Erweiterte Funktionen
High Yield: Besserer Marktzugang für EM-Emittenten
27.03.24 12:15
Janus Henderson Investors
London (www.anleihencheck.de) - 2024 gab es bisher neben einem insgesamt konstruktiven Marktumfeld eine starke Nachfrage nach Anleiheemissionen innerhalb des EMD-HC-Universums, so Thomas Haugaard und Sorin Pirău, Portfolio Manager bei Janus Henderson Investors.
Hier sei es zu einer deutlichen Spread-Verengung gekommen. Die aggregierten Spreads seien zu dem historisch engen Niveau der letzten zehn Jahre zurückgekehrt (Stand: 29. Februar 2024). Außerdem sei eine gewisse Spread-Verengung (High Yield gegenüber Investment Grade) und ein Rückgang der Standardabweichung der Spreads im EMD-HC-Universum zu beobachten gewesen, wie der JP Morgan EMBI Global Diversified (EMBIGD) zeige.
Der Rückgang der Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen von ihrem Höchststand im 4. Quartal 2023 und die generell hohe Nachfrage der Anleger nach Neuemissionen Anfang 2024 hätten neben einer allgemeinen Risikobereitschaft dazu geführt, dass einige der schwächeren Länder mit niedrigerem Rating aus dem EM-HC-Universum, die fast zwei Jahre lang von den internationalen Anleihemärkten verdrängt worden seien, wieder Marktzugang hätten.
Schwellenländer, die 2024 erfolgreich den Anleihemarkt betreten hätten:
Elfenbeinküste. Im Januar 2024 habe die Elfenbeinküste zwei Eurobonds im Gesamtwert von 2,6 Mrd. US-Dollar emittiert. Die eine Anleihe, eine neunjährige nachhaltigkeitsgebundene Anleihe (Sustainability-Linked Bond, SLB), sei mit einer Rendite von 7,875% und die zweite Anleihe, eine herkömmliche Eurobond-Anleihe, mit einer Rendite von 8,5% (mit Kupons von 7,625% bzw. 8,25%) bepreist worden. Berichten zufolge sei die Nachfrage dreifach überzeichnet gewesen. Diese Emission, die die Finanzierungsengpässe des Landes verringern werde, sei die erste Emission eines Frontier-Landes in Subsahara-Afrika (SSA) seit fast zwei Jahren.
Die Elfenbeinküste habe Anfang März 2024 eine weitere gute Nachricht erhalten: Moody's habe ihre Bonität heraufgestuft. Die langfristigen Emittentenratings in Landes- und Fremdwährung sowie die vorrangigen unbesicherten Ratings in Fremdwährung seien von Ba3 auf Ba2 angehoben worden (zwei Stufen unter Investment Grade). Die Heraufstufung sei durch eine robuste Wirtschaft und steigende Investitionen des Privatsektors untermauert worden, was zu einer Rally bei den Staatsanleihen des Landes in US-Dollar geführt habe. Das Rating von Standard & Poor's (S&P) für das Land laute BB minus mit stabilem Ausblick.
Benin. Anfang Februar 2024 habe Benin eine Anleihe mit einem Volumen von 750 Mio. US-Dollar mit einer Laufzeit bis 2038 und einer Rendite von 8,375% (Kupon von 7,96%) emittiert. Die erste US-Dollar-Anleihe des westafrikanischen Landes sei mehr als sechsmal überzeichnet gewesen und habe eine Nachfrage von 5 Milliarden US-Dollar verzeichnet. Benin habe ein Single-B-Rating und habe in den letzten Monaten von der Genehmigung einer IWF-Fazilität (Resilienz- und Nachhaltigkeitsfazilität) im Wert von rund 200 Mio. US-Dollar profitiert. Mit der Anleiheemission sollten die Finanzierungsquellen des Landes für Entwicklungszwecke diversifiziert werden. Benin sei eine der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften in Subsahara-Afrika und dürfte im Zeitraum 2024-25 ein durchschnittliches BIP-Wachstum von 6,1% erreichen.
Kenia. Mitte Februar 2024 habe Kenia erfolgreich eine auf 1,5 Mrd. US-Dollar lautende Anleihe auf den internationalen Märkten platziert. Die Rendite bei der Emission habe bei etwas über 10% gelegen (Kupon von 9,75%), was einige Bedenken hinsichtlich der Staatsfinanzen des Landes habe aufkommen lassen. Die überzeichnete Emission habe jedoch dazu beigetragen, die Befürchtungen in Bezug auf eine Belastung der Devisenreserven des Landes und einen möglichen Ausfall eines bestehenden Eurobonds über 2 Mrd. US-Dollar, der im Juni 2024 fällig werde, zu verringern.
