Erweiterte Funktionen
Inflation und Pensionsverpflichtungen: Wer gewinnt? Wer verliert?
06.07.22 11:15
Insight Investment
London (www.anleihencheck.de) - Der 3. Pension Monitor von Insight Investment, einem globalen Asset- und Risikomanager mit einem Vermögen von 967 Mrd. Euro untersucht die Folgen von Corona, Zinsveränderungen und Inflation auf Pensionsrisiken von Unternehmen.
- Obwohl Unternehmen mit hohen Pensionsrisiken in der Markterholungsphase nach dem Corona-Crash eine bessere Aktienperformance hätten aufweisen können, so habe langfristig die Anomalie Bestand, dass Unternehmen mit niedrigen Pensionsrisiken von den Kapitalmärkten mit Überrenditen "belohnt" würden.
- Aus einer Cashflow-Perspektive erscheine die Betriebsrente sicher: der Großteil des konjunkturellen Risikos werde von den Aktionären und dem Staat getragen.
- Inflation führe zu einer Umverteilung zwischen Aktionären und Fremdkapitalgebern, da die steigende Inflation den Wert der nominalen Schulden schrumpfen lasse. Auch Rentenansprüche, insbesondere wenn sie nominell vereinbart worden seien, würden real an Wert verlieren. Dies werfe die Frage auf, wie Pensionsverpflichtungen in einem inflationären Umfeld betrachtet werden sollten.
Der Insight Pension Monitor untersuche die Pensionsrisiken der DAX- und MDAX-Unternehmen aus einer Kapitalmarktperspektive. Unternehmen mit niedrigem Pensionsrisiko hätten niedrigere Refinanzierungskosten und würden eine deutlich bessere Aktienpreisentwicklung aufweisen als Unternehmen mit hohem Pensionsrisiko. Unternehmensführungen sollten folglich daran interessiert sein, ihr Pensionsrisiko zu reduzieren, so die zentrale Erkenntnis der bisherigen zwei Pension-Monitor-Studien. "Möglicherweise verhalten sich die Märkte beim Einpreisen von Pensionsrisiken nicht immer rational", erkläre Prof. Dr. Olaf Stotz von der Frankfurt School of Finance and Management. Mehr noch: "Selbst bei der Betrachtung von risikoadjustierten Renditen ergibt sich eine deutliche Anomalie: Die Aktienkurse von Unternehmen mit niedrigen Pensionsrisiken entwickeln sich deutlich besser als die von Unternehmen mit hohen Pensionsrisiken. Die theoretische Vorstellung, dass ein Unternehmen mit einem hohen Pensionsrisiko für die Anleger eine "Pensionsrisikoprämie" generieren würde, scheint es in der Praxis also nicht zu geben", ergänze Stotz.
Die 3. Ausgabe des Insight Pension Monitor gehe der Frage nach, wie Inflations- und Zinsänderungen auf die Kapitalmarktindikatoren wirken würden, unter Berücksichtigung etwaiger Wechselwirkungen zwischen Pensionsrisiken und operativem Geschäft. Zudem analysiere er, inwieweit der wirtschaftliche Abschwung in Folge der Corona-Krise die Fähigkeit der Unternehmen einschränke, bestehende oder zukünftige Betriebsrenten zu bedienen.
Für Pensionspläne seien die Realzinsen wegen des Effekts, den die Inflation durch ihren Einfluss auf die künftigen Mitarbeitervergütungen und Rentenanpassungen haben könne, von größerer Bedeutung als Nominalzinsen. Während das letzte Jahrzehnt größtenteils von niedrigen Inflationsraten gekennzeichnet gewesen sei, so habe sich durch den zuletzt deutlichen Inflationsanstieg die Möglichkeit ergeben zu analysieren, wie Veränderungen in den Realzinsen auf die Unternehmen und ihre Pensionsrisiken wirken würden. In einem von hoher Inflation gekennzeichneten Umfeld liege das erwartete Wachstum der Vergütungen tendenziell unter der Inflationsrate. Aktionäre dürften davon profitieren, ganz besonders jene von Unternehmen mit einem hohem Fremdkapitalanteil: Denn eine steigende Inflationsrate bewirke, dass nominale Schulden wertmäßig schrumpfen würden, worüber sich Aktionäre zunächst freuen könnten. Die mit dieser Umverteilung verbundenen Kosten würden auch auf (zukünftige) Rentner abgewälzt, da ihre Pensionsansprüche, vor allem wenn sie nominal vereinbart worden seien, real im Wert sinken würden.
