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Heute im Fokus: Frankreich, Shutdown, Zinserwartungen


09.10.25 08:30
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Regierungskrise in Frankreich scheint vorerst beigelegt zu sein, da es dem zurückgetretenen Premierminister Lecornu doch noch gelungen ist, eine Lösung der Krise herbeizuführen und ein Regierungsbündnis zu schmieden, berichten die Analysten der Helaba.

Er zeige sich optimistisch, dass bis zum Jahresende ein Haushalt verabschiedet werden könne. Wie tragfähig das Bündnis sei, bleibe abzuwarten. Neuwahlen oder gar ein Rücktritt von Staatspräsident Macron gebe es aber nicht, sodass ein Unsicherheitsfaktor beseitigt sei. Im Gegensatz dazu setze sich die Haushaltssperre in den USA fort. Der Shutdown dauere inzwischen eine Woche, und seit dieser Zeit ließen wichtige Arbeitsmarktzahlen auf sich warten. Heute stünden die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe im Kalender, die bereits in der Vorwoche nicht gemeldet werden konnten. Dabei gebe es bei den Erstanträgen eine interessante Entwicklung: Nachdem diese Anfang September unerwartet deutlich gestiegen seien, sei es in den Wochen darauf zu einem kräftigen Rückgang gekommen. Ein größerer Schwungverlust am Arbeitsmarkt lasse sich davon eigentlich nicht ableiten. Die erhöhte Volatilität der Zeitreihe stimme aber skeptisch.

Die Zinserwartungen bezüglich der US-Notenbank hätten sich zuletzt nicht groß verändert. Einer Senkung im Oktober werde eine Wahrscheinlichkeit von knapp 100 % beigemessen, und auch im Dezember rechne man mehrheitlich mit einem weiteren Schritt, wenngleich dieser nicht vollständig eingepreist sei. Im Gegensatz dazu zeichne sich bei der Europäischen Zentralbank bis auf weiteres ein unverändertes Leitzinsniveau ab. Einer Senkung bis zum Jahresende werde eine nur kleine Restwahrscheinlichkeit beigemessen. Dies liege wohl auch daran, dass bei der EZB weitgehend Einigkeit über den geldpolitischen Kurs bestehe. Das derzeitige Leitzinsniveau werde von den meisten EZB-Vertretern als angemessen bezeichnet. (09.10.2025/alc/a/a)