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Goldilocks-Szenario ist noch nicht Geschichte


30.07.19 12:30
Fisch Asset Management

Zürich (www.anleihencheck.de) - Zahlreiche der jüngsten Entwicklungen lassen uns zu dem Schluss kommen, dass Investoren im weiteren Jahresverlauf eher ein stabiles Umfeld vorfinden sollten und das Goldilocks-Szenario noch nicht in die Geschichtsbücher verabschiedet wird, so Beat Thoma, CIO bei Fisch Asset Management in Zürich.

Insbesondere die wichtigsten Notenbanken aus den USA, China, Japan und der Euro-Zone, aber auch beispielsweise aus Australien, Neuseeland oder Indonesien, würden mit ihren Kursen der lockeren Geldpolitik das funktionierende Umfeld unterstützen. Zudem würden Faktoren wie der Kupferpreis und die chinesische Währung positive Signale senden. Denn würde sich der Kupferpreis negativ entwickeln oder der Yuan unter Druck kommen, wären dies schlechte Signale für die Weltwirtschaft, da es auf eine Rezession in China hindeuten könnte. Aber das Gegenteil sei der Fall. Chinas Maßnahmenpaket laufe wie gewünscht und auch der Konsum im Reich der Mitte bleibe sehr hoch. Dies stütze nicht nur die Entwicklungen im eigenen Land, sondern auch die globale Situation. Und unabhängig davon, ob die US-Notenbank FED am 31. Juli eine Zinssenkung durchführe oder noch warte, würden die Experten deren generelle Ankündigungen ebenfalls positiv für die Finanzmärkte sehen.

Anleger würden aufgrund dieser Entwicklungen - trotz niedrigster Zinsen für sichere Geldanlagen - ein chancenreiches Umfeld vorfinden. Der Bereich Unternehmensanleihen bleibe eine gute Alternative zu Cash. Denn das weltweite Volumen an Anleihen mit negativer Rendite habe sich zur Jahresmitte auf bemerkenswerte rund 13 Billionen US-Dollar erhöht und damit ein enormes Ausmaß erreicht. Da es sich dabei es sich vorwiegend um Staatsanleihen aus den Industriestaaten handle, seien diese für die Experten keine vielversprechende Option. Im Segment der Corporates würden sich hingegen durchaus rentierliche Papiere finden. Hier seien die Emerging Markets genannt, die mit ihren hohen Kupons eine Alternative zu den genannten Staatsanleihen darstellen würden.

Auch High-Yield-Bonds böten noch ansprechende Erträge. Aufgrund des fortgeschrittenen Kreditzyklus sei zwar das Kurspotenzial bei Corporates limitiert, aber aufgrund der Kupons bleibe ein entsprechender Mehrertrag gegenüber Geldmarktanlagen für den Investor. Aktien würden weiterhin zu den Favoriten gehören. Zwar müssten Anleger mit mehr Volatilität als im vergangenen Jahrzehnt rechnen, doch das Potenzial liege im Aktiensegment bei etwa fünf Prozent in einem "normalen" Jahr. Und für Aktieninvestoren mit dem Wunsch nach einem Mehr an Sicherheit seien nach Ansicht der Experten Wandelanleihen das Mittel der Wahl. Mittelfristig würden sie also ein grundsätzlich günstiges Umfeld für die Aktien- und Kreditmärkte erwarten, würden aber eine temporäre Verschnaufpause der bisher so festen Märkte für nicht ausgeschlossen halten. (30.07.2019/alc/a/a)