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Heute im Fokus: EWU-Spreads


04.11.25 09:30
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Über einen längeren Zeitraum haben die 10-jährigen EWU-Spreads gegenüber Bundesanleihen auch von der Spekulation auf sinkende EZB-Leitzinsen profitiert, berichten die Analysten der Helaba.

Dieser Effekt sei ausgelaufen, nachdem die EZB zunächst in eine abwartende Haltung übergegangen sei. Die große Ausnahme sei Frankreich, das wegen der Haushaltsdebatte in einer politischen Krise stecke. Entgegen den europäischen Trends habe sich der französische Risikoaufschlag in den letzten Jahren ausgeweitet. Noch immer bestehe die Gefahr, dass auch die zweite Regierung Lecornu mit einem Haushaltsgesetz scheitere. Intensive Gespräche würden in dieser Woche geführt. Ungeachtet der schwierigen Lage in Frankreich und dem Ende der Zinssenkungsspekulationen habe sich die Einengungstendenz bei den anderen EWU-Spreads in den letzten Wochen fortgesetzt. Teilweise positiv überraschende Konjunkturdaten (vor allem in Spanien) dürften ihren Teil dazu beigetragen haben.

Marktteilnehmer müssten sich bezüglich der US-Wirtschaft weiterhin auf Daten privater Organisationen verlassen, und diese oftmals umfragebasierten Zahlen gäben nur ein unvollständiges Bild der wirtschaftlichen Realitäten. Je länger der Behördenstillstand andauere, desto größer werde die Verunsicherung über den tatsächlichen Zustand der Volkswirtschaft. Das Risiko von Fehlallokationen an den Finanzmärkten steige. Auch die Geldpolitik operiere teilweise im Daten-Blindflug. Ob sich Fed-Vize Bowman heute kritisch zu dieser Situation äußere, sei offen, gelte sie doch als eine dem Trump-Lager nahestehende Fed-Vertreterin. (04.11.2025/alc/a/a)