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Inflation in Tschechien und Ungarn geht zurück


13.08.19 10:04
Raiffeisen Capital Management

Wien (www.anleihencheck.de) - Die Inflationsrate in Polen legte im Juni abermals unerwartet kräftig nach zuvor 2,6% p.a. auf 2,9% p.a. zu, so die Experten von Raiffeisen Capital Management in ihrem aktuellen "emreport".

Der Einzelhandel sei zwar erneut robust gewachsen, aber nicht so stark wie erwartet und mit weniger Dynamik als in den Vormonaten.

Anders als in Polen sei die Teuerung in Tschechien im Juni wieder etwas zurückgegangen. Mit 2,7% p.a. liege sie dennoch deutlich über dem 2%-Ziel der Notenbank.

Der von der Opposition beherrschte Senat, das Oberhaus des tschechischen Parlaments, habe für die Amtsenthebung von Präsident Zeman wegen angeblicher Verstöße gegen die Verfassung gestimmt. Unter anderem werfe man ihm vor, die Nominierung mehrerer Minister verfassungswidrig abgelehnt zu haben. Um das Verfahren zur Amtsenthebung voranzutreiben, müssten allerdings 60% der Abgeordneten im Unterhaus dafür votieren, was nach jetzigem Stand sehr unwahrscheinlich sei.

Ähnlich wie in Tschechien sei auch in Ungarn die Inflation zuletzt zurückgegangen. Der jüngste Wert von 3,4% p.a. (nach zuvor 3,9% p.a.) nehme erst einmal Druck von der Notenbank, die ein Inflationsziel von 3 Prozent ansteuere. Die Währungshüter hätten die Zinsen dementsprechend auch unverändert gelassen. Sie würden einen leichten Rückgang sowohl von Inflation als auch Wirtschaftswachstum im weiteren Jahresverlauf sowie im kommenden Jahr erwarten.

Die Aktienmärkte Ungarns und Tschechiens hätten im Juli um jeweils etwas mehr als ein Prozent zugelegt, während die Kurse in Warschau um rund 2 Prozent nachgegeben hätten. (Ausgabe August 2019) (13.08.2019/alc/a/a)