Heidelberger Druck-Anleihe: Hohe Rendite bei erhöhtem Risiko


29.11.11 09:17
Anleihencheck Research

Westerburg (anleihencheck.de) - Der Analyst Sven Krupp von Anleihencheck Research hält die Anleihe (ISIN DE000A1KQ1E2 / WKN A1KQ1E) des Druckmaschinenherstellers Heidelberger Druck (ISIN DE0007314007 / WKN 731400) für ein spekulatives, aber sehr interessantes Investment.

Heidelberger Druck gelte als Marktführer in der Druckindustrie. Das Unternehmen biete umfassende Lösungen in den Bereichen Bogenoffsetdruck, Digitaldruck sowie in der Fertigung anspruchsvoller Teile und Baugruppen im Präzisionsmaschinenbau an.

Anfang November habe der Konzern seine Zahlen für das erste Halbjahr 2011/12 bekannt gegeben. Demnach habe der Umsatz mit 1,18 Mrd. Euro (wechselkursbereinigt: 1,21 Mrd. Euro) in etwa auf Vorjahresniveau (1,20 Mrd. Euro) gelegen. Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit ohne Sondereinflüsse habe auf -21 Mio. Euro verbessert werden können, nach -41 Mio. Euro im Vorjahr. Beim Nachsteuerergebnis sei ein Verlust von 66 Mio. Euro verbucht worden, nach einem Verlust von 88 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Nach wie vor sei es Heidelberger Druck nicht gelungen, in die Gewinnzone zurückzukehren. Dabei mache dem Unternehmen das derzeit unsichere Wirtschaftsumfeld zu schaffen, auch sei die erhoffte Markterholung nicht so stark ausgefallen wie erwartet. Mithilfe eines Effizienzsteigerungsprogramms wolle die Unternehmensführung zurück zur Profitabilität finden.

Nach Ansicht der Analysten von Anleihencheck Research sind die publizierten Halbjahreszahlen schwach ausgefallen und auch der Ausblick bleibt gedämpft. Der Quartalsbericht spiegle das momentan sehr schwierige Marktumfeld für den Druck-Markt wider. Mehr und mehr Unternehmen würden mittlerweile lieber auf Online-Werbung setzen und auch die rasche Wirtschaftsabkühlung laste auf das stark zyklische Geschäft des Unternehmens.

Diese Woche sei bekannt geworden, dass der Konkurrent manroland Insolvenz angemeldet habe. Das Unternehmen gehöre neben Heidelberger Druck zu den führenden Firmen der Branche. Daran erkenne man, wie schlecht es der Branche derzeit gehe. Doch da Heidelberger Druck finanziell noch relativ gut aufgestellt sei, dürfte der Konzern von der Insolvenz profitieren. Zum einen dürften nun einige Kunden zu Heidelberger Druck wechseln und zum anderen biete dies auf mittlere Sicht mehr Spielraum für Preiserhöhungen. Damit erscheine die Rückkehr zur Profitabilität in den kommenden ein bis zwei Jahren durchaus möglich.

Insgesamt halten die Analysten von Anleihencheck Research die oben genannte Anleihe von Heidelberger Druck für ein spekulatives, aber sehr interessantes Investment für Renditejäger. Sollte es nicht zu einer Rezession kommen und sich die Weltwirtschaft im kommenden Jahr wieder stabilisieren, dürfte es auch bei Heidelberger Druck wieder aufwärts gehen und somit auch die Anleihe weiter bedient werden.

Das Papier habe noch eine Laufzeit bis zum 15.04.2018 und sei mit einem Kupon von 9,250 Prozent ausgestattet. Auf Basis des gestrigen Schlusskurses von 63,25 Prozent entspreche dies einer jährlichen Rendite von rund 22%. (29.11.2011/alc/a/a)