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Griechenland - Wann ist das Maß voll?
05.03.15 16:55
Baader Bank
Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Das Jahr ist zwar erst etwas mehr als zwei Monate alt, aber dennoch zeichnet sich schon jetzt eine Tendenz für das "Unwort des Jahres 2015" ab, zumindest unter Börsianern. Denn diese reagieren inzwischen allergisch auf alle Begrifflichkeiten, die im Zusammenhang mit Griechenland stehen, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.
Auch in den nächsten Monaten werde sich alles um die Themen "Grexit" oder "Non-Grexit" drehen. Für Politiker scheine "Grexit" das Wort zu sein, das man noch nicht aussprechen möchte, aber innerhalb der Bevölkerung der EU wachse der Unmut über das Verhalten der griechischen Regierung sowie in Teilen ihrer Bevölkerung stetig. Dass die Griechen Ende 2014 ihrer Regierung 76 Mrd. EUR an Steuern schulden und gleichzeitig gegen Sparbeschlüsse und für mehr Unterstützung durch das Ausland demonstrieren würden, löse einfach nur noch kollektives "Kopfschütteln" in den anderen Eurostaaten aus.
Finanznot könne kein Grund für eine weitere Lockerung der Reformbemühungen sein, habe auch Finanzminister Wolfgang Schäuble klar gemacht. Des Weiteren würden die Ausführungen des griechischen Finanzministers Gianis Varoufakis in die falsche Richtung weisen, dass man die Reformvorschläge extra schwammig formuliert habe, um jedem Politiker die Möglichkeit einzuräumen, seiner Fantasie freien Lauf zu lassen.
Gepaart mit den griechischen Worten "Sie wissen, dass wir es nicht haben" bezüglich der nahenden Rückzahlung endfälliger Anleihen, frage man sich immer öfter: "Wann ist das Maß voll und unsere Geduld am Ende?" Im Sport gebe es meist nicht unendlich viele Verlängerungen, aber im EU-Finanzpoker mit Athen scheine es neue Spielregeln zu geben. Nach der Verlängerung der Verlängerung werde jetzt die Verlängerung der Verlängerung der Verlängerung in Angriff genommen. Ob das sinnvoll sei, würden die nächsten Wochen zeigen.
Über das Ziel eines solchen Umgangs mit seinen Euro-Partnern könne nur gemutmaßt werden. Da unsere Politiker in der Vergangenheit blauäugig auf alle Sanktionsmaßnahmen im Vertragswerk zur Wirtschafts- und Währungsgemeinschaft verzichtet haben, wird alles auf einen Kompromiss mit Athen hinauslaufen, so die Analysten der Baader Bank. Denn "Rauswerfen" sei nicht vorgesehen und somit komme eine Denkweise zum Tragen, die Eltern von studierenden Kindern hinlänglich bekannt sei.
Man einige sich nach zähen Verhandlungen auf ein Budget, entlasse die Kinder in die "Freiheit", und fordere eine Anpassung der Lebensgewohnheiten - Arbeit in Verbindung mit Studium - ohne das große Ziel - Aufbau einer gesicherten Existenz - aus den Augen zu verlieren. So oder so ähnlich werde es aller Voraussicht auch mit Athen kommen. Da man kein Euroland vor die Tür setzen könne, werde es nur die Möglichkeit geben, Griechenland den freiwilligen Austritt auf Zeit, gegebenenfalls mit einem Schuldenerlass auf Dauer, schmackhaft zu machen. Vier spannende Monate liegen also vor uns, so die Analysten der Baader Bank.
Heute sei es endlich soweit. Nachdem der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) am 22. Januar 2015 den Ankauf von Staatsanleihen beschlossen habe, würden die Marktteilnehmer auf der heutigen Pressekonferenz in Nikosia auf Zypern einige Details zu erfahren hoffen. Denn bisher sei noch nicht final festgelegt, wann mit dem Ankauf begonnen werde. Nur so viel stehe fest: Ab März dieses Jahres sollten monatlich für 60 Mrd. EUR Anleihen angekauft werden.
Wie wichtig die Klärung wesentlicher Details solcher Programme sei, könnten die Notenbanker der Bank of Japan (BoJ) erläutern, denn im April 2013 hätten sich die Renditen der zehnjährigen Staatsanleihen verdoppelt - unter anderem infolge der mangelhaften Erläuterung bei einer Aufstockung des QE, welche Papiere unter welchen Bedingungen und zu welchem Zeitpunkt angekauft werden könnten. Solche Fehler sollten sich nicht mehr wiederholen, aber ob der gewünschte Effekt - Einfrieren niedriger Refinanzierungskosten - auf Dauer erreicht werden könne, müsse abgewartet werden.
In der Theorie höre es sich ganz einfach an. Die Notenbanken würden monatlich Anleihen in einem vorher festgelegten Volumen aufkaufen. Aber in der Praxis müssten die Spielregeln festgelegt werden. Für welche Staaten und bei welchen Schwellenwerten würden die Notenbanken intervenieren? Wer lege diese Werte fest? Würden die Spreads gegenüber anderen Staaten vernachlässigt? Wer koordiniere und was passiere, wenn die finanziellen Mittel nicht ausreichen würden bzw. zum Erreichen der Schwellenwerte nicht notwendig seien?
Fragen über Fragen! Nicht zuletzt aus diesem Grunde habe Roberto A. De Santis, ein Ökonom der EZB, eine Methode entwickelt, um die einzelnen Komponenten, die zu einem Renditeanstieg bei Staatsanleihen führen würden, zu analysieren und somit OMT-Staatsanleihekäufe gezielt einzusetzen. Denn das von EZB-Präsident Draghi ins Spiel gebrachte "Redominationsrisiko" werde nicht so einfach zu beziffern sein.
Grundsätzlich bestehe die Gefahr, dass die Marktteilnehmer die Notenbanken einem Belastungstest unterziehen würden. Noch vor wenigen Wochen wäre man sich sicher gewesen, dass es dabei nur einen Sieger geben könnte, aber nach der Entscheidung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) sei klar geworden, auch Notenbanken hätten eine Schmerzgrenze. Somit seien also volatile Märkte vorprogrammiert.
