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Geldpolitik schwächt die Norwegen-Krone, aber...


27.06.25 15:12
BNP Paribas

Paris (www.anleihencheck.de) - Der Euro hat seit Mitte letzter Woche spürbar zugelegt und notiert gegenüber der Norwegischen Krone (NOK) um rund 3 Prozent höher, so die Experten der BNP Paribas in einer aktuellen Ausgabe von "Märkte & Zertifikate weekly".

Grund für den Schwächeanfall der Krone: Die norwegische Zentralbank habe am vergangenen Donnerstag völlig überraschend den Leitzins gesenkt - kein einziger der von Bloomberg befragten Ökonomen habe diesen Schritt vorhergesagt. Mit ihrer Senkung um 25 Basispunkte auf 4,25 Prozent habe die Norges Bank mit Blick auf die rückläufige Inflation einen vorsichtigen Normalisierungsprozess eingeleitet. Der Zinssatz habe seit Dezember 2023 bei 4,5 Prozent gelegen. Die Kerninflation sei im April und Mai stärker zurückgegangen als angenommen und habe im vergangenen Monat mit 2,8 Prozent im Jahresvergleich unterhalb der Prognose der Zentralbank von 3,1 Prozent gelegen, aber weiterhin über dem Zielwert von 2,0 Prozent.

Wirtschaft gewinne wieder an Fahrt

Die norwegische Zentralbank signalisiere bis Jahresende eine oder zwei weitere Zinssenkungen - und bis 2028 dürfte der Leitzins laut ihrem aktuellen Bericht auf rund 3 Prozent fallen. Die EZB hingegen habe nach unten hin weniger Spielraum, was den Euro gegenüber der Krone tendenziell stützen könnte. Ob es so weit komme, bleibe aber abzuwarten. Ein Grund: Nach zwei Jahren mit nur moderatem Wachstum von 0,7 beziehungsweise 0,6 Prozent gewinne die norwegische Wirtschaft nun wieder an Dynamik. Die Ratingagentur S&P Global prognostiziere für das laufende Jahr immerhin ein Wachstum von über 2 Prozent. (27.06.2025/alc/a/a)