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Green Bonds: Verantwortliches Investieren wird zum Muss


01.03.16 11:15
AXA Investment Managers

Köln (www.anleihencheck.de) - Das Interesse der Investoren an verantwortungsbewussten Kapitalanlagen steigt kontinuierlich. "2016 werden sich umweltorientierte, soziale und Governance-Investments (Environmental, Social and Governance, kurz ESG) von einem Spezialgebiet zu einem Muss entwickeln", so Matt Christensen von AXA Investment Managers (AXA IM).

Die 21. Klimakonferenz in Paris habe ein klares Signal an Unternehmen gesendet, die in den Bereichen Energieerzeugung, Transport, Bau und Industrie tätig seien: Um die Risiken des Klimawandels auf Umwelt und Wirtschaft zu begrenzen, sei ein Wandel erforderlich. Matt Christensen, Global Head of Responsible Investment (RI) bei AXA IM, erwarte, dass sich Investoren immer stärker auf die Investmentmöglichkeiten fokussieren würden, die sich durch den Klimawandel und die damit verbundenen Governance-Implikationen entwickeln würden.

Drei Themen würden nach Christensen die Entscheidungen von Investoren künftig verstärkt beeinflussen:

1. Die Entwicklung der kohlenstoffintensiven Sektoren könnte langfristig Einfluss auf die Bewertung und die Asset Allocation nehmen. Analysten und Investoren würden den Klimawandel in ihr Research und in ihre Fundamentalanalysen einbeziehen, um einschätzen zu können, wie Unternehmen auf diese Herausforderung reagieren würden.

2. Öffentliche und private Investoren würden nach Möglichkeiten suchen, den Übergang zu einer emissionsarmen Wirtschaft zu finanzieren, indem sie Energieeffizienz und neue Energiequellen unterstützen würden. Die Möglichkeiten seien vielfältig und würden die unterschiedlichsten Sektoren, Regionen und Assetklassen beeinflussen.

3. Die Transparenz für Investoren werde sich erhöhen, da der Finanzstabilitätsrat Unternehmen drängen werde, ihre Klimarisiken offenzulegen. Davon würden auch Fundamentalanalysten profitieren. Ihre ESG-Analysen würden belastbarer.

2015 habe eine Reihe bedeutender Anleger ihre Investitionen in kohlenstoffintensive Sektoren abgestoßen. Dem Klimanetzwerk Fossil Free zufolge handle es sich dabei insgesamt um ein Anlagevolumen von rund 3,4 Billionen US-Dollar von mehr als 500 Institutionen. Christensen gehe davon aus, dass es 2016 noch mehr würden. Allerdings sehe der AXA-IM-Experte solche Veräußerungen nicht als geeignetes Mittel, um Steinkohleunternehmen zu saubereren Technologien zu bewegen, insbesondere wenn sie keine anderen Einnahmequellen hätten. Er empfehle Investoren, die Einfluss auf das Umweltengagement von Unternehmen würden nehmen wollen, stattdessen einen Mix von Verkäufen einerseits und gezieltem Engagement andererseits.

Zum vierten Mal in Folge hätten Green Bonds 2015 Zulassungsrekorde feiern können. Das Marktvolumen liege laut AXA IM nun bei rund 100 Millionen US-Dollar. Bislang seien vor allem überstaatliche Organisationen und staatsnahe Organisationen (Agencies) unter den Emittenten. Green Bonds würden aber zunehmend auch von Unternehmen herausgegeben. Deren Emissionen hätten 2015 rund 45 Prozent des Gesamtangebotes ausgemacht. Gleichzeitig sei die Frequenz der Emissionen deutlich gestiegen, vor allem im Vorfeld der Klimakonferenz. Bis dato sei bei solchen Emissionen der Finanzsektor Vorreiter gewesen. Dieser habe sogar die Energieerzeuger übertroffen, die auf dem Markt erneuerbare Energien würden refinanzieren wollen. AXA IM rechne jedoch nun mit einem Anstieg der Emissionen von Unternehmen, da sich auch immer mehr traditionelle Investoren für Green Bonds interessieren würden, die neben Rendite mehr Diversifikation sowie ökologische Vorteile versprächen.

Christensen sehe das Thema in diesem Jahr auch auf den Agenden von Hauptversammlungen ganz vorne. "Für Unternehmen wird es immer schwieriger werden, Umweltrisiken zu rechtfertigen", so der RI-Experte. In Zukunft werde Impact Investing, bei dem Investoren auf die Verwendung ihrer Gelder Einfluss nehmen könnten, zum Trend werden und zwar nicht nur als alternative Anlageklasse, sondern über alle Assetklassen hinweg. "Es wird in der Finanzindustrie zu einer Kultur der Wirkungsmessung kommen", meine Christensen. Noch sei der Markt jung, aber das Potenzial von nachhaltiger Geldanlage sei immens, so Christensen: "Responsible Investment wird die Zukunft gestalten." (01.03.2016/alc/a/a)