In diesem Zusammenhang sei auch darauf hingewiesen, dass sich die Renditen südeuropäischer Staatsanleihen nahe ihrem Rekordtief befinden würden und gleichzeitig die Banken des Euroraums so viele Staatsanleihen im Bestand hätten wie nie zuvor. Im Gesamtjahr 2014 hätten die Banken ihren Besitz an Staatsanleihen nach Daten der EZB um 9,1% erhöht und im Januar 2015 sei nochmals investiert worden. Ob diese Bestände gänzlich den gesetzlichen Vorgaben geschuldet seien oder auch Vorkäufe mit Blick auf QE beinhalten würden, werde erst rückwirkend zu beurteilen sein.
Sollte aber der zweite Aspekt eine Rolle gespielt haben und Banken die erzielten Gewinne möglichst gefahrenlos heben wollen, so berge genau dieses Szenario die größte Gefahr für den Gesamtmarkt. Allerdings werde auf der anderen Seite an der Emissionstätigkeit Deutschlands deutlich, dass zwar 2015 Anleihen im Volumen von 147 Mrd. EUR begeben würden, aber gleichzeitig damit endfällige Anleihen im Volumen von 135 Mrd. EUR ersetzt würden. So belaufe sich aus deutscher Sicht das neu zur Verfügung stehende Volumen im Jahre 2015 auf nur 15 Mrd. EUR. Solche Gedankenspiele würden dann wiederum sehr schnell in einer weiter künstlichen Materialverknappung mit steigenden Preisen enden.
Der stetige Aufwärtstrend bei dänischen Anleihen sei gebrochen. Nachdem die dänische Nationalbank im Februar mit einer massiven Intervention am Devisenmarkt eine Aufwertung der Dänischen Krone (DKK) im Handel mit dem Euro verhindert habe, seien die Kurse dänischer Staatsanleihen hinter ihre Zwölfmonatshochs, die noch in der ersten Februarhälfte erreicht worden seien, zurückgefallen.
So sei der Kurs einer bis 11/2021 laufenden dänischen Staatsanleihe (ISIN DK0009922676 / WKN A1GK8S) auf ein Niveau von rund 120,35% gesunken. Das Zwölfmonatshochs des Titels, der einen 3,0%-Kupon trage, sei am 13.02. mit 121,91% erreicht worden. Auch ein Bond (ISIN DK0009918138 / WKN 413690) aus Kopenhagen mit Fälligkeit 11/2024 notiere nun auf einem Niveau von ca. 165,75% und damit unter dem Jahreshoch von 169,17%, das ebenfalls am 13.02. erreicht worden sei. Im Februar habe die Notenbank in Kopenhagen in einem Volumen von insgesamt 168,7 Mrd. DKK (22,6 Mrd. EUR) interveniert. Zuletzt habe der Kurs für einen Euro bei 7,4550 DKK gelegen.
Zuvor habe die Notenbank mit Zinssenkungen um die Anbindung der dänischen Währung an den Euro gekämpft. So sei Anfang Februar der Zins für Bankeinlagen um weitere 0,25 Punkte auf minus 0,75% gesenkt worden, was die vierte Zinssenkung innerhalb von zweieinhalb Wochen gewesen sei.
Nachdem vergangene Woche bei der Bad Bank der Hypo Alpe Adria, die neuerdings Heta Asset Resolutions genannt werde, eine Finanzlücke von bis zu 7,6 Mrd. EUR entdeckt worden sei, habe die Finanzmarktaufsicht FMA das Kommando bei der Pleitebank übernommen. Sofort sei die Rückzahlung ausstehender Hypo-Anleihen bis Mai 2016 auf Eis gelegt worden. Mit diesem Schritt, der nicht als Konkurs gelte, habe Österreich Zeit gewonnen, um mit den Gläubigern über einen milliardenschweren Schuldenschnitt zu verhandeln.
Mit dem seit Januar geltenden Bankensanierungs- und Abwicklungsgesetz sollten die österreichischen Steuerzahler davor behütet werden, noch einmal für die Pleitebank einzustehen. Gleichzeitig werde auch das Bundesland Kärnten vor der Pleite bewahrt, hafte es doch noch immer für rund 10 Mrd. EUR Schulden der Heta.
Man könne nun davon ausgehen, dass der österreichische Finanzminister Hans Jörg Schelling wohl die Verhandlungen zu einem Schuldenschnitt einleiten werde. Wenn es stimme, was man aus Wien höre, werde ein genereller Schnitt von 50% für alle Gläubiger angepeilt. Dies würde auch die ehemalige Hypo-Mutter BayernLB treffen, bei der die Heta immer noch mit 800 Mio. EUR in der Kreide stehe.
Von 2007 bis 2009 sei die Hypo Alpe Adria eine Tochtergesellschaft der BayernLB gewesen und habe sich bei ihrem Expansionsstreben auf dem Balkan völlig verspekuliert. Zur Abwicklung der faulen Kredite sei 2014 die Heta als Bad Bank gegründet worden. Bisher habe das Debakel rund um die Hypo, die aus der Kärntner Landesbank hervorgegangen sei, den österreichischen Steuerzahler rund 5,6 Mrd. EUR gekostet.
Im Ergebnis leide bei diesem Vorgehen die Glaubwürdigkeit des Finanzplatzes Wien, weil damit die Verlässlichkeit staatlicher Haftung in Frage gestellt werde. Und natürlich würden die betroffenen Gläubiger mit einer Prozesslawine reagieren. Man dürfe gespannt sein, wie die internationalen Ratingagenturen vor diesem Hintergrund künftig die Bonität der Alpenrepublik beurteilen würden.
Die EU-Kommission traue dem Braten nicht so recht, der ihr in Paris regelmäßig serviert werde. Im Tenor erkläre sich Frankreich zwar stets bereit, seine angekündigten Reformen umzusetzen. Dazu gehöre auch die Senkung von Steuern und Abgaben um 30 Mrd. EUR, was die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen tatsächlich verbessern würde. Es bestehe aber auch die ausgeprägte Neigung der Regierung in Paris, den Termin für die Einhaltung der Defizitgrenzen immer wieder weiter in die Zukunft verschieben zu wollen.
