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Globaler Rentenausblick: Extremrisiken nehmen zu
30.07.14 12:42
MFS Investment Management
Boston (www.anleihencheck.de) - Zu Jahresanfang gingen die Experten von MFS Investment Management davon aus, dass das überdurchschnittliche Wirtschaftswachstum höhere US-Staatsanleiherenditen zur Folge haben würde.
Die Experten hätten zunächst eine Versteilung der Zinsstrukturkurve durch einen überproportionalen Anstieg der Langfristrenditen erwartet, gefolgt von einer Verflachung durch einen überdurchschnittlichen Anstieg der Kurzfristrenditen. Sie seien nämlich davon ausgegangen, dass auf das Tapering 2015 Leitzinserhöhungen folgen würden. Wie viele andere Marktbeobachter auch haben die Experten von MFS Investment Management die Entwicklung der Staatsanleiherenditen falsch eingeschätzt. Heute seien sie deutlich niedriger als zu Jahresbeginn, wobei die Langfristrenditen stärker als die Kurzfristrenditen gefallen seien. Einhergehend mit den Kursgewinnen sei die Kurve flacher geworden.
Zu Jahresbeginn hatten sich die Experten von MFS Investment Management zwar dem Marktkonsens angeschlossen, hielten aber auch Überraschungen für denkbar, beispielsweise ein unerwartet schwaches Wachstum, weltpolitische Spannungen oder eine unerwartete Inflationsentwicklung. All dies sei dann tatsächlich eingetreten.
Das Wirtschaftswachstum habe nicht über dem Trendwachstum gelegen. Den jüngsten BIP-Zahlen zufolge sei die US-Wirtschaft im 1. Quartal aufgrund des harten Winters und des Abbaus der Lagerbestände geschrumpft. Ungünstig seien auch die Abwärtsrevisionen der Gesundheitsausgaben gewesen. Das schwache Wachstum sei aber lediglich die Folge von Sondereffekten; das Trendwachstum bleibe robust.
Weltpolitische Entwicklungen hätten in diesem Jahr bislang eine wichtige Rolle gespielt. Die Spannungen zwischen Russland und dem Westen nach der Intervention in der Ukraine hätten für niedrige Renditen gesorgt. Das Interesse an "sicheren Häfen" und damit an US-Staatsanleihen habe zugenommen und am Ende könnten die Anleiherenditen auch durch ein geringeres Wirtschaftswachstum infolge der Spannungen fallen. Ähnliche Auswirkungen könnte auch ein Ölpreisschock aufgrund des irakischen Bürgerkriegs haben.
Leicht irritierend sei die steigende US-Inflation gewesen. Dieser Anstieg reiche jedoch nicht aus, um den Zeitplan der FED für eine allmähliche Straffung der Geldpolitik infrage zu stellen. Im Euroraum hingegen hätten die Deflationsrisiken die EZB zu einer erneuten Lockerung gezwungen. Auch das Deflationsrisiko dürfte noch längere Zeit für weltweit niedrige Anleiherenditen sorgen.
Beeinflusst wurden die Zinserwartungen der Experten von MFS Investment Management von der Unsicherheit über das Langfristpotenzial der USA und die enttäuschenden Wachstumsbeiträge des Wohnimmobilienmarkts, der Nettoexporte und der Investitionen. Zwar sei aufgrund der weiteren Fortschritte am Arbeitsmarkt für den Rest des Jahres solides Wachstum zu erwarten, mehrere Faktoren würden aber wahrscheinlich einen Anstieg der US-Renditen begrenzen. Kurzfristig sei daher nur mit einer leichten Zunahme zu rechnen.
Zu Jahresbeginn haben die Experten von MFS Investment Management geschrieben, dass das technische Rentenmarktumfeld nicht frei von Risiken sei - jedenfalls solange, bis fallende Staatsanleiherenditen und eine entsprechend gute Kursentwicklung den Anlegern zumindest vorübergehend die Sorge vor Umschichtungen aus Renten- in Aktienfonds nehmen. Die Nettomittelzuflüsse der Publikumsfonds seien zumeist gestiegen. Dies gelte auch für Stadtanleihenfonds und Emerging-Market-Anleihen. Sie hätten im Mai und im Juni 2013 erhebliche Abflüsse verzeichnet, als erstmals über Tapering gesprochen worden sei, die Staatsanleiherenditen nach oben geschossen seien und sich die Spreads ausgeweitet hätten.
