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Geldpolitik: Das Vertrauen zählt
21.09.16 16:00
Bankhaus Ellwanger & Geiger
Stuttgart (www.anleihencheck.de) - Die Analysten vom Bankhaus Ellwanger & Geiger fragen sich, ob die Deutschen noch Vertrauen in die Regierungsfähigkeit der großen Koalition haben.
Wenn man die jüngsten Wahlergebnisse Revue passieren lasse, könnten leichte Zweifel aufkommen. Vertrauen sei in allen Lebenslagen wichtig und erforderlich. Vor allem an den Finanzmärkten. Aktionäre würden ihren Unternehmenslenkern vertrauen, Kunden würden ihren Bankberatern vertrauen und ganze Finanzmärkte würden den Zentralbanken vertrauen, das Große und Ganze im Griff zu haben. Nun scheine die "Bank der Zentralbanken", das BIZ (Bank für Internationalen Zahlungsausgleich) selbst Zweifel an der Vertrauenswürdigkeit der Zentralbanken streuen zu wollen.
Die überaus expansive Geldpolitik der meisten Zentralbanken weltweit drohe laut BIZ an ihre Grenzen zu stoßen. Dies zumindest postuliere eine Studie, die das BIZ jüngst veröffentlicht habe. Nun, zumindest die Bank of Tokyo habe in einer ersten wichtigen Entscheidung von den vielen, die diese Woche anstünden, aus Sicht der Marktteilnehmer das Richtige entschieden. Der negative Einlagenzins von derzeit -0,10% werde nicht noch weiter abgesenkt. Im Rahmen der Anleihen- und Assetkäufe bestehe das Vertrauen der Märkte weiter, dass die Bank of Tokyo alles tue, um deflationäre Tendenzen zu vermeiden.
Heute Abend sei die US-amerikanische Zentralbank FED an der Reihe. Deren Präsidentin Janet Yellen werde wohl ebenfalls eine Nichtentscheidung verkünden und die lang angekündigte Leitzinserhöhung noch einmal verschieben. Immerhin dürfte sie diese Entscheidung so umfangreich kommentieren, dass auch hier das Vertrauen der Märkte in die Funktionsfähigkeit der geldpolitischen Instrumente der FED gewahrt bleibe. Offensichtlich bleibe, dass es den Zentralbanken derzeit nicht gelinge, aus ihren geldpolitischen Stromschnellen links oder rechts auszuscheren, geschweige denn diese zu verlassen. Den meisten Marktteilnehmern sei das bekannt, doch solange das Vertrauen da sei, würden alle im Strom mitschwimmen. Das Zinsniveau jedenfalls werde in diesem Fall niedrig bleiben und die Aktienmärkte könnten sich, sofern sich größere politische Störfeuer vermeiden lassen würden, auf einen entspannten Jahresausklang vorbereiten. (21.09.2016/alc/a/a)
Wenn man die jüngsten Wahlergebnisse Revue passieren lasse, könnten leichte Zweifel aufkommen. Vertrauen sei in allen Lebenslagen wichtig und erforderlich. Vor allem an den Finanzmärkten. Aktionäre würden ihren Unternehmenslenkern vertrauen, Kunden würden ihren Bankberatern vertrauen und ganze Finanzmärkte würden den Zentralbanken vertrauen, das Große und Ganze im Griff zu haben. Nun scheine die "Bank der Zentralbanken", das BIZ (Bank für Internationalen Zahlungsausgleich) selbst Zweifel an der Vertrauenswürdigkeit der Zentralbanken streuen zu wollen.
Die überaus expansive Geldpolitik der meisten Zentralbanken weltweit drohe laut BIZ an ihre Grenzen zu stoßen. Dies zumindest postuliere eine Studie, die das BIZ jüngst veröffentlicht habe. Nun, zumindest die Bank of Tokyo habe in einer ersten wichtigen Entscheidung von den vielen, die diese Woche anstünden, aus Sicht der Marktteilnehmer das Richtige entschieden. Der negative Einlagenzins von derzeit -0,10% werde nicht noch weiter abgesenkt. Im Rahmen der Anleihen- und Assetkäufe bestehe das Vertrauen der Märkte weiter, dass die Bank of Tokyo alles tue, um deflationäre Tendenzen zu vermeiden.
Heute Abend sei die US-amerikanische Zentralbank FED an der Reihe. Deren Präsidentin Janet Yellen werde wohl ebenfalls eine Nichtentscheidung verkünden und die lang angekündigte Leitzinserhöhung noch einmal verschieben. Immerhin dürfte sie diese Entscheidung so umfangreich kommentieren, dass auch hier das Vertrauen der Märkte in die Funktionsfähigkeit der geldpolitischen Instrumente der FED gewahrt bleibe. Offensichtlich bleibe, dass es den Zentralbanken derzeit nicht gelinge, aus ihren geldpolitischen Stromschnellen links oder rechts auszuscheren, geschweige denn diese zu verlassen. Den meisten Marktteilnehmern sei das bekannt, doch solange das Vertrauen da sei, würden alle im Strom mitschwimmen. Das Zinsniveau jedenfalls werde in diesem Fall niedrig bleiben und die Aktienmärkte könnten sich, sofern sich größere politische Störfeuer vermeiden lassen würden, auf einen entspannten Jahresausklang vorbereiten. (21.09.2016/alc/a/a)