Frankreich rede gerne über Wachstum, habe aber mit einem Konjunkturplus von gerade einmal 0,4% im Jahr 2014 zu den EU-Schlusslichtern gehört. Im Januar sei zwar die Zahl der Arbeitslosen erstmals seit zwei Jahren gesunken, nämlich um 19.000. Mit insgesamt knapp 3,5 Mio. Menschen ohne Job verharre die Arbeitslosenzahl allerdings weiter auf einem Rekordniveau.
Nehme man hier Spanien zum Vergleich, so sei dort der Rückgang der Erwerbslosen mit 13.500 im Vormonatsvergleich zwar geringer. Im Vergleich zum Vorjahresmonat aber sei die Arbeitslosenzahl in Spanien immerhin um mehr als 300.000 zurückgegangen. Dieser Vergleich verweise indirekt auf fehlende Flexibilität am französischen Arbeitsmarkt.
Zum einen biete die Arbeitslosenversicherung zulasten der Beitragszahler teils sehr großzügige Zahlungen, und zum anderen sei ein Arbeitsloser in Frankreich nicht wie in Deutschland gezwungen, jeden zumutbaren Job anzunehmen. Glaube man Premier Manuel Valls, der sich gerne als Sozialliberaler tituliere, so wolle dieser besser heute als morgen die geltenden Regeln für die Sozialpartner und die daraus entstandene Schuldenlast aus der Arbeitslosenversicherung revidieren.
Sollte dieser große Schritt für die zweitgrößte Volkswirtschaft der EU nicht gelingen, die Neuverschuldungsquote bis 2017 auf 3% zu senken, würde Paris tatsächlich mehr Druck von der EU-Kommission bekommen. Denn schon bis zum Mai dieses Jahres müsse die Regierung dafür sorgen, dass das konjunkturbereinigte Defizit 2015 um 0,5%-Punkte zurückgehe.
Schaffe Frankreich dieses Zwischenziel nicht, komme das Thema bei der Kommission wieder auf die Tagesordnung. Man dürfe gespannt sein, ob dann Paris eventuelle Sanktionen akzeptieren oder wieder versuchen werde, die Einhaltung der Defizitziele zeitlich nach hinten zu verhandeln.
Regierungen mit Führungsanspruch sollten sich anders präsentieren und sich ihrer Vorbildfunktion bewusst sein!
China senke sowohl die Zinsen als auch sein Wachstumsziel und erhöhe die Rüstungsausgaben. Im laufenden Jahr, so rechne man in Peking, werde die Wirtschaft des Reichs der Mitte nur noch um 7% wachsen, nachdem bereits im Vorjahr mit 7,4% das geringste Plus seit 24 Jahren verzeichnet worden sei. Um zu verhindern, dass sich das Wachstum weiter verringere, habe die Zentralbank zum zweiten Mal innerhalb von drei Monaten den Leitzins und zwar um 0,25 Punkte auf 5,35% gesenkt.
Schwacher heimischer Konsum und Ungewissheiten im Export würden als Dämpfer für die Konjunktur gelten. So seien die Erzeugerpreise seit 34 Monaten rückläufig. Auch seien die Ausfuhren im Januar um 3,2% im Vorjahresvergleich zurückgegangen. Darüber hinaus kühle sich der Wohnungsmarkt weiter ab. "Chinas Wirtschaft bewege sich in einer "neuen Normalität", in der mehr Wert auf Umstrukturierung und Modernisierung gelegt werde", habe Zhang Liqun, Forscher beim Staatsrat, gemäß der Nachrichtenagentur Xinhua gesagt. Deswegen sei eine Senkung des Wachstumsziels notwendig.
Deutlich über dem neuen Wachstumsziel für die Konjunktur liege die geplante Steigerung der Rüstungsausgaben. So wolle Peking im laufenden Jahr für das Militär rund 10% mehr ausgeben als im Vorjahr. Im Haushaltsentwurf von 2014 sei Chinas Militäretat um 12,2% auf umgerechnet 115 Mrd. EUR angewachsen. Das Friedensforschungsinstitut Sipri in Stockholm schätze laut DPA die tatsächlichen Ausgaben allerdings um gut die Hälfte höher ein, da zum Beispiel Forschungs- und Entwicklungsausgaben in anderen Etats auftauchen würden. Weltweit stehe China mit seinem Verteidigungshaushalt auf Platz zwei hinter den USA, aber noch vor Russland.
Jahrelang sei Ruhe gewesen, aber nun sei der Villarrica-Vulkan im Süden Chiles wieder zum Leben erwacht. Er zähle zu den aktivsten Vulkanen Südamerikas. In unregelmäßigen Abständen komme es zu größeren und kleineren Ausbrüchen. Die eine oder andere Parallele zum aktuellen Geschehen am Devisenmarkt sei durchaus zu erkennen. Denn auch die europäische Gemeinschaftswährung komme nicht zur Ruhe, wie die jüngere Vergangenheit zeige.
So habe der Euro innerhalb der Berichtswoche deutlich verloren. Die Talfahrt habe zum Wochenende aufgrund guter Konjunkturdaten aus den USA begonnen. In der Folge sei die Einheitswährung von 1,1379 USD in kürzester Zeit bis auf 1,1196 USD gefallen und der Start in die neue Handelswoche sei ebenfalls sehr holprig verlaufen. Der Euro sei weiter unter Druck geraten und bis auf 1,1025 USD abgestürzt. Aktuell handele die Gemeinschaftswährung der Eurozone mit 1,1045 USD nur geringfügig über ihrem neuen Elfjahrestief.
Weitaus größeren Problemen müsse sich die Ukrainische Zentralbank stellen. Im Kampf gegen den anhaltenden Absturz der Landeswährung sei der Leitzins drastisch angehoben worden von 19,5 auf 30,0 Prozent.
Das Vertrauen in die Eurostaaten und damit verbunden natürlich auch in den Euro sei gering. Die Privatanleger seien somit bestrebt ihr Vermögen sorgfältig und risikobewusst anzulegen. So stünden Fremdwährungsanleihen auf Norwegische Kronen, Australische Dollar, US-Dollar und Türkische Lira weiter in der Gunst der Anleger.
