Erweiterte Funktionen

Geldpolitik: Notenbank-Chefs sprechen auf dem Sintra-Gipfel


28.06.23 10:30
XTB

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Volatilität beim EUR/USD könnte heute zunehmen, da wir Reden von Christine Lagarde, der Leiterin der EZB, und FED-Chef Powell erwarten, die beide auf dem Sintra-Gipfel sprechen werden (17:30 Uhr), so die Experten von XTB.

Zuvor werde auch Luis de Guindos von der EZB sprechen (12:00 Uhr).

Die jüngsten makroökonomischen Daten aus der Eurozone seien schwach gewesen, wobei die deutsche Wirtschaft besonders im Verarbeitenden Gewerbe deutlich geschwächt sei. Der niedrigere als erwartete ifo-Geschäftsklimaindex vom Montag sei heute durch einen schwächeren GfK-Konsumklimaindex von -25,4 gegenüber einer erwarteten Verbesserung auf -23 gegenüber -24,4 zuvor unterstützt worden. Es sei immer noch unsicher, ob weitere Zinserhöhungen tatsächlich in der Lage sein würden, den Euro gegenüber dem Dollar signifikant zu stärken.

Lagarde habe gestern kommuniziert, dass eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte im Juli fast sicher sei - es bestehe wenig Chance, dass sie den Markt heute mit irgendetwas überrasche. Powell hingegen habe etwas länger nicht gesprochen und die gestrigen starken makroökonomischen Daten könnten den FED-Chef dazu veranlassen, eine eher hawkishe Haltung einzunehmen.

Obwohl die FED wohl näher am Ende des Zyklus stehe als die EZB, die verspätet auf die Inflation reagiert habe, seien die Daten aus der Eurozone viel schwächer als die Daten aus den USA gewesen. Dies könnte bedeuten, dass eine hawkishe Wende in der ultra-lockeren Geldpolitik der EZB (im Gegensatz zur FED seien die EZB-Zinsen seit 2009 bis 2022 mit Ausnahme von 2011 nicht angehoben worden) letztendlich Europa mit höheren Zinssätzen mehr wirtschaftlichen Stress bereite (höchste seit 2001). Der Markt sei sich unsicher, ob die Wirtschaft den Zyklus mit derselben Stärke wie bisher in den USA überstehen könne. Die gestrigen makroökonomischen Daten aus den USA hätten sich als überraschend stark erwiesen.

Der EUR/USD-Kurs habe die Zone erreicht, in der in den letzten Monaten sehr starke Verkaufsimpulse ausgelöst worden seien. Wir können auch sehen, dass jedes Mal, wenn wir uns 1,10 näherten, letztendlich die Bären die Kontrolle übernahmen, so die Experten von XTB. Die entscheidende Unterstützung liege bei 1,0730, wo man den SMA200 im D1-Chart und das 23,6% Fibonacci-Retracement der Aufwärtswelle vom Herbst letzten Jahres sehe. Ein Rückgang unter den SMA100 bei 1,084 könnte auf einen unmittelbaren Test dieser Niveaus hindeuten. Ein weiteres wichtiges Niveau liege bei 1,05, wo man das 38,2%-Retracement sehe.


Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU unter folgendem Link. (28.06.2023/alc/a/a)