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Großbritannien-Anleihen: Sicherheit ist nicht alles!
26.07.12 15:07
Anleihencheck Research
Westerburg (www.anleihencheck.de) - Nach Meinung des Analysten von Anleihencheck Research, Henning Wagener, ist die Anleihe (ISIN GB0008931148 / WKN 406990) des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Nordirland auch für stark sicherheitsorientierte Investoren nicht attraktiv.
Die Staatsanleihe, emittiert vom Vereinigten Königreich von Großbritannien und Nordirland, sei mit einem Kupon von 8,75 Prozent ausgestattet, laufe noch bis zum 25.08.2017 und weise eine anlegerfreundliche Stückelung von 0,01 auf. Beim aktuellen Kurs von 141,13 Prozent biete das Papier aber lediglich eine jährliche Rendite von 0,53 Prozent. Sowohl die Anleihe als auch der Emittent seien von der Ratingagentur Moody's mit der Bestnote von "Aaa" bewertet. Damit bestehe nach Einschätzung von Moody's bezüglich der Verbindlichkeiten des Emittenten nur ein minimales Kreditrisiko. Da die Anleihe allerdings in Britischen Pfund notiere, müssten Anleger bei einem etwaigen Investment auch das Währungsrisiko berücksichtigen.
Im Zuge der sich wieder zuletzt verschärften europäischen Schuldenkrise seien Anleger fast schon verzweifelt auf der Suche nach als sicher geltenden Anlagealternativen. Dabei würden aus Angst vor Verlusten auch überaus niedrige Verzinsungen bereitwillig in Kauf genommen. Ein solches als besonders sicher geltendes Land sei zum Beispiel Großbritannien, da das Land von der Ratingagentur Moody's mit der Bestnote "Aaa" bewertet werde.
Aber auch in Großbritannien sei nicht alles Gold, was glänzt. So sei die Wirtschaftsentwicklung zuletzt ziemlich schwach gewesen. Das britische Bruttoinlandsprodukt sei im zweiten Quartal nach Angaben der britischen Statistikbehörde National Statistics erneut gesunken. So habe man im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal einen Rückgang des BIP in Höhe von 0,7 Prozent ermittelt. Im ersten Quartal sei die Wirtschaftsleistung in Großbritannien bereits um 0,3 Prozent gesunken, während sie im vierten Quartal 2011 um 0,4 Prozent gefallen sei. Damit befinde sich das Land in einer Rezession.
Auf der anderen Seite habe es zuletzt aber auch wieder einige Lichtblicke gegeben. So sei der britische Einzelhandelsumsatz im Juni im Vormonatsvergleich immerhin um 0,1 Prozent gestiegen. Für Mai sei allerdings noch ein Zuwachs um 1,5 Prozent ausgewiesen worden. Gleichzeitig seien die Einzelhandelspreise im Juni mit abgebremstem Tempo gestiegen. So seien die Preise auf Jahressicht nur noch um 2,8 Prozent geklettert, nach 3,1 Prozent im Mai. Gleichzeitig habe sich auch die britische Inflationsrate im Juni reduziert. So sei sie auf 2,4 Prozent gefallen, nach 2,8 Prozent im Mai und beachtlichen 4,2 Prozent im Juni 2011. Damit sei das Inflationsziel der Bank of England nur noch moderat überboten worden.
Die britische Regierung habe zwar das Haushaltsdefizit gesenkt, es dürfte aber in diesem Jahr mit etwa 8 Prozent des BIP immer noch über den Maastrichtkriterien von 3 Prozent liegen. Auch die Staatsverschuldung dürfte in den kommenden Jahren weiter ansteigen auf vermutlich über 90 Prozent des BIP.
Alles in Allem könne festgehalten werden, dass Großbritannien grundsätzlich weiterhin zu den stabileren Ländern in Europa gezählt werden könne. Allerdings sei die wirtschaftliche Lage des Landes deutlich instabiler als etwa in der Bundesrepublik Deutschland. (Analyse vom 26.07.2012) (26.07.2012/alc/a/a)
Dieser Bericht wurde von Anleihencheck Research ausschließlich zu Informationszwecken erstellt. Die in diesem Bericht enthaltenen Angaben, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung der mit der Erstellung dieses Berichtes betrauten Personen zu Redaktionsschluss. Anleihencheck Research behält sich in diesem Zusammenhang das Recht vor, jederzeit Änderungen oder Ergänzungen vorzunehmen. Die Vervielfältigung, Weiterleitung und Verteilung von Texten oder Textteilen dieses Berichtes ist ausdrücklich untersagt. Anleihencheck Research übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Genauigkeit der im Bericht enthaltenen Informationen und/oder für das Eintreten der Prognosen.