Immer mehr amerikanische Unternehmen würden die günstigen Refinanzierungskosten in Euroland für sich ausnutzen und so habe in dieser Woche der Getränkehersteller Coca-Cola drei Anleihen über jeweils 1,5 Mrd. EUR aufgelegt. Die Anleihen seien mit einer Mindeststückelung von 100.000 EUR begeben worden und würden somit hauptsächlich auf Großinvestoren abzielen. Die erste Tranche (ISIN XS1197832915 / WKN A1ZX0P) sei am 9.03.2023 endfällig, mit einem jährlichen Kupon von 0,75% ausgestattet und sei bei 99,776% gepreist worden. Dies habe einem Emissionsspread von +28 bps über Mid Swap entsprochen.
Die zweite Tranche (ISIN XS1197833053 / WKN A1ZX0Q) verfüge über einen Kupon von 1,125% und sei am 09.03.2027 zur Rückzahlung fällig. Der Emissionspreis von 99,023% sei einem Spread von +43 bps über Mid Swap gleichgekommen. Zu guter Letzt sei die dritte Anleihe (ISIN XS1197833137 / WKN A1ZX0R) mit einer Laufzeit bis zum 9.03.2035 mit einem Kupon von 1,625% versehen worden. Der Spread von +58 bps über Mid Swap habe einen Emissionspreis von 99,594% bedeutet.
Einen höheren Spread habe der Fluglinienbetreiber Ryanair für seine Anleihe (ISIN XS1199964575 / WKN A1ZX61) im Volumen von 850 Mio. EUR akzeptieren müssen. Die Gattung sei zum 10.03.2023 fällig und mit einem jährlichen Kupon von 1,125% ausgestattet. Der Emissionspreis von 99,408% habe einen Spread von +67 bps über Mid Swap bedeutet. Auch diese Anleihe habe eine Mindeststückelung von 100.000 EUR.
Aber das Halbleiter-Unternehmen Infineon Technologies habe sich der vielen Privatanleger erinnert und zwei Anleihen mit einer Mindeststückelung von 1.000 EUR am Kapitalmarkt begeben. Die erste Tranche (ISIN XS1191115366 / WKN A13SAN) stehe am 10.09.2018 zur Rückzahlung an und habe ein Volumen von 300 Mio. EUR. Bei einem Emissionspreis von 99,605 und einem Kupon von 1% habe sich ein Spread von +95 bps über Mid Swap ergeben.
Die zweite Tranche (ISIN XS1191116174 / WKN A13SAP) im Volumen von 500 Mio. EUR verfüge über einen Kupon von 1,5% und sei am 10.03.2022 fällig. Gepreist worden sei die Anleihe bei 99,48%, was einem Spread von +115 bps über Mid Swap entsprochen habe.
Endlich sei es wieder soweit und der Euro-Bund-Future sei auf den ersten Blick so billig zu haben wie schon lange nicht mehr. Das stimme! Aber nur auf den ersten Blick, denn bedingt durch den anstehenden Roll-Over sei nur der Preis entsprechend dem Underlying rechnerisch angepasst worden. An dem Renditeniveau der zugrundeliegenden Anleihen habe sich aber nichts geändert. Aktuell notiere das Rentenbarometer als März-Kontrakt bei 158,74% und der aussagekräftigere Juni-Kontrakt bei 156,48%.
In der Vergangenheit habe stets der neue Kontrakt den alten Kontrakt übertroffen. Ob sich allerdings daraus eine Gesetzmäßigkeit ableiten lasse, sei mehr als fraglich. Bereits seit heute sei die Umsatztätigkeit im neuen Future größer als im morgen auslaufenden. Da dieser Wechsel fast zeitgleich mit dem Start des Anleihekaufprogamms vollzogen werde, bleibe abzuwarten, wie offensiv die Notenbanken ihre Funktion wahrnehmen würden.
Auch stelle sich die Frage, ob angesichts eines Renditespreads von +175 BP gegenüber deutschen zehnjährigen Staatsanleihen, Investoren in Europa Gewinne mitnehmen und sich in den USA neu engagieren würden. Denn auch wenn eine Zinsanhebung in den USA noch nicht vom Tisch sei, so werde diese sicherlich nur sehr moderat ausfallen.
Charttechnisch betrachtet hätten sich Unterstützungslinien im Bereich von 156,00% (mehrere Tiefs im Februar) und 155,70% (mehrere Hochs und Tiefs im Januar) herausgebildet. Nach oben sei das Hoch vom 26.02.2015 bei 157,77% der einzige Widerstand.
In dieser Handelswoche habe die USA ihren Investoren eine Verschnaufpause gegönnt und lediglich Geldmarktpapiere im Volumen von 76 Mrd. USD zum Kauf offeriert. Die 6-Monats T-Bills im Volumen von 26 Mrd. USD seien zu einer Rendite von 0,075% platziert worden. Weder das Volumen, noch die anzubietende Rendite seien mit der Aktivität Griechenlands zu vergleichen.
Athen, das infolge der Geldnot sich gezwungen gesehen habe, am Geldmarkt Gelder für sechs Monate aufzunehmen, habe für 1,138 Mrd. EUR den Investoren 2,97% zahlen müssen - so viel wie seit elf Monaten nicht mehr. Im Februar hingegen habe noch eine Rendite von 2,75% gereicht, um Investoren zu locken.
Am Kapitalmarkt hätten sich die Volumina der Neuemissionen und der Rückzahlungen die Waage gehalten. Zum Wochenbeginn habe Österreich zwei Altemissionen (ISIN AT0000A19XC3 / WKN A1ZQS7, 2019 und ISIN AT0000A185T1 / WKN A1ZKDT, 2024) um insgesamt 1,1 Mrd. EUR aufgestockt. Am heutigen Donnerstag würden Spanien und Frankreich aktiv sein und ca. 5 Mrd. EUR bzw. ca. 8 Mrd. EUR am Kapitalmarkt aufnehmen. Spanien erhöhe das Emissionsvolumen folgender Anleihen: (ISIN ES00000126V0/ A1ZP30, 2017; ISIN ES00000126C0 / WKN A1ZLR2, 2020; ISIN ES0000012411 / WKN 607762, 2032) und Frankreich plane das Gleiche bei den Bonds (ISIN FR0010466938 / WKN A0NUKW, 2023; ISIN FR0012517027 / WKN A1ZVTR, 2025; ISIN FR0000571218 / WKN 230567, 2029).
