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Heute im Fokus: EWU-Teuerung gruselt EZB nicht


31.10.25 08:36
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Notenbanken haben mit ihren zinspolitischen Entscheidungen in dieser Woche nicht überrascht, so die Analysten der Helaba.

Die US-Notenbank habe die Leitzinsen gesenkt und mit dem Verweis auf Arbeitsmarktrisiken die Tür für weitere Lockerungen offengehalten. Zudem sei das Ende von QT bereits ab Dezember verkündet worden. Allerdings hätten sich die Akteure insgesamt nicht begeistert, sondern eher verschreckt gezeigt, denn der Fed-Chef bezeichne eine Zinssenkung im Dezember als "keine ausgemachte Sache". Die sehr hohen Zinserwartungen seien damit unter Druck gekommen und hätten andere Marktsegmente mit nach unten gezogen.

Währenddessen hätten sich die EZB und die Bank von Japan mit einer ruhigen Hand gezeigt. Die Zinsen seien nicht verändert worden. Auch sei die Geldpolitik laut EZB-Präsidentin Lagarde derzeit gut positioniert. Die teilweise über den Erwartungen liegenden BIP-Zuwächse würden die Erwartung untermauern, dass zunächst nicht mit weiteren Lockerungen der europäischen Zinszügel zu rechnen sei.

Die EWU-Inflation bewege sich im Zielbereich der EZB und die heute, an Halloween, anstehenden Daten würden die Notenbanker wohl nicht zum Gruseln bringen, auch wenn die Kerninflation noch immer auf einem leicht erhöhten Niveau liege.

Die Frage, ob die deutschen Einzelhandelsumsätze mehr Süßes oder Saures mit sich brächten, werde bereits am Morgen geklärt. Jüngste Nachrichten aus der Branche ließen hoffen, ebenso wie die Tatsache, dass die Lohnentwicklung zuletzt die durch die Inflation gerissene reale Lücke auszubügeln vermocht habe.

Jedoch sei das GfK-Konsumklima eher düster ausgefallen und zeige, dass negative Überraschungen weiterhin zum Datenkranz dazu gehören würden. (31.10.2025/alc/a/a)