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Internationale Zinssätze im Aufwärtstrend
26.03.21 15:00
National-Bank AG
Essen (www.anleihencheck.de) - Die internationalen Zinssätze sind angeführt von den US-Sätzen weiter im Aufwärtstrend: Rund um den Globus wird immer deutlicher, dass der wirtschaftliche Einbruch weltweit glimpflicher ablief als zu befürchten stand und die Perspektiven spürbar besser sind als noch vor Monaten von bzw. an den Märkten erwartet, so die Analysten der National-Bank AG.
Vor allem die US-Notenbank sei im Verlauf des letzten Jahres nicht müde geworden zu betonen, dass eine akkommodierende Geldpolitik verfolgt werden solle, solange die durchschnittliche Inflationsrate unterhalb des Inflationsziels von 2% p.a. liege. FED-Chef Powell habe diese Linie zuletzt noch einmal bekräftigt und zugleich betont, dass die FED den Anstieg der Inflation als temporär ansehe.
Aus Sicht der Analysten komme es mit Blick auf die Zinsentwicklung nunmehr vor allem auf die weitere Entwicklung der marktimpliziten Inflationserwartungen an: Die US-Kurve sei derzeit schon überdurchschnittlich steil, d.h. der Zinsabstand zwischen den - im weiteren Verlauf - erwarteten Notenbankvorgaben und den Kapitalmarktrenditen sei bereits weit überdurchschnittlich. Würden die Inflationserwartungen weiter ansteigen, bärge dies die Gefahr, dass der Markt (bzw. letztlich die Realität) die Inflationsanalyse der FED nicht teilte.
Auf dem aktuellen Stand sei allerdings in der Tat davon auszugehen, dass das Gros der Preiseffekte temporärer Natur sein werde. Preisdämpfende Effekte seien auch aufgrund der Dollaraufwertung zu erwarten - sie würden die Verbindung zum international immer noch extrem verhaltenen Inflationsverlauf bilden: Vor allem Europa habe ja immer noch eher ein Deflations- als ein Inflationsproblem! Mit Blick auf die immer größer dimensionierten Fiskalpakete der US-Administration würden die Inflationsgefahren aber grundsätzlich weiter ansteigen.
Auf ihrer letzten Ratssitzung habe die EZB beschlossen, ihre PEPP-Anleihekäufe zu erhöhen, den Gesamtumfang dieses Programms aber bei 1.850 Mrd. Euro zu belassen. Auch behalte sie sich weiterhin vor, den PEPP-Rahmen entweder nicht voll auszuschöpfen oder aber auch zu erhöhen. Damit habe die Bank auf den Anstieg der (risikolosen) Zinssätze (auf minus 0,2%!) reagiert, um einer möglichen "Verschärfung der Finanzierungsbedingungen" zu begegnen. Wie krass sich die Entwicklung in Europa mittlerweile von den USA unterscheide, hätten auch die jüngsten Äußerungen von EZB-Chefvolkswirt Lane deutlich gemacht, der die "Verpflichtung der EZB, das Tempo der Ankäufe deutlich zu erhöhen" hervorgehoben habe.
Auch in Europa seien die Inflationserwartungen zuletzt zwar deutlich gestiegen - der strukturelle Abwärtstrend bleibe davon nach Erachten der Analysten aber unberührt. Insofern habe die EZB ein systematisches Problem, das sie letztlich aus eigener Kraft kaum lösen könne - dafür wären marktorientierte Strukturreformen notwendig. Auch der Ausbau der Fiskalkapazitäten auf EU-Ebene bleibe extrem problematisch.
So habe etwa auch der deutsche Bundesrechnungshof angemerkt, dass "der Wiederaufbaufonds die Europäische Union als Rechts- und Solidargemeinschaft schwächen und die Stabilität der Wirtschafts- und Währungsunion gefährden könnte. Denn mit den vergemeinschafteten Schulden sind erhebliche Haftungsrisiken für die Mitgliedstaaten verbunden. Zudem könnte der Wiederaufbaufonds als Präzedenzfall betrachtet werden, auch Kosten künftiger Krisen auf EU-Ebene zu verlagern. Damit wären Fehlanreize verbunden. Die Bundesregierung sollte daher sicherstellen, dass die gemeinschaftliche Kreditaufnahme unter Umgehung der Fiskalregeln nicht zu einer Dauereinrichtung wird".
Die weitere fiskalische Integration dürfte daher - vollkommen zu Recht - auf erhebliche politische Widerstände treffen - der mit der Währungsunion bereits vergemeinschafteten Geldpolitik dürfte daher auch weiterhin die Aufgabe zukommen, die strukturschwachen Länder der Währungsunion über Wasser zu halten. Die Analysten würden daher auch weiterhin davon ausgehen, dass die EZB im legitimatorischen Windschatten der US-Notenbank in weitere Runden massiver monetärer Alimentation gezwungen werde.
Vor dem Hintergrund der obigen Perspektiven für die Geldpolitik rund um den Globus bleibe das Aufwärtspotenzial für die Kapitalmarktzinssätze vor allem in Europa noch eng begrenzt. Die Analysten würden zwar grundsätzlich davon ausgehen, dass der internationale Zinstrend leicht aufwärts gerichtet sein werde, dies dürfte aber bei Weitem nicht dafür ausreichen, dass die Renditen der richtungsweisenden 10-jährigen Bundesanleihen wieder in den positiven Bereich steigen könnten.
