezession folgen


17.04.19 12:30
Janus Henderson Investors

London (www.anleihencheck.de) - Die gegenwärtigen Marktbedingungen stützen nicht die Behauptung, dass die US-Wirtschaft in Folge der jüngst geschehenen Inversion der Zinskurve auf eine Rezession zusteuern müsse, so Ashwin Alankar, Head of Global Asset Allocation, und Myron Scholes, Chief Investment Strategist bei Janus Henderson Investors.

Die Renditen von US-Staatsanleihen mit dreimonatiger Laufzeit hätten Ende März diejenigen der 10-jährigen überstiegen. Eine solche Umkehrung der Zinskurve sei jeder Rezession seit den 1960er Jahren vorausgegangen. Die Befürchtung sei daher, dass das auch diesmal der Fall sein müsse.

Statt auf eine Wiederholung historischer Statistik zu vertrauen, würden Alankar und Scholes hingegen empfehlen, die objektiven Gründe für die aktuelle Umkehrung zu untersuchen: Sie sei von steigenden Leitzinsen durch die Straffungspolitik der US-Notenbank getrieben worden, was dazu geführt habe, dass die Leitzinsen deutlich über die Inflation hinaus gestiegen seien und das Geld teuer gemacht hätten. Verglichen mit früheren Inversionen sei Geld aber immer noch relativ preiswert.

Es könnte sich als falsch erweisen, der aktuellen Form der US-Zinskurve zuviel Gewicht beizumessen, da sie wahrscheinlich durch eine jahrelange extrem expansive Geldpolitik verzerrt worden sei. Stattdessen sei es vielleicht ratsam, andere Märkte als ein zuverlässigeres Barometer für die wirtschaftliche Lage heranzuziehen. Die Kreditkurven zum Beispiel würden eine ganz andere Geschichte erzählen. Auch die Aktienmärkte würden keine drohende Rezession signalisieren, sondern Wachstum prognostizieren. Die abnormale Form der Zinskurve erfordere also Aufmerksamkeit, aber es gebe für die derzeitige Situation keine historischen Beispiele und wir würden uns in unbekannten Gewässern bewegen. (17.04.2019/alc/a/a)