Dieser Bericht richtet sich ausschließlich an Marktteilnehmer, die in der Lage sind, ihre Anlageentscheidungen eigenständig zu treffen und sich dabei nicht nur auf die Analysen und Prognosen von Anleihencheck Research stützen. Dieser Bericht ist unverbindlich und stellt weder ein Angebot zum Kauf der genannten Produkte noch eine Anlageempfehlung dar.
Die Staatsanleihe, emittiert vom Vereinigten Königreich von Großbritannien und Nordirland, sei mit einem Kupon von 8,75 Prozent ausgestattet, laufe noch bis zum 25.08.2017 und weise eine anlegerfreundliche Stückelung von 0,01 auf. Beim aktuellen Kurs von 141,13 Prozent biete das Papier aber lediglich eine jährliche Rendite von 0,53 Prozent. Sowohl die Anleihe als auch der Emittent seien von der Ratingagentur Moody's mit der Bestnote von "Aaa" bewertet. Damit bestehe nach Einschätzung von Moody's bezüglich der Verbindlichkeiten des Emittenten nur ein minimales Kreditrisiko. Da die Anleihe allerdings in Britischen Pfund notiere, müssten Anleger bei einem etwaigen Investment auch das Währungsrisiko berücksichtigen.
Im Zuge der sich wieder zuletzt verschärften europäischen Schuldenkrise seien Anleger fast schon verzweifelt auf der Suche nach als sicher geltenden Anlagealternativen. Dabei würden aus Angst vor Verlusten auch überaus niedrige Verzinsungen bereitwillig in Kauf genommen. Ein solches als besonders sicher geltendes Land sei zum Beispiel Großbritannien, da das Land von der Ratingagentur Moody's mit der Bestnote "Aaa" bewertet werde.
Aber auch in Großbritannien sei nicht alles Gold, was glänzt. So sei die Wirtschaftsentwicklung zuletzt ziemlich schwach gewesen. Das britische Bruttoinlandsprodukt sei im zweiten Quartal nach Angaben der britischen Statistikbehörde National Statistics erneut gesunken. So habe man im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal einen Rückgang des BIP in Höhe von 0,7 Prozent ermittelt. Im ersten Quartal sei die Wirtschaftsleistung in Großbritannien bereits um 0,3 Prozent gesunken, während sie im vierten Quartal 2011 um 0,4 Prozent gefallen sei. Damit befinde sich das Land in einer Rezession.
Die britische Regierung habe zwar das Haushaltsdefizit gesenkt, es dürfte aber in diesem Jahr mit etwa 8 Prozent des BIP immer noch über den Maastrichtkriterien von 3 Prozent liegen. Auch die Staatsverschuldung dürfte in den kommenden Jahren weiter ansteigen auf vermutlich über 90 Prozent des BIP.
Alles in Allem könne festgehalten werden, dass Großbritannien grundsätzlich weiterhin zu den stabileren Ländern in Europa gezählt werden könne. Allerdings sei die wirtschaftliche Lage des Landes deutlich instabiler als etwa in der Bundesrepublik Deutschland. (Analyse vom 26.07.2012) (26.07.2012/alc/a/a)
Dieser Bericht wurde von Anleihencheck Research ausschließlich zu Informationszwecken erstellt. Die in diesem Bericht enthaltenen Angaben, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung der mit der Erstellung dieses Berichtes betrauten Personen zu Redaktionsschluss. Anleihencheck Research behält sich in diesem Zusammenhang das Recht vor, jederzeit Änderungen oder Ergänzungen vorzunehmen. Die Vervielfältigung, Weiterleitung und Verteilung von Texten oder Textteilen dieses Berichtes ist ausdrücklich untersagt. Anleihencheck Research übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Genauigkeit der im Bericht enthaltenen Informationen und/oder für das Eintreten der Prognosen.
Dieser Bericht richtet sich ausschließlich an Marktteilnehmer, die in der Lage sind, ihre Anlageentscheidungen eigenständig zu treffen und sich dabei nicht nur auf die Analysen und Prognosen von Anleihencheck Research stützen. Dieser Bericht ist unverbindlich und stellt weder ein Angebot zum Kauf der genannten Produkte noch eine Anlageempfehlung dar.