Eine ähnlich hohe Korrelation von Staatsanleiherenditen und Spreads wie im letzten Jahr sei unwahrscheinlich, aber auch nicht völlig auszuschließen. Auch die Zweifel an der Sekundärmarktliquidität bleibe bestehen. Den Daten zufolge seien die Credit-Märkte heute weniger liquide als vor Lehman. Daher sei zu erwarten, dass eine schwache Liquidität einen möglichen Ausverkauf verstärke.
Im Januar glaubten die Experten von MFS Investment Management, dass die Fundamentaldaten von Credits nachgeben könnten, insgesamt aber wohl stabil bleiben würden. Auch wenn die Verschuldung der Unternehmen leicht gestiegen sei, seien die Kreditkennziffern noch immer gut und die Ausfallrisiken niedrig. Dennoch müssten Anleger wählerisch sein. Der Markt dürfte stark zwischen Titeln mit guter und Titeln mit schwächerer Kreditqualität differenzieren.
Das derzeitige "Goldilocks"-Umfeld mit niedrigem Wachstum, niedriger Inflation, Schuldenabbau in den Industrieländern und weltweit reichlich Liquidität dürfte alles in allem gut für Credits sein. Kurzfristig möge es keinen Grund für einen deutlichen Renditeanstieg oder eine Aktienmarktkorrektur geben. Die Extremrisiken scheinen allerdings zuzunehmen, so die Experten von MFS Investment Management. Die Spreads könnten sich ausweiten, wenn die Volatilität steige. Es sei fraglich, wie lange Zins-, Aktien- und Währungsvolatilität noch so niedrig bleiben könnten. Die niedrige Volatilität mache heute sogar noch mehr Sorgen als vor sechs Monaten. Am Ende könnten die Anleger zu sorglos werden und zu hohe Risiken eingehen.
Noch immer meinen die Experten von MFS Investment Management, dass Kursverluste am Anleihenmarkt aufgrund steigender Zinsen durch eine eher kurze Duration gemindert werden können. Ebenso wichtig sei aber ein Spreadpuffer durch die Übergewichtung von Credits mit mittlerer Qualität. Interessant seien also hochwertige High-Yield-Anleihen ebenso wie Titel mit einem niedrigen Investmentgrade-Rating. Zu Jahresbeginn hätten die Experten gewarnt, dass die derzeitigen Bewertungen am Credit-Markt kaum Fehlentscheidungen zulassen würden, da die Spreads in vielen Sektoren bereits auf ihre fairen Niveaus gefallen seien. Doch seitdem seien sie sogar noch weiter zurückgegangen. Heute stehe fest, dass Credits jetzt nicht mehr in jedem Fall vor steigenden Zinsen schützen würden. (30.07.2014/alc/a/a)
Die Experten hätten zunächst eine Versteilung der Zinsstrukturkurve durch einen überproportionalen Anstieg der Langfristrenditen erwartet, gefolgt von einer Verflachung durch einen überdurchschnittlichen Anstieg der Kurzfristrenditen. Sie seien nämlich davon ausgegangen, dass auf das Tapering 2015 Leitzinserhöhungen folgen würden. Wie viele andere Marktbeobachter auch haben die Experten von MFS Investment Management die Entwicklung der Staatsanleiherenditen falsch eingeschätzt. Heute seien sie deutlich niedriger als zu Jahresbeginn, wobei die Langfristrenditen stärker als die Kurzfristrenditen gefallen seien. Einhergehend mit den Kursgewinnen sei die Kurve flacher geworden.
Zu Jahresbeginn hatten sich die Experten von MFS Investment Management zwar dem Marktkonsens angeschlossen, hielten aber auch Überraschungen für denkbar, beispielsweise ein unerwartet schwaches Wachstum, weltpolitische Spannungen oder eine unerwartete Inflationsentwicklung. All dies sei dann tatsächlich eingetreten.
Das Wirtschaftswachstum habe nicht über dem Trendwachstum gelegen. Den jüngsten BIP-Zahlen zufolge sei die US-Wirtschaft im 1. Quartal aufgrund des harten Winters und des Abbaus der Lagerbestände geschrumpft. Ungünstig seien auch die Abwärtsrevisionen der Gesundheitsausgaben gewesen. Das schwache Wachstum sei aber lediglich die Folge von Sondereffekten; das Trendwachstum bleibe robust.
