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High Yield unter Druck - Selektives Vorgehen nötig


22.09.25 10:47
Candriam

Brüssel (www.anleihencheck.de) - Nicolas Jullien, Global Head of Fixed Income bei Candriam, analysiert in seinem Marktkommentar die ausgeprägte transatlantische Entkopplung an den Zinsmärkten und deren Auswirkungen auf verschiedene Anlageklassen.

Während die Renditen von US-Staatsanleihen deutlich nachgegeben hätten, hätten die Zinsen in der Eurozone seitwärts tendiert - ein Spiegelbild unterschiedlicher wirtschaftlicher Entwicklungen und geldpolitischer Erwartungen.

Die wichtigsten Aussagen im Überblick:

• Transatlantische Zinsdivergenz: US-Renditen würden am kurzen Ende wegen schwächerem Arbeitsmarkt und Zinssenkungserwartungen fallen, Euro-Zinsen würden stabil bleiben - EZB erreiche "weiche Landung"

• US-Staatsanleihen: Positive Einschätzung bei kürzeren Laufzeiten - drei Zinssenkungen eingepreist, Spielraum für weitere Renditerückgänge trotz Inflationsrisiken durch Zölle

• Eurozone: Leitzins bis Dezember bei 2 Prozent erwartet - niedriges Wachstum, aber Rezession vermieden, faire Bewertung der Zinsen

• Spread-Produkte: Performance primär von Kapitalflüssen getrieben - Divergenz zwischen sich verbessernden Investment-Grade- und verschlechternden High-Yield-Kennzahlen

• Kreditmärkte: Euro-Investment-Grade bevorzuge gegenüber US-Pendant - Euro-High-Yield und Wandelanleihen auf neutral hochgestuft, selektiver Ansatz entscheidend

• Schwellenmärkte: Lokale Währungsanleihen würden von US-Dollar-Schwäche und hohen Realrenditen - Hartwährungsanleihen auf historisch niedrigen Spread-Niveaus profitieren

• Länderallokation: Übergewichtung Spanien, Bulgarien, Slowenien - Vorsicht bei Frankreich wegen politischer Instabilität und Haushaltsrisiken

• Währungsstrategie: Vorsichtiger Ausblick für den US-Dollar - Long Yen als defensive Absicherung, Norwegische Krone mit Aufholpotenzial, Pfund negativ eingeschätzt (22.09.2025/alc/a/a)