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Der Vorsitzende des Aufsichtsrats ist Dr. Horst Schiessl. Die Mitglieder des Vorstands sind Uto Baader (Vorsitzender), Nico Baader und Dieter Brichmann. (05.03.2015/alc/a/a)
Auch in den nächsten Monaten werde sich alles um die Themen "Grexit" oder "Non-Grexit" drehen. Für Politiker scheine "Grexit" das Wort zu sein, das man noch nicht aussprechen möchte, aber innerhalb der Bevölkerung der EU wachse der Unmut über das Verhalten der griechischen Regierung sowie in Teilen ihrer Bevölkerung stetig. Dass die Griechen Ende 2014 ihrer Regierung 76 Mrd. EUR an Steuern schulden und gleichzeitig gegen Sparbeschlüsse und für mehr Unterstützung durch das Ausland demonstrieren würden, löse einfach nur noch kollektives "Kopfschütteln" in den anderen Eurostaaten aus.
Finanznot könne kein Grund für eine weitere Lockerung der Reformbemühungen sein, habe auch Finanzminister Wolfgang Schäuble klar gemacht. Des Weiteren würden die Ausführungen des griechischen Finanzministers Gianis Varoufakis in die falsche Richtung weisen, dass man die Reformvorschläge extra schwammig formuliert habe, um jedem Politiker die Möglichkeit einzuräumen, seiner Fantasie freien Lauf zu lassen.
Gepaart mit den griechischen Worten "Sie wissen, dass wir es nicht haben" bezüglich der nahenden Rückzahlung endfälliger Anleihen, frage man sich immer öfter: "Wann ist das Maß voll und unsere Geduld am Ende?" Im Sport gebe es meist nicht unendlich viele Verlängerungen, aber im EU-Finanzpoker mit Athen scheine es neue Spielregeln zu geben. Nach der Verlängerung der Verlängerung werde jetzt die Verlängerung der Verlängerung der Verlängerung in Angriff genommen. Ob das sinnvoll sei, würden die nächsten Wochen zeigen.
Über das Ziel eines solchen Umgangs mit seinen Euro-Partnern könne nur gemutmaßt werden. Da unsere Politiker in der Vergangenheit blauäugig auf alle Sanktionsmaßnahmen im Vertragswerk zur Wirtschafts- und Währungsgemeinschaft verzichtet haben, wird alles auf einen Kompromiss mit Athen hinauslaufen, so die Analysten der Baader Bank. Denn "Rauswerfen" sei nicht vorgesehen und somit komme eine Denkweise zum Tragen, die Eltern von studierenden Kindern hinlänglich bekannt sei.
Man einige sich nach zähen Verhandlungen auf ein Budget, entlasse die Kinder in die "Freiheit", und fordere eine Anpassung der Lebensgewohnheiten - Arbeit in Verbindung mit Studium - ohne das große Ziel - Aufbau einer gesicherten Existenz - aus den Augen zu verlieren. So oder so ähnlich werde es aller Voraussicht auch mit Athen kommen. Da man kein Euroland vor die Tür setzen könne, werde es nur die Möglichkeit geben, Griechenland den freiwilligen Austritt auf Zeit, gegebenenfalls mit einem Schuldenerlass auf Dauer, schmackhaft zu machen. Vier spannende Monate liegen also vor uns, so die Analysten der Baader Bank.
Heute sei es endlich soweit. Nachdem der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) am 22. Januar 2015 den Ankauf von Staatsanleihen beschlossen habe, würden die Marktteilnehmer auf der heutigen Pressekonferenz in Nikosia auf Zypern einige Details zu erfahren hoffen. Denn bisher sei noch nicht final festgelegt, wann mit dem Ankauf begonnen werde. Nur so viel stehe fest: Ab März dieses Jahres sollten monatlich für 60 Mrd. EUR Anleihen angekauft werden.
Wie wichtig die Klärung wesentlicher Details solcher Programme sei, könnten die Notenbanker der Bank of Japan (BoJ) erläutern, denn im April 2013 hätten sich die Renditen der zehnjährigen Staatsanleihen verdoppelt - unter anderem infolge der mangelhaften Erläuterung bei einer Aufstockung des QE, welche Papiere unter welchen Bedingungen und zu welchem Zeitpunkt angekauft werden könnten. Solche Fehler sollten sich nicht mehr wiederholen, aber ob der gewünschte Effekt - Einfrieren niedriger Refinanzierungskosten - auf Dauer erreicht werden könne, müsse abgewartet werden.
In der Theorie höre es sich ganz einfach an. Die Notenbanken würden monatlich Anleihen in einem vorher festgelegten Volumen aufkaufen. Aber in der Praxis müssten die Spielregeln festgelegt werden. Für welche Staaten und bei welchen Schwellenwerten würden die Notenbanken intervenieren? Wer lege diese Werte fest? Würden die Spreads gegenüber anderen Staaten vernachlässigt? Wer koordiniere und was passiere, wenn die finanziellen Mittel nicht ausreichen würden bzw. zum Erreichen der Schwellenwerte nicht notwendig seien?
Fragen über Fragen! Nicht zuletzt aus diesem Grunde habe Roberto A. De Santis, ein Ökonom der EZB, eine Methode entwickelt, um die einzelnen Komponenten, die zu einem Renditeanstieg bei Staatsanleihen führen würden, zu analysieren und somit OMT-Staatsanleihekäufe gezielt einzusetzen. Denn das von EZB-Präsident Draghi ins Spiel gebrachte "Redominationsrisiko" werde nicht so einfach zu beziffern sein.
