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Globaler Rentenmarktausblick: Die wichtigsten Themen 2014
27.01.14 16:30
MFS Investment Management
Boston (www.anleihencheck.de) - Für Prognosen wird zum Jahreswechsel stets eine Menge Papier verschwendet, so die Experten von MFS Investment Management.
Vieles erweise sich später als spektakuläre Fehlprognose. Ein bekanntes Beispiel: die CBS-Sendung '60 Minutes' vor drei Jahren, in der Stadtanleihen ein schreckliches Schicksal prophezeit worden sei. Je präziser eine Erwartung formuliert sei, desto größer sei das Risiko, dass sie sich als falsch erweise. Wer auch nur ein paar Jahre zurückblicke, finde zahlreiche Belege, dass ziemlich regelmäßig Unwahrscheinliches und Unerwartetes geschehe, während die Konsenserwartungen oft enttäuscht würden.
Mit dem folgenden Überblick wollten die Experten deshalb nicht die Zukunft vorhersagen, sondern vor dem Hintergrund der Vergangenheit erklären, was 2014 auf Anleiheinvestoren zukommen könne. Vielleicht stehen uns einige interessante Entwicklungen bevor, so die Experten von MFS Investment Management. Ebenso wahrscheinlich sei aber auch, dass die Experten viele Themen aus dem Jahr 2013 auch in diesem Jahr beschäftigen würden. Das wiederum spreche dafür, dass 2014 ein fast so schwieriges Jahr für Anleiheinvestoren werde wie 2013. Die Experten würden davon ausgehen, dass folgende Themen die Anleihemärkte bestimmen würden:
Angesichts der Konsensschätzungen dürfte es keine Überraschung sein, dass die Zeiten fallender Renditen zu Ende seien. Auf längere Sicht dürften steigende Renditen den Gesamtertrag schmälern. Deshalb gelte es auf die Duration zu achten. Aus Sicht der Experten sei man mit einer neutralen bis unterdurchschnittlichen Duration am besten bedient. Auch würden die Experten aufgrund des Risikos steigender Zinsen eine Übergewichtung von Credits für gerechtfertigt halten, da die Spreads einen Puffer bilden würden. Der Schwerpunkt sollte dabei auf Qualitätsemissionen liegen.
Dennoch sollten Anleiheinvestoren nicht den Mut verlieren. Möglicherweise würden die Zinsen nicht so stark steigen oder so schnell wie alle jene erwarten würden, die an eine Rentenmarktblase glauben würden. Dann würde sich der Schaden in Grenzen halten.
Aufgrund des Risikos von Konjunktur- und Marktüberraschungen sei Selbstgefälligkeit unangebracht. Die Experten würden empfehlen, so liquide zu bleiben, dass eine schnelle Reaktion auf unvorhergesehene Entwicklungen möglich sei.
2014 sei das Bonitätsrisiko ein kleineres Problem als das Zinsrisiko. Zwar dürfte es weiter nur wenige Zahlungsausfälle geben, Anleger sollten jedoch auf eine mögliche Verschlechterung der Qualität der Sicherheiten achten.
In bestimmten Marktsegmenten seien noch immer Mittelabflüsse zu beobachten, weil sich die Anleger Sorgen wegen der Zinsen und der Fundamentaldaten machen würden. Auch 2014 könnten Mittelabflüsse aus Publikumsfonds Probleme bereiten - insbesondere in Sektoren, die in der Regel bei Privatanlegern sehr beliebt seien.
Die geringen Umsätze am Sekundärmarkt würden sich damit erklären, dass die Händler seit dem Zusammenbruch von Lehman Brothers stärker auf ihre Bilanzrisiken achten würden. Regulierungsänderungen wie Basel III und Dodd-Frank hätten sie darin bestätigt. In der schönen neuen Welt mit geringeren Umsätzen am Sekundärmarkt dürfte die Volatilität steigen, wenn ungünstige Entwicklungen Ausverkäufe auslösen würden.
In vielen Credit-Segmenten könnten sich die Spreads weiter verengen, wenn die Treasury-Renditen steigen würden. Und das sei durchaus vorstellbar. Dennoch sollten sich Anleger nicht darauf verlassen. Abhängig davon, wie schnell und wie stark die Zinsen steigen würden, könnten Spreads und Treasury-Renditen auch positiv korreliert sein - so wie im letzten Mai und Juni und vor allem in Anbetracht der geringen Umsätze am Sekundärmarkt.
