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Internationale Rentenmärkte unter Abgabedruck, EZB senkt Inflationsausblick
09.12.13 12:07
Union Investment
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - In der abgelaufenen Handelswoche standen die internationalen Rentenmärkte unter Abgabedruck, so die Experten von Union Investment.
Gute Konjunkturdaten hätten am US-Rentenmarkt zu steigenden Renditen geführt. Gleich zu Wochenbeginn habe der frühzyklische Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe seinen Höhenflug der vergangenen Monate fortgesetzt. Für Rückenwind sorge derzeit vor allem die Automobilproduktion.
Im weiteren Wochenverlauf seien zusätzlich einige Daten zum US-Häusermarkt veröffentlicht worden. Auch hier sei der übergeordnete Trend unverändert aufwärts gerichtet. Kurz vor Wochenschluss habe auch noch der vielbeachtete Arbeitsmarktbericht Aufschluss über die Lage der US-Konjunktur gegeben.
Am Mittwoch sei bereits ein unerwartet hoher Stellenaufbau im privaten Sektor gemeldet worden, sodass die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer entsprechend hoch gewesen sei. Mit einem Zuwachs von 203.000 Stellen außerhalb der Landwirtschaft habe der Bericht die hohen Erwartungen sogar noch leicht übertreffen können. Die Arbeitslosenquote sei parallel auf den niedrigsten Stand seit fünf Jahren zurückgegangen.
Zehnjährige US-Schatzanweisungen hätten daraufhin zuletzt bei 2,85 Prozent und damit 10 Basispunkte höher als in der Vorwoche rentiert. Mit den guten Daten steige die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Notenbank FED ihre Anleihekäufe demnächst reduziere.
Auch in Europa hätten die Kurse unter Druck gestanden, da auch hier die wirtschaftlichen Daten ermutigend ausgefallen seien. Sowohl Bundesanleihen als auch Titel aus den Peripherieländern hätten Renditesteigerungen von bis zu 20 Basispunkten verzeichnet.
Italiens oberstes Gericht habe das seit langem umstrittene Wahlgesetzt überraschend für verfassungswidrig erklärt. 2005 habe die damalige Regierung unter Silvio Berlusconi eine Reform verabschiedet, die der Partei mit dem größten Stimmanteil automatisch eine Mehrheit der Sitze im Abgeordnetenhaus garantiere. Gerade bei einem knappen Vorsprung werde der Wahlausgang durch diese "Mehrheitsprämie" verzerrt. Marktteilnehmer hätten diese Nachricht wohlwollend aufgenommen, weil das Urteil des Verfassungsgerichts nun eine längst überfällige Reform erzwinge. Gleichzeitig mache sie Neuwahlen zumindest auf absehbare Zeit unwahrscheinlich.
In ihrer Dezembersitzung habe die Europäische Zentralbank ihren Inflationsausblick noch weiter zurückgenommen. Auf Sicht der kommenden zwei Jahre würden die Währungshüter im Mittel mit einer Teuerungsrate von nur noch 1,3 Prozent rechnen. Das sei die niedrigste Prognose, die es je gegeben habe. Die jüngste Projektion rechtfertige die überraschende Leitzinssenkung aus dem Vormonat und mache gleichzeitig klar, dass die Zinsen noch eine Weile sehr niedrig bleiben würden.
Mit Blick auf weitere mögliche unkonventionelle Maßnahmen sei deutlich geworden, dass ein weiterer Langfristtender nicht als beste Wahl angesehen werde. Experten würden es für denkbar halten, dass die EZB eher Maßnahmen in Betracht ziehen werde, die auch das schwache Kreditgeschäft im Euroraum stimulieren würden. (Ausgabe vom 06.12.2013) (09.12.2013/alc/a/a)
Gute Konjunkturdaten hätten am US-Rentenmarkt zu steigenden Renditen geführt. Gleich zu Wochenbeginn habe der frühzyklische Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe seinen Höhenflug der vergangenen Monate fortgesetzt. Für Rückenwind sorge derzeit vor allem die Automobilproduktion.
Im weiteren Wochenverlauf seien zusätzlich einige Daten zum US-Häusermarkt veröffentlicht worden. Auch hier sei der übergeordnete Trend unverändert aufwärts gerichtet. Kurz vor Wochenschluss habe auch noch der vielbeachtete Arbeitsmarktbericht Aufschluss über die Lage der US-Konjunktur gegeben.
Am Mittwoch sei bereits ein unerwartet hoher Stellenaufbau im privaten Sektor gemeldet worden, sodass die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer entsprechend hoch gewesen sei. Mit einem Zuwachs von 203.000 Stellen außerhalb der Landwirtschaft habe der Bericht die hohen Erwartungen sogar noch leicht übertreffen können. Die Arbeitslosenquote sei parallel auf den niedrigsten Stand seit fünf Jahren zurückgegangen.
Auch in Europa hätten die Kurse unter Druck gestanden, da auch hier die wirtschaftlichen Daten ermutigend ausgefallen seien. Sowohl Bundesanleihen als auch Titel aus den Peripherieländern hätten Renditesteigerungen von bis zu 20 Basispunkten verzeichnet.
Italiens oberstes Gericht habe das seit langem umstrittene Wahlgesetzt überraschend für verfassungswidrig erklärt. 2005 habe die damalige Regierung unter Silvio Berlusconi eine Reform verabschiedet, die der Partei mit dem größten Stimmanteil automatisch eine Mehrheit der Sitze im Abgeordnetenhaus garantiere. Gerade bei einem knappen Vorsprung werde der Wahlausgang durch diese "Mehrheitsprämie" verzerrt. Marktteilnehmer hätten diese Nachricht wohlwollend aufgenommen, weil das Urteil des Verfassungsgerichts nun eine längst überfällige Reform erzwinge. Gleichzeitig mache sie Neuwahlen zumindest auf absehbare Zeit unwahrscheinlich.
In ihrer Dezembersitzung habe die Europäische Zentralbank ihren Inflationsausblick noch weiter zurückgenommen. Auf Sicht der kommenden zwei Jahre würden die Währungshüter im Mittel mit einer Teuerungsrate von nur noch 1,3 Prozent rechnen. Das sei die niedrigste Prognose, die es je gegeben habe. Die jüngste Projektion rechtfertige die überraschende Leitzinssenkung aus dem Vormonat und mache gleichzeitig klar, dass die Zinsen noch eine Weile sehr niedrig bleiben würden.
Mit Blick auf weitere mögliche unkonventionelle Maßnahmen sei deutlich geworden, dass ein weiterer Langfristtender nicht als beste Wahl angesehen werde. Experten würden es für denkbar halten, dass die EZB eher Maßnahmen in Betracht ziehen werde, die auch das schwache Kreditgeschäft im Euroraum stimulieren würden. (Ausgabe vom 06.12.2013) (09.12.2013/alc/a/a)
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