Grundsätzlich bestehe die Gefahr, dass die Marktteilnehmer die Notenbanken einem Belastungstest unterziehen würden. Noch vor wenigen Wochen wäre man sich sicher gewesen, dass es dabei nur einen Sieger geben könnte, aber nach der Entscheidung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) sei klar geworden, auch Notenbanken hätten eine Schmerzgrenze. Somit seien also volatile Märkte vorprogrammiert.
In diesem Zusammenhang sei auch darauf hingewiesen, dass sich die Renditen südeuropäischer Staatsanleihen nahe ihrem Rekordtief befinden würden und gleichzeitig die Banken des Euroraums so viele Staatsanleihen im Bestand hätten wie nie zuvor. Im Gesamtjahr 2014 hätten die Banken ihren Besitz an Staatsanleihen nach Daten der EZB um 9,1% erhöht und im Januar 2015 sei nochmals investiert worden. Ob diese Bestände gänzlich den gesetzlichen Vorgaben geschuldet seien oder auch Vorkäufe mit Blick auf QE beinhalten würden, werde erst rückwirkend zu beurteilen sein.
Sollte aber der zweite Aspekt eine Rolle gespielt haben und Banken die erzielten Gewinne möglichst gefahrenlos heben wollen, so berge genau dieses Szenario die größte Gefahr für den Gesamtmarkt. Allerdings werde auf der anderen Seite an der Emissionstätigkeit Deutschlands deutlich, dass zwar 2015 Anleihen im Volumen von 147 Mrd. EUR begeben würden, aber gleichzeitig damit endfällige Anleihen im Volumen von 135 Mrd. EUR ersetzt würden. So belaufe sich aus deutscher Sicht das neu zur Verfügung stehende Volumen im Jahre 2015 auf nur 15 Mrd. EUR. Solche Gedankenspiele würden dann wiederum sehr schnell in einer weiter künstlichen Materialverknappung mit steigenden Preisen enden.
Der stetige Aufwärtstrend bei dänischen Anleihen sei gebrochen. Nachdem die dänische Nationalbank im Februar mit einer massiven Intervention am Devisenmarkt eine Aufwertung der Dänischen Krone (DKK) im Handel mit dem Euro verhindert habe, seien die Kurse dänischer Staatsanleihen hinter ihre Zwölfmonatshochs, die noch in der ersten Februarhälfte erreicht worden seien, zurückgefallen.
So sei der Kurs einer bis 11/2021 laufenden dänischen Staatsanleihe (ISIN DK0009922676 / WKN A1GK8S) auf ein Niveau von rund 120,35% gesunken. Das Zwölfmonatshochs des Titels, der einen 3,0%-Kupon trage, sei am 13.02. mit 121,91% erreicht worden. Auch ein Bond (ISIN DK0009918138 / WKN 413690) aus Kopenhagen mit Fälligkeit 11/2024 notiere nun auf einem Niveau von ca. 165,75% und damit unter dem Jahreshoch von 169,17%, das ebenfalls am 13.02. erreicht worden sei. Im Februar habe die Notenbank in Kopenhagen in einem Volumen von insgesamt 168,7 Mrd. DKK (22,6 Mrd. EUR) interveniert. Zuletzt habe der Kurs für einen Euro bei 7,4550 DKK gelegen.
Zuvor habe die Notenbank mit Zinssenkungen um die Anbindung der dänischen Währung an den Euro gekämpft. So sei Anfang Februar der Zins für Bankeinlagen um weitere 0,25 Punkte auf minus 0,75% gesenkt worden, was die vierte Zinssenkung innerhalb von zweieinhalb Wochen gewesen sei.
Nachdem vergangene Woche bei der Bad Bank der Hypo Alpe Adria, die neuerdings Heta Asset Resolutions genannt werde, eine Finanzlücke von bis zu 7,6 Mrd. EUR entdeckt worden sei, habe die Finanzmarktaufsicht FMA das Kommando bei der Pleitebank übernommen. Sofort sei die Rückzahlung ausstehender Hypo-Anleihen bis Mai 2016 auf Eis gelegt worden. Mit diesem Schritt, der nicht als Konkurs gelte, habe Österreich Zeit gewonnen, um mit den Gläubigern über einen milliardenschweren Schuldenschnitt zu verhandeln.
Mit dem seit Januar geltenden Bankensanierungs- und Abwicklungsgesetz sollten die österreichischen Steuerzahler davor behütet werden, noch einmal für die Pleitebank einzustehen. Gleichzeitig werde auch das Bundesland Kärnten vor der Pleite bewahrt, hafte es doch noch immer für rund 10 Mrd. EUR Schulden der Heta.
Man könne nun davon ausgehen, dass der österreichische Finanzminister Hans Jörg Schelling wohl die Verhandlungen zu einem Schuldenschnitt einleiten werde. Wenn es stimme, was man aus Wien höre, werde ein genereller Schnitt von 50% für alle Gläubiger angepeilt. Dies würde auch die ehemalige Hypo-Mutter BayernLB treffen, bei der die Heta immer noch mit 800 Mio. EUR in der Kreide stehe.
Von 2007 bis 2009 sei die Hypo Alpe Adria eine Tochtergesellschaft der BayernLB gewesen und habe sich bei ihrem Expansionsstreben auf dem Balkan völlig verspekuliert. Zur Abwicklung der faulen Kredite sei 2014 die Heta als Bad Bank gegründet worden. Bisher habe das Debakel rund um die Hypo, die aus der Kärntner Landesbank hervorgegangen sei, den österreichischen Steuerzahler rund 5,6 Mrd. EUR gekostet.
Im Ergebnis leide bei diesem Vorgehen die Glaubwürdigkeit des Finanzplatzes Wien, weil damit die Verlässlichkeit staatlicher Haftung in Frage gestellt werde. Und natürlich würden die betroffenen Gläubiger mit einer Prozesslawine reagieren. Man dürfe gespannt sein, wie die internationalen Ratingagenturen vor diesem Hintergrund künftig die Bonität der Alpenrepublik beurteilen würden.
Die EU-Kommission traue dem Braten nicht so recht, der ihr in Paris regelmäßig serviert werde. Im Tenor erkläre sich Frankreich zwar stets bereit, seine angekündigten Reformen umzusetzen. Dazu gehöre auch die Senkung von Steuern und Abgaben um 30 Mrd. EUR, was die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen tatsächlich verbessern würde. Es bestehe aber auch die ausgeprägte Neigung der Regierung in Paris, den Termin für die Einhaltung der Defizitgrenzen immer wieder weiter in die Zukunft verschieben zu wollen.