Die Volatilität könnte noch eine Weile niedrig bleiben, werde aber früher oder später steigen. Das würden die Experten im Auge behalten. Kräftig steigende Zinsen, eine Korrektur am Aktienmarkt oder ein exogener Schock könnten die Credit-Märkte ihrer Stabilität berauben; dann könnten sich die Spreads ausweiten.
Im Vergangenheitsvergleich seien die Renditen niedrig, und die Duration sei lang. Deshalb sei der Spielraum für eventuelle Fehlentscheidungen nur noch sehr klein. Da die Bewertungen in vielen Sektoren nicht mehr niedrig oder fair seien, würden die Experten genau abwägen, ob das Potenzial einer Anleihe die Risiken rechtfertige.
Die Experten würden versuchen, in ihren Portfolios immer ausreichend Kasse zu halten, um kurzfristige Kaufchancen zu günstigen Kursen nutzen zu können.
Die Auswahl der richtigen Emittenten und Emissionen bleibe entscheidend für den Anlageerfolg an den Anleihemärkten. Passive Investoren sollten vorsichtig sein. Da sich Assetklassen und Sektoren zunehmend auseinanderentwickeln und die Ertragsunterschiede zwischen einzelnen Credits steigen würden, dürften aktive Manager 2014 erfolgreicher sein als passive.
Die wichtigste Frage zu Beginn des Jahres 2014 sei, ob eine Übergewichtung von Credits trotz der Risiken sinnvoll sei. Sollte man also risikofreudig bleiben und Credits übergewichten oder wäre es besser, die Risiken zu verringern, indem man sich neutral positioniere oder Credits vielleicht sogar untergewichte?
Die Experten würden dazu tendieren, ihre Übergewichtung von Credits beizubehalten und den Markt sehr genau zu beobachten. Die Experten würden auf eine relativ defensive Positionierung setzen und in Qualitätsemittenten investieren, die die Experten überzeugen würden und recht liquide seien. Durch diesen sehr selektiven Ansatz sei das Portfoliorisiko zurückgegangen. Dabei konzentrieren wir uns auf Emissionen, deren Fundamentaldaten so gut sind, dass eine langfristige Anlage rechtfertigen, so die Experten von MFS Investment Management. (27.01.2014/alc/a/a)
Vieles erweise sich später als spektakuläre Fehlprognose. Ein bekanntes Beispiel: die CBS-Sendung '60 Minutes' vor drei Jahren, in der Stadtanleihen ein schreckliches Schicksal prophezeit worden sei. Je präziser eine Erwartung formuliert sei, desto größer sei das Risiko, dass sie sich als falsch erweise. Wer auch nur ein paar Jahre zurückblicke, finde zahlreiche Belege, dass ziemlich regelmäßig Unwahrscheinliches und Unerwartetes geschehe, während die Konsenserwartungen oft enttäuscht würden.
Mit dem folgenden Überblick wollten die Experten deshalb nicht die Zukunft vorhersagen, sondern vor dem Hintergrund der Vergangenheit erklären, was 2014 auf Anleiheinvestoren zukommen könne. Vielleicht stehen uns einige interessante Entwicklungen bevor, so die Experten von MFS Investment Management. Ebenso wahrscheinlich sei aber auch, dass die Experten viele Themen aus dem Jahr 2013 auch in diesem Jahr beschäftigen würden. Das wiederum spreche dafür, dass 2014 ein fast so schwieriges Jahr für Anleiheinvestoren werde wie 2013. Die Experten würden davon ausgehen, dass folgende Themen die Anleihemärkte bestimmen würden:
Angesichts der Konsensschätzungen dürfte es keine Überraschung sein, dass die Zeiten fallender Renditen zu Ende seien. Auf längere Sicht dürften steigende Renditen den Gesamtertrag schmälern. Deshalb gelte es auf die Duration zu achten. Aus Sicht der Experten sei man mit einer neutralen bis unterdurchschnittlichen Duration am besten bedient. Auch würden die Experten aufgrund des Risikos steigender Zinsen eine Übergewichtung von Credits für gerechtfertigt halten, da die Spreads einen Puffer bilden würden. Der Schwerpunkt sollte dabei auf Qualitätsemissionen liegen.