Die Verringerung des kurzfristigen Ereignisrisikos in Kenia dürfte es den politischen Entscheidungsträgern ermöglichen, sich stärker auf die Haushaltskonsolidierung zu konzentrieren das Land auf bessere strukturelle Beine für ein nachhaltiges Wachstum zu stellen. Kenia verfüge seit dem 9. Februar 2024 über ein Single-B-Rating von S&P mit negativem Ausblick.
Montenegro. Anfang März 2024 habe das westliche Balkanland bei seiner ersten Emission 750 Mio. US-Dollar eingesammelt. Die Nachfrage der Anleger habe sich auf insgesamt 4,6 Mrd. US-Dollar belaufen, mehr als das Sechsfache des angebotenen Volumens. Montenegro verfüge über ein Single-B-Rating, und die Rating-Aussichten seien von Standard & Poor's im März 2024 von stabil auf positiv angehoben worden. Die geliehenen Mittel würden zur Tilgung von Altschulden und zur Begleichung der Steuerschulden im laufenden Jahr verwendet.
Brasilien. Im Vergleich zur Marktöffnung in Subsahara-Afrika (SSA) sei die Emission einer Doppeltranche im Wert von 4,5 Mrd. US-Dollar durch Brasilien - einem weiteren High-Yield-Land - im Januar 2024 zwar weniger bedeutend, aber dennoch erwähnenswert. Die Doppelemission sei unmittelbar nach der Anhebung des langfristigen Credit Ratings Brasiliens Ende Dezember 2023 erfolgt (von BB-minus auf BB durch Standard and Poor's), nachdem das Land eine strukturelle Steuerreform verabschiedet habe.
Die Experten würden glauben, dass die Frontier-Märkte der EM innerhalb ihres Spektrums weiterhin einige attraktiven Carry und relative Value Positionen bieten würden. Trotz der anhaltenden Abflüsse, die sie 2024 im Bereich der EMD-HC insgesamt gesehen hätten, seien die Experten der Ansicht, dass diese Anlageklasse weiter an Bedeutung gewinne. Und das obwohl die Anleger in letzter Zeit eher Anleihen der Industrieländer und - innerhalb der EM - Lokalwährungsanleihen bevorzugen würden, die vergleichsweise empfindlicher auf eine veränderte Wirtschaftslage reagieren würden.
Die Gründe hierfür seien unter anderem die große Diskrepanz zwischen den Prognosen für das Wirtschaftswachstum in den Industrie- und den Schwellenländern, die Haushaltskonsolidierung und die Wirtschaftsreformen in mehreren EMs, die erhebliche Untergewichtung dieser Anlageklasse in globalen Portfolios und der positive Kreislauf, der sich aus der zunehmenden Offenheit der Kapitalmärkte für immer mehr Kredite ergebe (ein großer Vorteil für Anleihen mit Renditen von 8 bis 10% und darüber). Die Experten wären nicht überrascht, wenn es in der zweiten Jahreshälfte 2024 zu einer Trendwende bei den Kapitalflüssen käme. (27.03.2024/alc/a/a)
Hier sei es zu einer deutlichen Spread-Verengung gekommen. Die aggregierten Spreads seien zu dem historisch engen Niveau der letzten zehn Jahre zurückgekehrt (Stand: 29. Februar 2024). Außerdem sei eine gewisse Spread-Verengung (High Yield gegenüber Investment Grade) und ein Rückgang der Standardabweichung der Spreads im EMD-HC-Universum zu beobachten gewesen, wie der JP Morgan EMBI Global Diversified (EMBIGD) zeige.
Der Rückgang der Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen von ihrem Höchststand im 4. Quartal 2023 und die generell hohe Nachfrage der Anleger nach Neuemissionen Anfang 2024 hätten neben einer allgemeinen Risikobereitschaft dazu geführt, dass einige der schwächeren Länder mit niedrigerem Rating aus dem EM-HC-Universum, die fast zwei Jahre lang von den internationalen Anleihemärkten verdrängt worden seien, wieder Marktzugang hätten.
Schwellenländer, die 2024 erfolgreich den Anleihemarkt betreten hätten:
Elfenbeinküste. Im Januar 2024 habe die Elfenbeinküste zwei Eurobonds im Gesamtwert von 2,6 Mrd. US-Dollar emittiert. Die eine Anleihe, eine neunjährige nachhaltigkeitsgebundene Anleihe (Sustainability-Linked Bond, SLB), sei mit einer Rendite von 7,875% und die zweite Anleihe, eine herkömmliche Eurobond-Anleihe, mit einer Rendite von 8,5% (mit Kupons von 7,625% bzw. 8,25%) bepreist worden. Berichten zufolge sei die Nachfrage dreifach überzeichnet gewesen. Diese Emission, die die Finanzierungsengpässe des Landes verringern werde, sei die erste Emission eines Frontier-Landes in Subsahara-Afrika (SSA) seit fast zwei Jahren.
