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Heute im Fokus: US-Industriestimmung


16.10.25 09:30
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - In Zeiten, in denen der Staat seine Aufgaben, hier insbesondere die Informationsbereitstellung, nicht erfüllt, wie derzeit in den USA, weil er aus politischem Kalkül gelähmt ist, gilt der Blick der Finanzmarktakteure vermehrt den "soft data", also umfragebasierten Indikatoren, und Reden von Notenbankern, so die Analysten der Helaba.

Zum Glück seien die regionalen Feds als Basis des Federal Reserve Systems keine Bundesbehörden und daher vom "shutdown" nicht betroffen. So sei gestern der Empire-State-Index der Fed in New York veröffentlicht worden und heute stehe das Pendant der Fed von Philadelphia an. Sie gäben erste Hinweise auf die Stimmungslage des Verarbeitenden Gewerbes. Während beide Indizes in der Vergangenheit vergleichbare Entwicklungen absolviert hätten, habe sich in den letzten Jahren nicht nur eine erhöhte Volatilität gezeigt, sondern auch ein verstärktes, wenn auch nur temporäres, Auseinanderlaufen der Zeitreihen. Zuletzt im September sei der New Yorker Index deutlich abgerutscht, wohingegen in Philadelphia die Stimmung sichtbar gestiegen sei. Der gestern veröffentlichte Empire-State-Index habe sich im Oktober wieder kräftig in den positiven Bereich erholen können. Beim Philly-Fed-Index werde heute ein Rücksetzer erwartet, sodass sich die Schere zwischen den Indizes wieder schließen solle. Alles in allem machten die Indikatoren mit den unterschiedlichen Entwicklungen nicht nur auf die insgesamt mäßige Perspektive des Verarbeitenden Gewerbes der USA aufmerksam, sondern wohl auch auf die hohe Verunsicherung im Zusammenhang mit der (Außen-)Wirtschaftspolitik des Trump-Regimes. Angesichts dessen blieben die Zinssenkungserwartungen bezüglich der Fed wohl bestehen. Marktseitig sei sowohl für Ende dieses Monats als auch für Mitte Dezember eine Lockerung um jeweils 25 Basispunkte fast vollständig eskomptiert. Die anstehenden Reden von Fed-Vertretern änderten daran wohl kaum etwas, nachdem Fed-Chef Powell jüngst die Abwärtsrisiken am Arbeitsmarkt als signifikant bezeichnet und sich damit in Richtung Zinssenkung positioniert habe. (16.10.2025/alc/a/a)