Dennoch sollten Anleiheinvestoren nicht den Mut verlieren. Möglicherweise würden die Zinsen nicht so stark steigen oder so schnell wie alle jene erwarten würden, die an eine Rentenmarktblase glauben würden. Dann würde sich der Schaden in Grenzen halten.
Aufgrund des Risikos von Konjunktur- und Marktüberraschungen sei Selbstgefälligkeit unangebracht. Die Experten würden empfehlen, so liquide zu bleiben, dass eine schnelle Reaktion auf unvorhergesehene Entwicklungen möglich sei.
2014 sei das Bonitätsrisiko ein kleineres Problem als das Zinsrisiko. Zwar dürfte es weiter nur wenige Zahlungsausfälle geben, Anleger sollten jedoch auf eine mögliche Verschlechterung der Qualität der Sicherheiten achten.
Die geringen Umsätze am Sekundärmarkt würden sich damit erklären, dass die Händler seit dem Zusammenbruch von Lehman Brothers stärker auf ihre Bilanzrisiken achten würden. Regulierungsänderungen wie Basel III und Dodd-Frank hätten sie darin bestätigt. In der schönen neuen Welt mit geringeren Umsätzen am Sekundärmarkt dürfte die Volatilität steigen, wenn ungünstige Entwicklungen Ausverkäufe auslösen würden.
In vielen Credit-Segmenten könnten sich die Spreads weiter verengen, wenn die Treasury-Renditen steigen würden. Und das sei durchaus vorstellbar. Dennoch sollten sich Anleger nicht darauf verlassen. Abhängig davon, wie schnell und wie stark die Zinsen steigen würden, könnten Spreads und Treasury-Renditen auch positiv korreliert sein - so wie im letzten Mai und Juni und vor allem in Anbetracht der geringen Umsätze am Sekundärmarkt.
Die Volatilität könnte noch eine Weile niedrig bleiben, werde aber früher oder später steigen. Das würden die Experten im Auge behalten. Kräftig steigende Zinsen, eine Korrektur am Aktienmarkt oder ein exogener Schock könnten die Credit-Märkte ihrer Stabilität berauben; dann könnten sich die Spreads ausweiten.
Im Vergangenheitsvergleich seien die Renditen niedrig, und die Duration sei lang. Deshalb sei der Spielraum für eventuelle Fehlentscheidungen nur noch sehr klein. Da die Bewertungen in vielen Sektoren nicht mehr niedrig oder fair seien, würden die Experten genau abwägen, ob das Potenzial einer Anleihe die Risiken rechtfertige.
Die Experten würden versuchen, in ihren Portfolios immer ausreichend Kasse zu halten, um kurzfristige Kaufchancen zu günstigen Kursen nutzen zu können.
Die Auswahl der richtigen Emittenten und Emissionen bleibe entscheidend für den Anlageerfolg an den Anleihemärkten. Passive Investoren sollten vorsichtig sein. Da sich Assetklassen und Sektoren zunehmend auseinanderentwickeln und die Ertragsunterschiede zwischen einzelnen Credits steigen würden, dürften aktive Manager 2014 erfolgreicher sein als passive.
Die wichtigste Frage zu Beginn des Jahres 2014 sei, ob eine Übergewichtung von Credits trotz der Risiken sinnvoll sei. Sollte man also risikofreudig bleiben und Credits übergewichten oder wäre es besser, die Risiken zu verringern, indem man sich neutral positioniere oder Credits vielleicht sogar untergewichte?
Die Experten würden dazu tendieren, ihre Übergewichtung von Credits beizubehalten und den Markt sehr genau zu beobachten. Die Experten würden auf eine relativ defensive Positionierung setzen und in Qualitätsemittenten investieren, die die Experten überzeugen würden und recht liquide seien. Durch diesen sehr selektiven Ansatz sei das Portfoliorisiko zurückgegangen. Dabei konzentrieren wir uns auf Emissionen, deren Fundamentaldaten so gut sind, dass eine langfristige Anlage rechtfertigen, so die Experten von MFS Investment Management. (27.01.2014/alc/a/a)