Die Elfenbeinküste habe Anfang März 2024 eine weitere gute Nachricht erhalten: Moody's habe ihre Bonität heraufgestuft. Die langfristigen Emittentenratings in Landes- und Fremdwährung sowie die vorrangigen unbesicherten Ratings in Fremdwährung seien von Ba3 auf Ba2 angehoben worden (zwei Stufen unter Investment Grade). Die Heraufstufung sei durch eine robuste Wirtschaft und steigende Investitionen des Privatsektors untermauert worden, was zu einer Rally bei den Staatsanleihen des Landes in US-Dollar geführt habe. Das Rating von Standard & Poor's (S&P) für das Land laute BB minus mit stabilem Ausblick.
Kenia. Mitte Februar 2024 habe Kenia erfolgreich eine auf 1,5 Mrd. US-Dollar lautende Anleihe auf den internationalen Märkten platziert. Die Rendite bei der Emission habe bei etwas über 10% gelegen (Kupon von 9,75%), was einige Bedenken hinsichtlich der Staatsfinanzen des Landes habe aufkommen lassen. Die überzeichnete Emission habe jedoch dazu beigetragen, die Befürchtungen in Bezug auf eine Belastung der Devisenreserven des Landes und einen möglichen Ausfall eines bestehenden Eurobonds über 2 Mrd. US-Dollar, der im Juni 2024 fällig werde, zu verringern.
Die Verringerung des kurzfristigen Ereignisrisikos in Kenia dürfte es den politischen Entscheidungsträgern ermöglichen, sich stärker auf die Haushaltskonsolidierung zu konzentrieren das Land auf bessere strukturelle Beine für ein nachhaltiges Wachstum zu stellen. Kenia verfüge seit dem 9. Februar 2024 über ein Single-B-Rating von S&P mit negativem Ausblick.
Montenegro. Anfang März 2024 habe das westliche Balkanland bei seiner ersten Emission 750 Mio. US-Dollar eingesammelt. Die Nachfrage der Anleger habe sich auf insgesamt 4,6 Mrd. US-Dollar belaufen, mehr als das Sechsfache des angebotenen Volumens. Montenegro verfüge über ein Single-B-Rating, und die Rating-Aussichten seien von Standard & Poor's im März 2024 von stabil auf positiv angehoben worden. Die geliehenen Mittel würden zur Tilgung von Altschulden und zur Begleichung der Steuerschulden im laufenden Jahr verwendet.
Brasilien. Im Vergleich zur Marktöffnung in Subsahara-Afrika (SSA) sei die Emission einer Doppeltranche im Wert von 4,5 Mrd. US-Dollar durch Brasilien - einem weiteren High-Yield-Land - im Januar 2024 zwar weniger bedeutend, aber dennoch erwähnenswert. Die Doppelemission sei unmittelbar nach der Anhebung des langfristigen Credit Ratings Brasiliens Ende Dezember 2023 erfolgt (von BB-minus auf BB durch Standard and Poor's), nachdem das Land eine strukturelle Steuerreform verabschiedet habe.
Die Experten würden glauben, dass die Frontier-Märkte der EM innerhalb ihres Spektrums weiterhin einige attraktiven Carry und relative Value Positionen bieten würden. Trotz der anhaltenden Abflüsse, die sie 2024 im Bereich der EMD-HC insgesamt gesehen hätten, seien die Experten der Ansicht, dass diese Anlageklasse weiter an Bedeutung gewinne. Und das obwohl die Anleger in letzter Zeit eher Anleihen der Industrieländer und - innerhalb der EM - Lokalwährungsanleihen bevorzugen würden, die vergleichsweise empfindlicher auf eine veränderte Wirtschaftslage reagieren würden.
Die Gründe hierfür seien unter anderem die große Diskrepanz zwischen den Prognosen für das Wirtschaftswachstum in den Industrie- und den Schwellenländern, die Haushaltskonsolidierung und die Wirtschaftsreformen in mehreren EMs, die erhebliche Untergewichtung dieser Anlageklasse in globalen Portfolios und der positive Kreislauf, der sich aus der zunehmenden Offenheit der Kapitalmärkte für immer mehr Kredite ergebe (ein großer Vorteil für Anleihen mit Renditen von 8 bis 10% und darüber). Die Experten wären nicht überrascht, wenn es in der zweiten Jahreshälfte 2024 zu einer Trendwende bei den Kapitalflüssen käme. (27.03.2024/alc/a/a)