"Da Pensionsverpflichtungen zumindest teilweise Eigenschaften von nominalem Fremdkapital aufweisen, sollten die Aktionäre von Unternehmen mit hohen Pensionsrisiken von einem inflationären Umfeld profitieren. Wenn dieses allerdings, wie aktuell zu befürchten, von Rezessionssorgen begleitet wird, würde dieser positive Effekt wahrscheinlich von anderen, negativen Effekten überlagert werden, da sich eine Rezession stets negativ auf die Unternehmensbilanzen auswirkt", erkläre Wolfgang Murmann, Head of Distribution and Solutions, Deutschland und Österreich bei Insight Investment. (06.07.2022/alc/a/a)
- Obwohl Unternehmen mit hohen Pensionsrisiken in der Markterholungsphase nach dem Corona-Crash eine bessere Aktienperformance hätten aufweisen können, so habe langfristig die Anomalie Bestand, dass Unternehmen mit niedrigen Pensionsrisiken von den Kapitalmärkten mit Überrenditen "belohnt" würden.
- Aus einer Cashflow-Perspektive erscheine die Betriebsrente sicher: der Großteil des konjunkturellen Risikos werde von den Aktionären und dem Staat getragen.
Der Insight Pension Monitor untersuche die Pensionsrisiken der DAX- und MDAX-Unternehmen aus einer Kapitalmarktperspektive. Unternehmen mit niedrigem Pensionsrisiko hätten niedrigere Refinanzierungskosten und würden eine deutlich bessere Aktienpreisentwicklung aufweisen als Unternehmen mit hohem Pensionsrisiko. Unternehmensführungen sollten folglich daran interessiert sein, ihr Pensionsrisiko zu reduzieren, so die zentrale Erkenntnis der bisherigen zwei Pension-Monitor-Studien. "Möglicherweise verhalten sich die Märkte beim Einpreisen von Pensionsrisiken nicht immer rational", erkläre Prof. Dr. Olaf Stotz von der Frankfurt School of Finance and Management. Mehr noch: "Selbst bei der Betrachtung von risikoadjustierten Renditen ergibt sich eine deutliche Anomalie: Die Aktienkurse von Unternehmen mit niedrigen Pensionsrisiken entwickeln sich deutlich besser als die von Unternehmen mit hohen Pensionsrisiken. Die theoretische Vorstellung, dass ein Unternehmen mit einem hohen Pensionsrisiko für die Anleger eine "Pensionsrisikoprämie" generieren würde, scheint es in der Praxis also nicht zu geben", ergänze Stotz.
Die 3. Ausgabe des Insight Pension Monitor gehe der Frage nach, wie Inflations- und Zinsänderungen auf die Kapitalmarktindikatoren wirken würden, unter Berücksichtigung etwaiger Wechselwirkungen zwischen Pensionsrisiken und operativem Geschäft. Zudem analysiere er, inwieweit der wirtschaftliche Abschwung in Folge der Corona-Krise die Fähigkeit der Unternehmen einschränke, bestehende oder zukünftige Betriebsrenten zu bedienen.
Für Pensionspläne seien die Realzinsen wegen des Effekts, den die Inflation durch ihren Einfluss auf die künftigen Mitarbeitervergütungen und Rentenanpassungen haben könne, von größerer Bedeutung als Nominalzinsen. Während das letzte Jahrzehnt größtenteils von niedrigen Inflationsraten gekennzeichnet gewesen sei, so habe sich durch den zuletzt deutlichen Inflationsanstieg die Möglichkeit ergeben zu analysieren, wie Veränderungen in den Realzinsen auf die Unternehmen und ihre Pensionsrisiken wirken würden. In einem von hoher Inflation gekennzeichneten Umfeld liege das erwartete Wachstum der Vergütungen tendenziell unter der Inflationsrate. Aktionäre dürften davon profitieren, ganz besonders jene von Unternehmen mit einem hohem Fremdkapitalanteil: Denn eine steigende Inflationsrate bewirke, dass nominale Schulden wertmäßig schrumpfen würden, worüber sich Aktionäre zunächst freuen könnten. Die mit dieser Umverteilung verbundenen Kosten würden auch auf (zukünftige) Rentner abgewälzt, da ihre Pensionsansprüche, vor allem wenn sie nominal vereinbart worden seien, real im Wert sinken würden.
"Da Pensionsverpflichtungen zumindest teilweise Eigenschaften von nominalem Fremdkapital aufweisen, sollten die Aktionäre von Unternehmen mit hohen Pensionsrisiken von einem inflationären Umfeld profitieren. Wenn dieses allerdings, wie aktuell zu befürchten, von Rezessionssorgen begleitet wird, würde dieser positive Effekt wahrscheinlich von anderen, negativen Effekten überlagert werden, da sich eine Rezession stets negativ auf die Unternehmensbilanzen auswirkt", erkläre Wolfgang Murmann, Head of Distribution and Solutions, Deutschland und Österreich bei Insight Investment. (06.07.2022/alc/a/a)
Aktuelle Kursinformationen mehr >
| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 2,70 % | 1,90 % | 0,80 % | +42,11% | 27.04./22:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| 2,70 % | 1,80 % | |||