Frankreich rede gerne über Wachstum, habe aber mit einem Konjunkturplus von gerade einmal 0,4% im Jahr 2014 zu den EU-Schlusslichtern gehört. Im Januar sei zwar die Zahl der Arbeitslosen erstmals seit zwei Jahren gesunken, nämlich um 19.000. Mit insgesamt knapp 3,5 Mio. Menschen ohne Job verharre die Arbeitslosenzahl allerdings weiter auf einem Rekordniveau.
Nehme man hier Spanien zum Vergleich, so sei dort der Rückgang der Erwerbslosen mit 13.500 im Vormonatsvergleich zwar geringer. Im Vergleich zum Vorjahresmonat aber sei die Arbeitslosenzahl in Spanien immerhin um mehr als 300.000 zurückgegangen. Dieser Vergleich verweise indirekt auf fehlende Flexibilität am französischen Arbeitsmarkt.
Zum einen biete die Arbeitslosenversicherung zulasten der Beitragszahler teils sehr großzügige Zahlungen, und zum anderen sei ein Arbeitsloser in Frankreich nicht wie in Deutschland gezwungen, jeden zumutbaren Job anzunehmen. Glaube man Premier Manuel Valls, der sich gerne als Sozialliberaler tituliere, so wolle dieser besser heute als morgen die geltenden Regeln für die Sozialpartner und die daraus entstandene Schuldenlast aus der Arbeitslosenversicherung revidieren.
Sollte dieser große Schritt für die zweitgrößte Volkswirtschaft der EU nicht gelingen, die Neuverschuldungsquote bis 2017 auf 3% zu senken, würde Paris tatsächlich mehr Druck von der EU-Kommission bekommen. Denn schon bis zum Mai dieses Jahres müsse die Regierung dafür sorgen, dass das konjunkturbereinigte Defizit 2015 um 0,5%-Punkte zurückgehe.
Schaffe Frankreich dieses Zwischenziel nicht, komme das Thema bei der Kommission wieder auf die Tagesordnung. Man dürfe gespannt sein, ob dann Paris eventuelle Sanktionen akzeptieren oder wieder versuchen werde, die Einhaltung der Defizitziele zeitlich nach hinten zu verhandeln.
Regierungen mit Führungsanspruch sollten sich anders präsentieren und sich ihrer Vorbildfunktion bewusst sein!
Schwacher heimischer Konsum und Ungewissheiten im Export würden als Dämpfer für die Konjunktur gelten. So seien die Erzeugerpreise seit 34 Monaten rückläufig. Auch seien die Ausfuhren im Januar um 3,2% im Vorjahresvergleich zurückgegangen. Darüber hinaus kühle sich der Wohnungsmarkt weiter ab. "Chinas Wirtschaft bewege sich in einer "neuen Normalität", in der mehr Wert auf Umstrukturierung und Modernisierung gelegt werde", habe Zhang Liqun, Forscher beim Staatsrat, gemäß der Nachrichtenagentur Xinhua gesagt. Deswegen sei eine Senkung des Wachstumsziels notwendig.
Deutlich über dem neuen Wachstumsziel für die Konjunktur liege die geplante Steigerung der Rüstungsausgaben. So wolle Peking im laufenden Jahr für das Militär rund 10% mehr ausgeben als im Vorjahr. Im Haushaltsentwurf von 2014 sei Chinas Militäretat um 12,2% auf umgerechnet 115 Mrd. EUR angewachsen. Das Friedensforschungsinstitut Sipri in Stockholm schätze laut DPA die tatsächlichen Ausgaben allerdings um gut die Hälfte höher ein, da zum Beispiel Forschungs- und Entwicklungsausgaben in anderen Etats auftauchen würden. Weltweit stehe China mit seinem Verteidigungshaushalt auf Platz zwei hinter den USA, aber noch vor Russland.
Jahrelang sei Ruhe gewesen, aber nun sei der Villarrica-Vulkan im Süden Chiles wieder zum Leben erwacht. Er zähle zu den aktivsten Vulkanen Südamerikas. In unregelmäßigen Abständen komme es zu größeren und kleineren Ausbrüchen. Die eine oder andere Parallele zum aktuellen Geschehen am Devisenmarkt sei durchaus zu erkennen. Denn auch die europäische Gemeinschaftswährung komme nicht zur Ruhe, wie die jüngere Vergangenheit zeige.
So habe der Euro innerhalb der Berichtswoche deutlich verloren. Die Talfahrt habe zum Wochenende aufgrund guter Konjunkturdaten aus den USA begonnen. In der Folge sei die Einheitswährung von 1,1379 USD in kürzester Zeit bis auf 1,1196 USD gefallen und der Start in die neue Handelswoche sei ebenfalls sehr holprig verlaufen. Der Euro sei weiter unter Druck geraten und bis auf 1,1025 USD abgestürzt. Aktuell handele die Gemeinschaftswährung der Eurozone mit 1,1045 USD nur geringfügig über ihrem neuen Elfjahrestief.
Weitaus größeren Problemen müsse sich die Ukrainische Zentralbank stellen. Im Kampf gegen den anhaltenden Absturz der Landeswährung sei der Leitzins drastisch angehoben worden von 19,5 auf 30,0 Prozent.
Das Vertrauen in die Eurostaaten und damit verbunden natürlich auch in den Euro sei gering. Die Privatanleger seien somit bestrebt ihr Vermögen sorgfältig und risikobewusst anzulegen. So stünden Fremdwährungsanleihen auf Norwegische Kronen, Australische Dollar, US-Dollar und Türkische Lira weiter in der Gunst der Anleger.
