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Günstiges Finanzmarkt-Umfeld konfrontiert mit unberechenbarem Spielverderber
30.10.20 12:00
Fisch Asset Management
Zürich (www.anleihencheck.de) - Die aktuelle Entwicklung der globalen Konjunktur und der Finanzmärkte ist durch eine zunehmende "Reflationierung" des Systems geprägt, so Beat Thoma, CIO bei Fisch Asset Management in Zürich.
Dabei führe die äußerst lockere Geldpolitik der Zentralbanken zu einer Kombination von leicht höheren Inflationserwartungen, stärkerem Güterkonsum und Wirtschaftswachstum sowie tendenziell höheren langfristigen Zinsen. Diese Entwicklung verlaufe aber sehr moderat und kontrolliert. Man erkenne derzeit keine Übertreibungen oder Ausreißbewegungen. Insgesamt ergebe dies ein günstiges Umfeld für Finanzmärkte, da sowohl die monetären als auch die konjunkturellen Triebkräfte in einem gesunden Gleichgewicht seien.
Ein unberechenbarer Spielverderber werde zunehmend die starke zweite Covid-19-Welle. Die Entwicklung sei sehr gefährlich und könnte außer Kontrolle geraten. Insbesondere in Europa und in den USA sehe man aktuell enorme Unsicherheiten, die sich negativ auf die Finanzmärkte auswirken könnten. Es gebe aber verschiedene Lichtblicke: Die Einführung von Impfstoffen schon im Dezember werde immer wahrscheinlicher. Die Phase-III-Tests seien abgeschlossen und die Zulassungen würden näher rücken. Ein Vergleich mit der Spanischen Grippe von 1918/1919 zeige, dass es damals auch zu einer starken zweiten Welle im Herbst 1918 gekommen sei, die aber Ende Oktober ihren Höhepunkt überschritten habe, obwohl keine Impfstoffe zu Verfügung gestanden hätten. Auch würden die Todesfallraten in den meisten Ländern auf tiefem Niveau bleiben und zwei wirksame Medikamente sowie bessere Therapiemethoden seien bereits in der Anwendung. Zudem sei in absehbarer Zeit mit neuen, erfolgversprechenden Antikörpermedikamenten zu rechnen.
Generell seien die Bewertungen der Finanzmärkte in Anbetracht der tiefen Zinsen in einem neutralen Bereich. Beispielsweise lägen die Dividendenrenditen noch immer rund 1,8 Prozentpunkte über den Geldmarktzinsen. Dies stelle im historischen Vergleich eine hohe Risikoprämie dar. Auch an den Märkten für Unternehmensanleihen würden derzeit keine größeren Übertreibungen existieren. In verschiedenen Emerging Markets würden sich sogar interessante Anlagegelegenheiten finden. Eine Ausnahme würden die Staatsanleihenmärkte bilden, die teuer bewertet seien und durch die leicht höheren Inflationserwartungen unter Druck stünden. Allerdings würden im Moment noch positive Kräfte wirken, die einen Zinsanstieg dämpfen würden.
Trotz diesem insgesamt günstigen aktuellen Umfeld würden die Experten neutral positioniert bleiben, bis mehr Klarheit über die weitere Entwicklung der Covid-19-Pandemie und die US-Präsidentschaftswahlen herrsche. (Ausgabe vom 29.10.2020) (30.10.2020/alc/a/a)
Dabei führe die äußerst lockere Geldpolitik der Zentralbanken zu einer Kombination von leicht höheren Inflationserwartungen, stärkerem Güterkonsum und Wirtschaftswachstum sowie tendenziell höheren langfristigen Zinsen. Diese Entwicklung verlaufe aber sehr moderat und kontrolliert. Man erkenne derzeit keine Übertreibungen oder Ausreißbewegungen. Insgesamt ergebe dies ein günstiges Umfeld für Finanzmärkte, da sowohl die monetären als auch die konjunkturellen Triebkräfte in einem gesunden Gleichgewicht seien.
Generell seien die Bewertungen der Finanzmärkte in Anbetracht der tiefen Zinsen in einem neutralen Bereich. Beispielsweise lägen die Dividendenrenditen noch immer rund 1,8 Prozentpunkte über den Geldmarktzinsen. Dies stelle im historischen Vergleich eine hohe Risikoprämie dar. Auch an den Märkten für Unternehmensanleihen würden derzeit keine größeren Übertreibungen existieren. In verschiedenen Emerging Markets würden sich sogar interessante Anlagegelegenheiten finden. Eine Ausnahme würden die Staatsanleihenmärkte bilden, die teuer bewertet seien und durch die leicht höheren Inflationserwartungen unter Druck stünden. Allerdings würden im Moment noch positive Kräfte wirken, die einen Zinsanstieg dämpfen würden.
Trotz diesem insgesamt günstigen aktuellen Umfeld würden die Experten neutral positioniert bleiben, bis mehr Klarheit über die weitere Entwicklung der Covid-19-Pandemie und die US-Präsidentschaftswahlen herrsche. (Ausgabe vom 29.10.2020) (30.10.2020/alc/a/a)


