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IWF warnt: Nullzins verleitet Anleger zu riskanten Investments


17.10.19 13:33
FONDS professionell

Wien (www.anleihencheck.de) - Die lockere Geldpolitik der Notenbanken gefährdet die Stabilität des weltweiten Finanzsystems, warnt der Internationale Währungsfonds (IWF), so die Experten von "FONDS professionell".

Anleger würden auf der Suche nach Rendite immer mehr Risiken eingehen.

Niedrige Zinsen seien für die Wirtschaft ein zweischneidiges Schwert: Einerseits würden sie auf kurze Sicht die Konjunktur unterstützen. Andererseits würden sie Anleger dazu zwingen, ins Risiko zu gehen, wenn sie noch Rendite auf ihr Kapital erzielen wollten. Nun warne der Internationale Währungsfonds (IWF) vor den Folgen der Niedrigzinspolitik. Investitionen in riskantere und weniger liquide Anlagen würden zu "Schwächen" führen, die "düstere Folgen für die globale Finanzstabilität" haben könnten, heiße es in dem neuen Finanzstabilitätsbericht des IWF. Das schreibe das Nachrichtenportal "Spiegel Online".

Die Schwachstellen im Finanzsystem würden zunehmen, was mittelfristig ein Risiko für das Wachstum darstelle, fürchte der IWF. In einigen riskanten Märkten habe die Suche institutioneller Investoren nach höheren Renditen bereits zu übertriebenen Bewertungen geführt. "Die politischen Entscheidungsträger müssen dringend handeln, um die finanziellen Verwundbarkeiten anzugehen, die den nächsten Abschwung verschärfen", heiße es "Spiegel Online" zufolge in dem IWF-Bericht.

Verschuldung der Unternehmen steige

Sorgen bereite dem IWF auch die Tatsache, dass sich viele Unternehmen weltweit immer mehr verschulden würden. Sollte es zu einer Krise kommen, könnten etwa 40 Prozent aller Unternehmensschulden in acht wichtigen Volkswirtschaften - darunter die USA und einige Staaten der Europäischen Union - in Gefahr sein. Das gelte selbst dann, falls ein Crash nur halb so stark ausfallen sollte wie bei der globalen Finanzkrise 2008/2009. Insgesamt gehe es laut IWF dabei um rund 19 Billionen US-Dollar. (17.10.2019/alc/a/a)