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Hochzinsanleihen können 2014 positiv überraschen


07.04.14 16:48
Meriten IM

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Hochzinsanleihen könnten die Anlageklasse mit der besten Performance des Jahres 2014 innerhalb des Fixed-Income-Universums werden - so lautet ein Fazit des Rentenmarktreports "Navigating the Curve" von fünf BNY-Mellon-Investmentboutiquen, darunter die deutsche Meriten Investment Management, so die Experten von Meritem IM.

"Es gibt derzeit noch Gründe, warum die attraktive Performance von Hochzinsanleihen anhalten könnte", sage Alexis Renault, Leiter High Yield bei Meriten Investment Management. Ein erfolgreiches Investieren setze aber eine sorgfältige Auswahl der Einzeltitel voraus.

Anleihen mit kurzer Duration würden ebenfalls weiter nachgefragt, meine Alexis Renault. "Die Investoren setzen auf defensive Produkte. Das hat zwei Ursachen. Zum einen besteht die Gefahr, dass die Zinsen steigen. Zum anderen sind die Risikoaufschläge in den vergangenen Monaten abgeschmolzen. Bis sie wieder auf ein überdurchschnittliches Niveau zurückkehren, hat der Markt noch Wachstumspotenzial. Dabei sprechen wir von einem Zeitraum von etwa zwei bis vier Jahren", so Renault. Mit seinem Portfolio setze der High Yield-Experte auf eine durchschnittliche Duration von 15 Monaten.

Insgesamt würden festverzinsliche Produkte ein attraktives Anlagesegment bleiben, so das Ergebnis des Fixed-Income-Reports. Allerdings seien die Kaufgelegenheiten nicht mehr so offensichtlich wie in der Vergangenheit. Es komme zunehmend auf flexible Strategien und das Ausnutzen taktischer Potenziale an. In ihrem Report würden die Experten daher verschiedene Anleiheformen und ihre Chancen in einem zunehmend herausfordernden Rentenmarkt beleuchten.

Gute Chancen würden die Experten der BNY-Mellon-Boutiquen etwa bei den Schwellenländeranleihen sehen. In diesem Segment hätten der Anlagezeitpunkt, die US-Konjunktur und die Geldpolitik maßgeblich über den Erfolg des Investments entschieden. "Wir sehen an den Märkten für Schwellenländeranleihen aktuell attraktive Einstiegsniveaus. Entscheidend dabei ist jedoch das richtige Timing", sage Anleihemanager Colm McDonagh von Insight Investment Management Ltd., einer in London ansässigen BNY-Mellon-Boutique.

"Unternehmensanleihen aus Schwellenländern sind derzeit überaus günstig bewertet. Anleger halten sich jedoch wegen der politischen Lage und mit Blick auf die Volatilität zurück. Entsprechend besteht hier eine attraktive Chance. Die Frage ist jedoch, wann und - wichtiger noch - wo sollte man einsteigen?"

Die Bostoner Investmentboutique Standish Mellon Asset Management stelle für dieses Jahr eine moderate Erholung der Schwellenländermärkte in Aussicht. Innerhalb dieses differenzierten Marktes mit seinen sehr unterschiedlichen Volkswirtschaften bestünden jedoch nach wie vor Wachstumsrisiken. Aus Anlegersicht dürfte ein anziehendes Wachstum in den Industrieländern sowohl der Konjunktur als auch der Kreditqualität in den Schwellenländern einen Schub verleihen. Kurzfristig sollte das höhere Handelsaufkommen die Zahlungsbilanzen vieler Exportländer verbessern, da die externe Nachfrage stärker anziehe als die interne. Langfristig dürften die besseren Wachstumsaussichten in den USA und anderen Ländern zu höheren ausländischen Direktinvestitionen in Schwellenländer führen.

Auch wenn der Jahresauftakt 2014 für die Schwellenländermärkte aufgrund des Drucks auf die lokalen Währungen holprig ausgefallen sei, bleibe Standish mit Blick auf die Volatilität relativ gelassen. "Die öffentlichen Haushalte der Schwellenländer reagieren heute weniger empfindlich auf eine Währungsabwertung als in der Vergangenheit, in der die Länder ihre Kredite mehrheitlich in US-Dollar aufnahmen", sage Urban Larson, Produktspezialist bei Standish. "Wir rechnen nicht damit, dass die Währungsschwankungen eine Zahlungsbilanzkrise in den Schwellenländern auslösen werden, wie es möglicherweise in der Vergangenheit passiert wäre. Darüber hinaus notieren die meisten Schwellenländerwährungen nahe oder unterhalb ihres langfristigen fairen Wertes", so Larson.

McDonagh von Insight Investment gehe davon aus, dass die Währungen noch einige Zeit unter Druck stehen könnten. Aus dieser Überkorrektur dürften letztlich aber attraktive Anlagechancen entstehen. (07.04.2014/alc/a/a)