Weltpolitische Entwicklungen hätten in diesem Jahr bislang eine wichtige Rolle gespielt. Die Spannungen zwischen Russland und dem Westen nach der Intervention in der Ukraine hätten für niedrige Renditen gesorgt. Das Interesse an "sicheren Häfen" und damit an US-Staatsanleihen habe zugenommen und am Ende könnten die Anleiherenditen auch durch ein geringeres Wirtschaftswachstum infolge der Spannungen fallen. Ähnliche Auswirkungen könnte auch ein Ölpreisschock aufgrund des irakischen Bürgerkriegs haben.
Beeinflusst wurden die Zinserwartungen der Experten von MFS Investment Management von der Unsicherheit über das Langfristpotenzial der USA und die enttäuschenden Wachstumsbeiträge des Wohnimmobilienmarkts, der Nettoexporte und der Investitionen. Zwar sei aufgrund der weiteren Fortschritte am Arbeitsmarkt für den Rest des Jahres solides Wachstum zu erwarten, mehrere Faktoren würden aber wahrscheinlich einen Anstieg der US-Renditen begrenzen. Kurzfristig sei daher nur mit einer leichten Zunahme zu rechnen.
Zu Jahresbeginn haben die Experten von MFS Investment Management geschrieben, dass das technische Rentenmarktumfeld nicht frei von Risiken sei - jedenfalls solange, bis fallende Staatsanleiherenditen und eine entsprechend gute Kursentwicklung den Anlegern zumindest vorübergehend die Sorge vor Umschichtungen aus Renten- in Aktienfonds nehmen. Die Nettomittelzuflüsse der Publikumsfonds seien zumeist gestiegen. Dies gelte auch für Stadtanleihenfonds und Emerging-Market-Anleihen. Sie hätten im Mai und im Juni 2013 erhebliche Abflüsse verzeichnet, als erstmals über Tapering gesprochen worden sei, die Staatsanleiherenditen nach oben geschossen seien und sich die Spreads ausgeweitet hätten.
Eine ähnlich hohe Korrelation von Staatsanleiherenditen und Spreads wie im letzten Jahr sei unwahrscheinlich, aber auch nicht völlig auszuschließen. Auch die Zweifel an der Sekundärmarktliquidität bleibe bestehen. Den Daten zufolge seien die Credit-Märkte heute weniger liquide als vor Lehman. Daher sei zu erwarten, dass eine schwache Liquidität einen möglichen Ausverkauf verstärke.
Im Januar glaubten die Experten von MFS Investment Management, dass die Fundamentaldaten von Credits nachgeben könnten, insgesamt aber wohl stabil bleiben würden. Auch wenn die Verschuldung der Unternehmen leicht gestiegen sei, seien die Kreditkennziffern noch immer gut und die Ausfallrisiken niedrig. Dennoch müssten Anleger wählerisch sein. Der Markt dürfte stark zwischen Titeln mit guter und Titeln mit schwächerer Kreditqualität differenzieren.
Das derzeitige "Goldilocks"-Umfeld mit niedrigem Wachstum, niedriger Inflation, Schuldenabbau in den Industrieländern und weltweit reichlich Liquidität dürfte alles in allem gut für Credits sein. Kurzfristig möge es keinen Grund für einen deutlichen Renditeanstieg oder eine Aktienmarktkorrektur geben. Die Extremrisiken scheinen allerdings zuzunehmen, so die Experten von MFS Investment Management. Die Spreads könnten sich ausweiten, wenn die Volatilität steige. Es sei fraglich, wie lange Zins-, Aktien- und Währungsvolatilität noch so niedrig bleiben könnten. Die niedrige Volatilität mache heute sogar noch mehr Sorgen als vor sechs Monaten. Am Ende könnten die Anleger zu sorglos werden und zu hohe Risiken eingehen.
Noch immer meinen die Experten von MFS Investment Management, dass Kursverluste am Anleihenmarkt aufgrund steigender Zinsen durch eine eher kurze Duration gemindert werden können. Ebenso wichtig sei aber ein Spreadpuffer durch die Übergewichtung von Credits mit mittlerer Qualität. Interessant seien also hochwertige High-Yield-Anleihen ebenso wie Titel mit einem niedrigen Investmentgrade-Rating. Zu Jahresbeginn hätten die Experten gewarnt, dass die derzeitigen Bewertungen am Credit-Markt kaum Fehlentscheidungen zulassen würden, da die Spreads in vielen Sektoren bereits auf ihre fairen Niveaus gefallen seien. Doch seitdem seien sie sogar noch weiter zurückgegangen. Heute stehe fest, dass Credits jetzt nicht mehr in jedem Fall vor steigenden Zinsen schützen würden. (30.07.2014/alc/a/a)


