Großbritannien: Inflationsdruck etwas abnehmend


01.12.23 08:35
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Das britische BIP stagnierte im 3. Quartal gemäß der Erstschätzung, so die Analysten von Postbank Research.

Damit könnte die britische Wirtschaft einer technischen Rezession knapp entgangen sein.

Der PMI der Dienstleistungen habe sich im Oktober leicht auf 49,5 Punkte erholt, der Industrie-PMI auf 44,8 Punkte. Beide Bereiche würden somit unterhalb der Expansionsschwelle verbleiben.

Im Oktober sei die Inflationsrate etwas stärker als erwartet von 6,7 auf 4,6 Prozent gesunken - hauptsächlich aufgrund der Anpassung der Energiepreisobergrenze. Auch die Kerninflationsrate sei - wenngleich nicht so stark - von 6,1 auf 5,7 Prozent gefallen.

Die Arbeitslosenquote habe bei 4,0 Prozent verharrt. Der Anstieg der durchschnittlichen Löhne und Gehälter habe sich weiter von 8,2 auf 7,9 Prozent (zum Vorjahr) abgeschwächt, sei damit jedoch deutlich über den prognostizierten 7,3 Prozent geblieben.

Die Bank of England (BoE) habe den Leitzins Anfang November bei 5,25 Prozent belassen, was die Mehrheit der Marktteilnehmer als Zinsgipfel der BoE ansehe. Eine weitere Zinsanhebung werde nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 25 Prozent eingepreist, während die erste Zinssenkung für September 2024 eingepreist werde.

Das Pfund habe zum Euro zuletzt bis auf EUR/GBP 0,878 abgewertet, habe sich aber nach Vorlage des Herbstbudgets erholt, das Fiskalhilfen vorsehe. Es könnte auf Sicht von sechs Monaten noch etwas leichter bei EUR/GBP 0,89 notieren, sofern die BoE ihren Zinszyklus tatsächlich bereits beendet habe. (Währungsbulletin Dezember 2023) (01.12.2023/alc/a/a)