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Interessante Perspektiven bei Anleihen des Finanzsektors
29.01.19 11:45
GAM
Berlin (www.anleihencheck.de) - Im Jahr 2018 sind die Kurse von Unternehmensanleihen aus Industrieländern zwar unter Druck geraten, wir gehen aber davon aus, dass sie sich mit der weiteren Stabilisierung der Märkte erholen werden, so Grégoire Mivelaz, Fondsmanager der GAM Star Credit Opportunities Strategie.
Die Experten würden die aktuellen Bewertungen sowohl auf absoluter als auch auf relativer Basis für attraktiv halten. Das in ihrer Strategie erreichte Spreadniveau werde den guten Fundamentaldaten der gehaltenen Anleihen ihrer Ansicht nach nicht gerecht. Wenn die Kreditqualität gut bleibe und Anleihen vom "Pull-to-Par-Effekt" profitieren würden - was auf Aktien nicht zutreffe -, dürften sich die Kurse in den kommenden sechs bis zwölf Monaten im Zuge der Marktnormalisierung erholen. Angesichts zahlreicher unterschiedlicher Prognosen und verwirrender makroökonomischer Gegenströmungen würden die Experten an ihrem Investmentansatz festhalten und in ein diversifiziertes Portfolio aus streng selektierten Anleihen von qualitativ hochwertigen Unternehmen investieren. Darunter würden sich viele nationale Spitzenreiter befinden, die höhere Renditen abwerfen dürften als in 2018.
Insbesondere den Inhabern nachrangiger Schuldtitel im Finanzsektor komme die weitere Stärkung der Bilanzen als langfristiges Thema sowie der Schuldenabbau zugute. Basel III und die laufenden Stresstests von Banken hätten die Kapitalausstattung für viele Finanzdienstleistungsunternehmen verbessert, sodass sie nun interessante Anlageperspektiven böten. Grundsätzlich seien die Experten der Meinung, dass Einnahmen aus Zinsgutschriften in Zukunft der wesentliche Performancetreiber sein würden. In begrenztem Ausmaß würden sie darüber hinaus auch Kursgewinne erwarten.
Im Folgenden drei Aspekte im Fokus:
Bewertungen und Spreads nachrangiger Schuldtitel
Die Spreadbewegungen nachrangiger Schuldtitel von Banken/Versicherern der Indices:
- AT1s-CoCos (Contingent Convertible Bonds) von Banken: Barclays Bloomberg European Banks CoCo Index (Global) OAS
- Lower-Tier-2 von Banken: Barclays Bloomberg Capital Securities Banking LT2 Index (Global) OAS
- Lower-Tier-2 von Versicherern: Barclays Bloomberg Capital Securities Insurance LT2 Index (Global) OAS
Obwohl der durchschnittliche Prozentsatz des harten Kernkapitals (CET1) von Anfang 2016 bis zum zweiten Quartal 2018 um 140 Basispunkte (Bp.) auf 14,3% gestiegen sei, hätten sich die Spreads nachrangiger Schuldtitel von Banken und Versicherern ausgeweitet. Nach Meinung der Experten hätten Finanzinstitutionen infolge des gestiegenen Kernkapitals an Sicherheit gewonnen, weshalb sie in 2019 eine Spreadeinengung erwarten würden. Darüber hinaus hätten die Experten den Eindruck, dass das Zinsrisiko für AT1-CoCos (Contingent Convertible Bonds) erheblich gesunken sei, seit die Europäische Zentralbank (EZB) die zweite Säule in harte Kapitalanforderungen (die für den maximal ausschüttungsfähigen Betrag maßgeblich seien) und in Kapitalempfehlungen aufgeteilt habe. Damit sei ein größerer Puffer für die regulatorischen Anforderungen geschaffen worden.
Legacy-Tier-1 und -Tier-2-Wertpapiere
Die Strategie der Experten investiere in Legacy-Kapitalinstrumente von Banken mit der Anlagebegründung, dass diese Wertpapiere als regulatorisches Bankkapital auslaufen würden. Wie man habe beobachten können, sei in den letzten Jahren eine Reihe von Wertpapieren zurückgenommen worden, was in Form von Kündigungen (Calls), Rückkaufangeboten oder Umtausch erfolgen könne. Die Experten würden damit rechnen, dass die meisten Kapitalinstrumente bis Ende 2021 mit Ablauf der Übergangsfrist auf die eine oder andere Weise zurückgenommen würden.
AT1-CoCos umwandeln?