Immer mehr amerikanische Unternehmen würden die günstigen Refinanzierungskosten in Euroland für sich ausnutzen und so habe in dieser Woche der Getränkehersteller Coca-Cola drei Anleihen über jeweils 1,5 Mrd. EUR aufgelegt. Die Anleihen seien mit einer Mindeststückelung von 100.000 EUR begeben worden und würden somit hauptsächlich auf Großinvestoren abzielen. Die erste Tranche (ISIN XS1197832915 / WKN A1ZX0P) sei am 9.03.2023 endfällig, mit einem jährlichen Kupon von 0,75% ausgestattet und sei bei 99,776% gepreist worden. Dies habe einem Emissionsspread von +28 bps über Mid Swap entsprochen.
Die zweite Tranche (ISIN XS1197833053 / WKN A1ZX0Q) verfüge über einen Kupon von 1,125% und sei am 09.03.2027 zur Rückzahlung fällig. Der Emissionspreis von 99,023% sei einem Spread von +43 bps über Mid Swap gleichgekommen. Zu guter Letzt sei die dritte Anleihe (ISIN XS1197833137 / WKN A1ZX0R) mit einer Laufzeit bis zum 9.03.2035 mit einem Kupon von 1,625% versehen worden. Der Spread von +58 bps über Mid Swap habe einen Emissionspreis von 99,594% bedeutet.
Einen höheren Spread habe der Fluglinienbetreiber Ryanair für seine Anleihe (ISIN XS1199964575 / WKN A1ZX61) im Volumen von 850 Mio. EUR akzeptieren müssen. Die Gattung sei zum 10.03.2023 fällig und mit einem jährlichen Kupon von 1,125% ausgestattet. Der Emissionspreis von 99,408% habe einen Spread von +67 bps über Mid Swap bedeutet. Auch diese Anleihe habe eine Mindeststückelung von 100.000 EUR.
Aber das Halbleiter-Unternehmen Infineon Technologies habe sich der vielen Privatanleger erinnert und zwei Anleihen mit einer Mindeststückelung von 1.000 EUR am Kapitalmarkt begeben. Die erste Tranche (ISIN XS1191115366 / WKN A13SAN) stehe am 10.09.2018 zur Rückzahlung an und habe ein Volumen von 300 Mio. EUR. Bei einem Emissionspreis von 99,605 und einem Kupon von 1% habe sich ein Spread von +95 bps über Mid Swap ergeben.
Die zweite Tranche (ISIN XS1191116174 / WKN A13SAP) im Volumen von 500 Mio. EUR verfüge über einen Kupon von 1,5% und sei am 10.03.2022 fällig. Gepreist worden sei die Anleihe bei 99,48%, was einem Spread von +115 bps über Mid Swap entsprochen habe.
Endlich sei es wieder soweit und der Euro-Bund-Future sei auf den ersten Blick so billig zu haben wie schon lange nicht mehr. Das stimme! Aber nur auf den ersten Blick, denn bedingt durch den anstehenden Roll-Over sei nur der Preis entsprechend dem Underlying rechnerisch angepasst worden. An dem Renditeniveau der zugrundeliegenden Anleihen habe sich aber nichts geändert. Aktuell notiere das Rentenbarometer als März-Kontrakt bei 158,74% und der aussagekräftigere Juni-Kontrakt bei 156,48%.
In der Vergangenheit habe stets der neue Kontrakt den alten Kontrakt übertroffen. Ob sich allerdings daraus eine Gesetzmäßigkeit ableiten lasse, sei mehr als fraglich. Bereits seit heute sei die Umsatztätigkeit im neuen Future größer als im morgen auslaufenden. Da dieser Wechsel fast zeitgleich mit dem Start des Anleihekaufprogamms vollzogen werde, bleibe abzuwarten, wie offensiv die Notenbanken ihre Funktion wahrnehmen würden.
Auch stelle sich die Frage, ob angesichts eines Renditespreads von +175 BP gegenüber deutschen zehnjährigen Staatsanleihen, Investoren in Europa Gewinne mitnehmen und sich in den USA neu engagieren würden. Denn auch wenn eine Zinsanhebung in den USA noch nicht vom Tisch sei, so werde diese sicherlich nur sehr moderat ausfallen.
Charttechnisch betrachtet hätten sich Unterstützungslinien im Bereich von 156,00% (mehrere Tiefs im Februar) und 155,70% (mehrere Hochs und Tiefs im Januar) herausgebildet. Nach oben sei das Hoch vom 26.02.2015 bei 157,77% der einzige Widerstand.
In dieser Handelswoche habe die USA ihren Investoren eine Verschnaufpause gegönnt und lediglich Geldmarktpapiere im Volumen von 76 Mrd. USD zum Kauf offeriert. Die 6-Monats T-Bills im Volumen von 26 Mrd. USD seien zu einer Rendite von 0,075% platziert worden. Weder das Volumen, noch die anzubietende Rendite seien mit der Aktivität Griechenlands zu vergleichen.
Athen, das infolge der Geldnot sich gezwungen gesehen habe, am Geldmarkt Gelder für sechs Monate aufzunehmen, habe für 1,138 Mrd. EUR den Investoren 2,97% zahlen müssen - so viel wie seit elf Monaten nicht mehr. Im Februar hingegen habe noch eine Rendite von 2,75% gereicht, um Investoren zu locken.
Am Kapitalmarkt hätten sich die Volumina der Neuemissionen und der Rückzahlungen die Waage gehalten. Zum Wochenbeginn habe Österreich zwei Altemissionen (ISIN AT0000A19XC3 / WKN A1ZQS7, 2019 und ISIN AT0000A185T1 / WKN A1ZKDT, 2024) um insgesamt 1,1 Mrd. EUR aufgestockt. Am heutigen Donnerstag würden Spanien und Frankreich aktiv sein und ca. 5 Mrd. EUR bzw. ca. 8 Mrd. EUR am Kapitalmarkt aufnehmen. Spanien erhöhe das Emissionsvolumen folgender Anleihen: (ISIN ES00000126V0/ A1ZP30, 2017; ISIN ES00000126C0 / WKN A1ZLR2, 2020; ISIN ES0000012411 / WKN 607762, 2032) und Frankreich plane das Gleiche bei den Bonds (ISIN FR0010466938 / WKN A0NUKW, 2023; ISIN FR0012517027 / WKN A1ZVTR, 2025; ISIN FR0000571218 / WKN 230567, 2029).
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