Inflations- und Zinsängste belasten Rentenmarkt


01.02.22 09:45
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Das Geschehen wird dominiert von Inflationsängsten und von der Erwartung, dass die Notenbanken unter Druck stehen und zum zügigen Handeln gezwungen sind, so die Analysten der Helaba.

Zwar sei der Wochenauftakt zunächst von einer wieder zunehmenden Risikoneigung geprägt gewesen, am Ende hätten aber die Inflations- und Zinsängste für Ernüchterung gesorgt. So habe der DAX anfängliche Gewinne nicht vollständig halten können.

Das Inflationsthema und die EZB-Spekulation habe den Rentenmarkt allgemein unter Druck gesetzt und die Renditen hätten zugelegt. Dessen ungeachtet habe die Klärung der politischen Risiken in Italien eine Outperformance der BTPs erzeugen können, nachdem der bisherige Staatspräsident Mattarella nochmals gewählt worden sei und Mario Draghi somit Ministerpräsident bleiben könne. Das Damoklesschwert von Neuwahlen sei zunächst einmal wieder verschwunden.

Auch die Spreadeinengung der Peripherie dürfte den Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) belastet haben, mehr Gewicht aber würden die Analysten der Inflationsthematik beimessen, die auch heute mit den Preiszahlen in Frankreich auf der Agenda bleibe. Zudem sei der Future technisch in schwierigem Fahrwasser und ein neues Kontrakttief sei bei 168,81 markiert worden. Die Indikatorenlage sei nicht einheitlich, trübe sich aber ein. Der DMI stehe auf Verkauf, zudem würden MACD und Stochastik gen Süden drehen. Mit dem neuen Kontrakttief sei Raum für weitergehende Verluste eröffnet worden. Kurse von unter 168 könnten auf technischer Basis nicht ausgeschlossen werden.

Derweil sei die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen wieder in den positiven Bereich und damit nachhaltig aus der monatelangen Seitwärtsrange gestiegen. Nach dem Sprung über die Hürde bei 0,03% komme das Level bei 0,08% in Reichweite und noch höhere Niveaus sollten nicht ausgeschlossen werden.

Die Einflüsse auf den Euro seien uneinheitlich. Zwar liefere der zunehmende Druck auf die EZB Unterstützung, das technische Umfeld sei aber noch immer belastend. So gewinne der Abwärtstrend weiter an Kraft, was der oberhalb von 20 steigende ADX signalisiere, und MACD und DMI stünden auf Verkauf. Die Überverkauftindikation des RSI habe sich wieder verflüchtigt und so mahne nur noch die tiefe Stochastik zur Vorsicht. Noch seien temporäre Erholungen möglich, ohne das übergeordnete Bild in Gefahr zu bringen. Auf Widerstände stoße der Kurs in der Zone 1,1300/16. Rutsche der Euro jedoch unter 1,1121, das Tief der Vorwoche, dann sei der Weg frei, vermutlich bis in den Bereich von 1,10. (01.02.2022/alc/a/a)






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DE0009652644 965264 131,95 € 124,26 €