Konkret würden die Analysten auf Jahressicht kaum Aufwärtspotenzial für die 10-jährigen Bundrenditen erwarten, mit Blick auf die kontinuierliche Aufhellung der globalen Perspektiven hätten sie ihre Jahresprognose auf Renditen um - 0,2% zuletzt marginal leicht angehoben. Ihre Projektionen für die 10-jährigen US-Treasuries würden auf Jahressicht hingegen mittlerweile auf Renditen um 1,8% für die richtungsweisenden US-Zinssätze verweisen, sodass die Analysten ihre Projektionen hier einmal mehr nach oben anpassen würden. (26.03.2021/alc/a/a)
Vor allem die US-Notenbank sei im Verlauf des letzten Jahres nicht müde geworden zu betonen, dass eine akkommodierende Geldpolitik verfolgt werden solle, solange die durchschnittliche Inflationsrate unterhalb des Inflationsziels von 2% p.a. liege. FED-Chef Powell habe diese Linie zuletzt noch einmal bekräftigt und zugleich betont, dass die FED den Anstieg der Inflation als temporär ansehe.
Aus Sicht der Analysten komme es mit Blick auf die Zinsentwicklung nunmehr vor allem auf die weitere Entwicklung der marktimpliziten Inflationserwartungen an: Die US-Kurve sei derzeit schon überdurchschnittlich steil, d.h. der Zinsabstand zwischen den - im weiteren Verlauf - erwarteten Notenbankvorgaben und den Kapitalmarktrenditen sei bereits weit überdurchschnittlich. Würden die Inflationserwartungen weiter ansteigen, bärge dies die Gefahr, dass der Markt (bzw. letztlich die Realität) die Inflationsanalyse der FED nicht teilte.
Auf dem aktuellen Stand sei allerdings in der Tat davon auszugehen, dass das Gros der Preiseffekte temporärer Natur sein werde. Preisdämpfende Effekte seien auch aufgrund der Dollaraufwertung zu erwarten - sie würden die Verbindung zum international immer noch extrem verhaltenen Inflationsverlauf bilden: Vor allem Europa habe ja immer noch eher ein Deflations- als ein Inflationsproblem! Mit Blick auf die immer größer dimensionierten Fiskalpakete der US-Administration würden die Inflationsgefahren aber grundsätzlich weiter ansteigen.
Auch in Europa seien die Inflationserwartungen zuletzt zwar deutlich gestiegen - der strukturelle Abwärtstrend bleibe davon nach Erachten der Analysten aber unberührt. Insofern habe die EZB ein systematisches Problem, das sie letztlich aus eigener Kraft kaum lösen könne - dafür wären marktorientierte Strukturreformen notwendig. Auch der Ausbau der Fiskalkapazitäten auf EU-Ebene bleibe extrem problematisch.
So habe etwa auch der deutsche Bundesrechnungshof angemerkt, dass "der Wiederaufbaufonds die Europäische Union als Rechts- und Solidargemeinschaft schwächen und die Stabilität der Wirtschafts- und Währungsunion gefährden könnte. Denn mit den vergemeinschafteten Schulden sind erhebliche Haftungsrisiken für die Mitgliedstaaten verbunden. Zudem könnte der Wiederaufbaufonds als Präzedenzfall betrachtet werden, auch Kosten künftiger Krisen auf EU-Ebene zu verlagern. Damit wären Fehlanreize verbunden. Die Bundesregierung sollte daher sicherstellen, dass die gemeinschaftliche Kreditaufnahme unter Umgehung der Fiskalregeln nicht zu einer Dauereinrichtung wird".
Die weitere fiskalische Integration dürfte daher - vollkommen zu Recht - auf erhebliche politische Widerstände treffen - der mit der Währungsunion bereits vergemeinschafteten Geldpolitik dürfte daher auch weiterhin die Aufgabe zukommen, die strukturschwachen Länder der Währungsunion über Wasser zu halten. Die Analysten würden daher auch weiterhin davon ausgehen, dass die EZB im legitimatorischen Windschatten der US-Notenbank in weitere Runden massiver monetärer Alimentation gezwungen werde.
Vor dem Hintergrund der obigen Perspektiven für die Geldpolitik rund um den Globus bleibe das Aufwärtspotenzial für die Kapitalmarktzinssätze vor allem in Europa noch eng begrenzt. Die Analysten würden zwar grundsätzlich davon ausgehen, dass der internationale Zinstrend leicht aufwärts gerichtet sein werde, dies dürfte aber bei Weitem nicht dafür ausreichen, dass die Renditen der richtungsweisenden 10-jährigen Bundesanleihen wieder in den positiven Bereich steigen könnten.
Konkret würden die Analysten auf Jahressicht kaum Aufwärtspotenzial für die 10-jährigen Bundrenditen erwarten, mit Blick auf die kontinuierliche Aufhellung der globalen Perspektiven hätten sie ihre Jahresprognose auf Renditen um - 0,2% zuletzt marginal leicht angehoben. Ihre Projektionen für die 10-jährigen US-Treasuries würden auf Jahressicht hingegen mittlerweile auf Renditen um 1,8% für die richtungsweisenden US-Zinssätze verweisen, sodass die Analysten ihre Projektionen hier einmal mehr nach oben anpassen würden. (26.03.2021/alc/a/a)


