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Green Bonds im Jahr 2025: Notwendig und aussichtsreich
17.12.24 11:37
Degroof Petercam
Brüssel (www.anleihencheck.de) - Am Ende dürfte 2024 für Green Bonds ein Rekordjahr gewesen sein, so Ronald Van Steenweghen, Fixed Income Fund Manager bei Degroof Petercam Asset Management (DPAM).
Für 2025 sehe Ronald Van Steenweghen weiteres Expansionspotenzial.
2022 und 2023 habe der Markt für grüne Anleihen stagniert. Dies habe aber größtenteils am Umfeld steigender Renditen gelegen und nicht am nachlassenden Engagement für Klimainitiativen. Dort sei und bleibe der Finanzierungsbedarf hoch.
Green Bonds würden bei Investoren und Emittenten den Ruf einer hochwertigen Anlageklasse genießen. Emittenten aus kohlenstoffintensiven Sektoren, die umfassende grüne Investitionen tätigten, griffen verstärkt zu Green Bonds statt zu nachhaltigkeitsgebundenen Anleihen, die in der Regel an verhaltensbasierte Kennzahlen gebunden seien. Hohe Transparenz, aktives Engagement der Investoren und die Ausrichtung auf glaubwürdige Net-Zero-Maßnahmen scheinen unerlässlich zu sein, um skeptische Anleger zu überzeugen, so die Experten von Degroof Petercam Asset Management. Neben erneuerbaren Energien und grünen Gebäuden seien nachhaltiges Wassermanagement und auf Biodiversität ausgerichtete Projekte wichtiger geworden. Investments in grüne Anleihen ließen sich damit noch breiter streuen.
Europa bleibe die dominierende Kraft auf dem Markt für grüne Anleihen, angeführt von großen Emittenten wie der EU, der Europäischen Investitionsbank und der KfW. Neue Marktteilnehmer aus dem Unternehmenssektor und mehr Staatsanleihen versprächen eine größere Marktvielfalt. Das ziehe mehr Investoren an und erhöhe die Widerstandsfähigkeit des Marktes.
Das "Greenium" - der Aufschlag, den Investoren für grüne Anleihen im Vergleich zu konventionellen Anleihen zahlten - sei fast verschwunden. Damit ließen sich grüne Anleihen besser in die gängigen festverzinslichen Portfolios integrieren.
Der regulatorische Druck zur Förderung nachhaltiger Finanzierungen bleibe hoch. Herausforderungen in der Praxis bestünden jedoch weiterhin. Ob der EU Green Bond Standard oder Richtlinien zur Fondsbenennung erhebliche Kapitalmengen in kohlenstoffarme Investitionen lenken würden, bleibe fraglich. Insbesondere die Transition-Finanzierung werde in vielen neuen Regelwerken vernachlässigt.
Uneinheitliche Regulierungsstandards drohten, den Markt für grüne Anleihen zu fragmentieren. Dadurch könne sich die "ESG-Müdigkeit" verstärken und das Interesse der Anleger schwächen. Damit es mit nachhaltigen Finanzierungen vorangehe, müssten schlüssige und einheitliche Vorschriften her!
Bei der Auswahl grüner Anleihen achte das ESG-Team von DPAM darauf, dass Anleihen internationalen Standards entsprächen und die Emittenten die Mittel transparent verwendeten und über erzielte Wirkungen offen berichteten. Darüber hinaus bewerteten sie die Klimastrategie und -ziele jedes Emittenten und stellten mögliche Unstimmigkeiten zwischen den erklärten Zielen und den Finanzierungspraktiken fest. Dabei achteten sie darauf,
- dass die Projekte eng auf die wichtigsten Risiken und Chancen des Emittenten abgestimmt seien und seine Gesamtstrategie unterstützten (Wesentlichkeit),
- dass die Emittenten ehrgeizige und klar definierte Umweltziele festlegten und die Projekte internationalen Standards entsprächen (Absichtlichkeit) und
- dass die Projekte Umweltauswirkungen hätten, die über die von Standardverfahren hinausgingen (Zusätzlichkeit).
Dafür würden Faktoren wie Refinanzierungsanteile, Betrachtungszeiträume und Kapitalausgabenverpflichtungen bewertet.