Ob ein Kreditnehmer AT1-CoCos umwandle oder nicht, sei in erster Linie eine wirtschaftliche Entscheidung. 2018 hätten sich die Spreads erheblich ausgeweitet, beim EUR-CoCo-Index sogar um 200 BP. Der Markt für nachrangige Finanzanleihen sei sowohl von den negativen Kursbewegungen (die Spreadausweitung) als auch von der darauf folgenden Neubewertung mit Blick auf die unbegrenzte Laufzeit, d.h. wegen des erhöhten Verlängerungsrisikos, beeinträchtigt worden. Hierbei handle es sich um das Risiko, dass Anleihen vom Emittenten nicht zum nächsten Kündigungstermin zurückgenommen würden und der Anleihenkurs damit wahrscheinlich sinke, da die Anleger eine höhere Rendite oder höhere Spreads benötigen würden, um die potenziell längere Haltedauer auszugleichen. (29.01.2019/alc/a/a)
Die Experten würden die aktuellen Bewertungen sowohl auf absoluter als auch auf relativer Basis für attraktiv halten. Das in ihrer Strategie erreichte Spreadniveau werde den guten Fundamentaldaten der gehaltenen Anleihen ihrer Ansicht nach nicht gerecht. Wenn die Kreditqualität gut bleibe und Anleihen vom "Pull-to-Par-Effekt" profitieren würden - was auf Aktien nicht zutreffe -, dürften sich die Kurse in den kommenden sechs bis zwölf Monaten im Zuge der Marktnormalisierung erholen. Angesichts zahlreicher unterschiedlicher Prognosen und verwirrender makroökonomischer Gegenströmungen würden die Experten an ihrem Investmentansatz festhalten und in ein diversifiziertes Portfolio aus streng selektierten Anleihen von qualitativ hochwertigen Unternehmen investieren. Darunter würden sich viele nationale Spitzenreiter befinden, die höhere Renditen abwerfen dürften als in 2018.
Insbesondere den Inhabern nachrangiger Schuldtitel im Finanzsektor komme die weitere Stärkung der Bilanzen als langfristiges Thema sowie der Schuldenabbau zugute. Basel III und die laufenden Stresstests von Banken hätten die Kapitalausstattung für viele Finanzdienstleistungsunternehmen verbessert, sodass sie nun interessante Anlageperspektiven böten. Grundsätzlich seien die Experten der Meinung, dass Einnahmen aus Zinsgutschriften in Zukunft der wesentliche Performancetreiber sein würden. In begrenztem Ausmaß würden sie darüber hinaus auch Kursgewinne erwarten.
Im Folgenden drei Aspekte im Fokus:
Bewertungen und Spreads nachrangiger Schuldtitel
- AT1s-CoCos (Contingent Convertible Bonds) von Banken: Barclays Bloomberg European Banks CoCo Index (Global) OAS
- Lower-Tier-2 von Banken: Barclays Bloomberg Capital Securities Banking LT2 Index (Global) OAS
- Lower-Tier-2 von Versicherern: Barclays Bloomberg Capital Securities Insurance LT2 Index (Global) OAS
Obwohl der durchschnittliche Prozentsatz des harten Kernkapitals (CET1) von Anfang 2016 bis zum zweiten Quartal 2018 um 140 Basispunkte (Bp.) auf 14,3% gestiegen sei, hätten sich die Spreads nachrangiger Schuldtitel von Banken und Versicherern ausgeweitet. Nach Meinung der Experten hätten Finanzinstitutionen infolge des gestiegenen Kernkapitals an Sicherheit gewonnen, weshalb sie in 2019 eine Spreadeinengung erwarten würden. Darüber hinaus hätten die Experten den Eindruck, dass das Zinsrisiko für AT1-CoCos (Contingent Convertible Bonds) erheblich gesunken sei, seit die Europäische Zentralbank (EZB) die zweite Säule in harte Kapitalanforderungen (die für den maximal ausschüttungsfähigen Betrag maßgeblich seien) und in Kapitalempfehlungen aufgeteilt habe. Damit sei ein größerer Puffer für die regulatorischen Anforderungen geschaffen worden.
Legacy-Tier-1 und -Tier-2-Wertpapiere
Die Strategie der Experten investiere in Legacy-Kapitalinstrumente von Banken mit der Anlagebegründung, dass diese Wertpapiere als regulatorisches Bankkapital auslaufen würden. Wie man habe beobachten können, sei in den letzten Jahren eine Reihe von Wertpapieren zurückgenommen worden, was in Form von Kündigungen (Calls), Rückkaufangeboten oder Umtausch erfolgen könne. Die Experten würden damit rechnen, dass die meisten Kapitalinstrumente bis Ende 2021 mit Ablauf der Übergangsfrist auf die eine oder andere Weise zurückgenommen würden.
AT1-CoCos umwandeln?
Ob ein Kreditnehmer AT1-CoCos umwandle oder nicht, sei in erster Linie eine wirtschaftliche Entscheidung. 2018 hätten sich die Spreads erheblich ausgeweitet, beim EUR-CoCo-Index sogar um 200 BP. Der Markt für nachrangige Finanzanleihen sei sowohl von den negativen Kursbewegungen (die Spreadausweitung) als auch von der darauf folgenden Neubewertung mit Blick auf die unbegrenzte Laufzeit, d.h. wegen des erhöhten Verlängerungsrisikos, beeinträchtigt worden. Hierbei handle es sich um das Risiko, dass Anleihen vom Emittenten nicht zum nächsten Kündigungstermin zurückgenommen würden und der Anleihenkurs damit wahrscheinlich sinke, da die Anleger eine höhere Rendite oder höhere Spreads benötigen würden, um die potenziell längere Haltedauer auszugleichen. (29.01.2019/alc/a/a)