Nur grüne Anleihen, die diese Bewertungskriterien erfüllten, kämen für DPAM als Investment in Betracht. Nur dann würden sie ihrem Engagement für eine sinnvolle Wirkung gerecht. (17.12.2024/alc/a/a)
Für 2025 sehe Ronald Van Steenweghen weiteres Expansionspotenzial.
2022 und 2023 habe der Markt für grüne Anleihen stagniert. Dies habe aber größtenteils am Umfeld steigender Renditen gelegen und nicht am nachlassenden Engagement für Klimainitiativen. Dort sei und bleibe der Finanzierungsbedarf hoch.
Green Bonds würden bei Investoren und Emittenten den Ruf einer hochwertigen Anlageklasse genießen. Emittenten aus kohlenstoffintensiven Sektoren, die umfassende grüne Investitionen tätigten, griffen verstärkt zu Green Bonds statt zu nachhaltigkeitsgebundenen Anleihen, die in der Regel an verhaltensbasierte Kennzahlen gebunden seien. Hohe Transparenz, aktives Engagement der Investoren und die Ausrichtung auf glaubwürdige Net-Zero-Maßnahmen scheinen unerlässlich zu sein, um skeptische Anleger zu überzeugen, so die Experten von Degroof Petercam Asset Management. Neben erneuerbaren Energien und grünen Gebäuden seien nachhaltiges Wassermanagement und auf Biodiversität ausgerichtete Projekte wichtiger geworden. Investments in grüne Anleihen ließen sich damit noch breiter streuen.
Europa bleibe die dominierende Kraft auf dem Markt für grüne Anleihen, angeführt von großen Emittenten wie der EU, der Europäischen Investitionsbank und der KfW. Neue Marktteilnehmer aus dem Unternehmenssektor und mehr Staatsanleihen versprächen eine größere Marktvielfalt. Das ziehe mehr Investoren an und erhöhe die Widerstandsfähigkeit des Marktes.
Der regulatorische Druck zur Förderung nachhaltiger Finanzierungen bleibe hoch. Herausforderungen in der Praxis bestünden jedoch weiterhin. Ob der EU Green Bond Standard oder Richtlinien zur Fondsbenennung erhebliche Kapitalmengen in kohlenstoffarme Investitionen lenken würden, bleibe fraglich. Insbesondere die Transition-Finanzierung werde in vielen neuen Regelwerken vernachlässigt.
Uneinheitliche Regulierungsstandards drohten, den Markt für grüne Anleihen zu fragmentieren. Dadurch könne sich die "ESG-Müdigkeit" verstärken und das Interesse der Anleger schwächen. Damit es mit nachhaltigen Finanzierungen vorangehe, müssten schlüssige und einheitliche Vorschriften her!
Bei der Auswahl grüner Anleihen achte das ESG-Team von DPAM darauf, dass Anleihen internationalen Standards entsprächen und die Emittenten die Mittel transparent verwendeten und über erzielte Wirkungen offen berichteten. Darüber hinaus bewerteten sie die Klimastrategie und -ziele jedes Emittenten und stellten mögliche Unstimmigkeiten zwischen den erklärten Zielen und den Finanzierungspraktiken fest. Dabei achteten sie darauf,
- dass die Projekte eng auf die wichtigsten Risiken und Chancen des Emittenten abgestimmt seien und seine Gesamtstrategie unterstützten (Wesentlichkeit),
- dass die Emittenten ehrgeizige und klar definierte Umweltziele festlegten und die Projekte internationalen Standards entsprächen (Absichtlichkeit) und
- dass die Projekte Umweltauswirkungen hätten, die über die von Standardverfahren hinausgingen (Zusätzlichkeit).
Dafür würden Faktoren wie Refinanzierungsanteile, Betrachtungszeiträume und Kapitalausgabenverpflichtungen bewertet.
Nur grüne Anleihen, die diese Bewertungskriterien erfüllten, kämen für DPAM als Investment in Betracht. Nur dann würden sie ihrem Engagement für eine sinnvolle Wirkung gerecht. (17.12.2024/alc/a/a)


