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Geldpolitik: 2015 als Jahr der großen Divergenz
16.12.14 11:20
AXA Investment Managers
Köln (www.anleihencheck.de) - Franz Wenzel, Chefstratege von AXA Investment Managers erwartet, dass die Geldpolitik in den USA, Japan und der Eurozone weiter auseinander driftet.
Hohe Kursschwankungen an den Aktien-, Anleihen- und Devisenmärkten würden im kommenden Jahr die Norm sein und nicht - wie bisher - die Ausnahme. Diese Ansicht habe Franz Wenzel, Chefstratege von AXA Investment Managers, heute beim Jahresendpressegespräch von AXA IM in Frankfurt betreten. Als Hauptgrund für die steigende Volatilität habe Wenzel die Normalisierung der Geldpolitik in den USA nach dem Ende des Quantitative Easing genannt. Die quantitative Lockerung habe bisher die Volatilität der Finanzmärkte unterdrückt. Wenzel rechne nun mit ersten Zinserhöhungen zur Mitte des Jahres 2015. "Obwohl dies von den Marktteilnehmen erwartet wurde, wird die Normalisierung Auswirkungen auf alle Märkte haben, die von der durch die FED bereitgestellten Liquidität profitiert haben."
In anderen Regionen der Welt dürfte die geldpolitische Entwicklung gänzlich anders ausfallen. Wenzel habe 2015 daher auch als "Jahr der großen geldpolitischen Divergenz" bezeichnet. So müsse die Europäische Zentralbank ihre Bilanz schneller ausweiten als gedacht - und die Ausweitung möglicherweise auch stärker vorantreiben als ursprünglich geplant. Dafür sprächen die dauerhaft niedrige Inflation, das schwache Wachstum und die hohe Verschuldung in Europa. Zudem habe auch die Bank of Japan bereits angekündigt, ihr Quantitative und Qualitative Easing auszuweiten. Bis das Inflationsziel von 2 Prozent erreicht werde, solle die Geldmenge jedes Jahr um 80 Billionen JPY steigen.
Die großen geldpolitischen Unterschiede zwischen den USA sowie Großbritannien einerseits und der Eurozone sowie Japan andererseits dürften sich auch auf die Entwicklung von Staatsanleihen aus den verschiedenen Regionen auswirken, habe Wenzel erläutert: "Die Renditen von US-Treasuries und britischen Gilts sollten steigen. Für US-Staatsanleihen ist ein Anstieg auf 3 Prozentpunkte eine realistische Schätzung. Dagegen gibt es kaum Spielraum für höhere Renditen in der Eurozone und in Japan, wo die Devise gelten sollte, dass es sich für Investoren nicht lohnt, sich gegen die Politik der Zentralbanken zu positionieren - schließlich sind deren Taschen mit Abstand am tiefsten." Dies gelte auch für die Entwicklung auf den Devisenmärkten: Wenzel rechne damit, dass Euro und JPY weiter abwerten würden - bis auf 125 JPY/USD beziehungsweise 1,20 Euro/USD.
Größere volkswirtschaftliche Auswirkungen dürfte nach Wenzels Angaben auch der dramatische Absturz des Ölpreises in den vergangenen Wochen haben: "Wir erwarten für 2015 einen durchschnittlichen Preis von 70 USD pro Barrel für die Ölsorte Brent - nach 100 USD in diesem Jahr. Diese Entwicklung wird das globale Wachstum antreiben, denn sie führt zu einem Einkommenstransfer von den Produzenten zu den Verbrauchern - und damit zu einer Erhöhung der Nachfrage."
Das globale Wirtschaftswachstum im nächsten Jahr schätze Wenzel vorsichtig auf 3,4 Prozent, nachdem es 2014 mit 3,3 Prozent unter den ursprünglich erwarteten 3,7 Prozent gelegen habe. "Sollte der niedrige Ölpreis allerdings über längere Zeit bestehen bleiben, dann ergibt sich darauf zusätzliches Wachstumspotenzial in Höhe von etwa 0,25 Prozentpunkten. Das zwar nicht brillante, aber immerhin robuste Wachstum sollte sich positiv auf die Entwicklung von Aktien und High-Yield-Bonds auswirken - erst Recht deshalb, weil auch die Geldpolitik riskante Assets weiter stützen wird." (16.12.2014/alc/a/a)
Hohe Kursschwankungen an den Aktien-, Anleihen- und Devisenmärkten würden im kommenden Jahr die Norm sein und nicht - wie bisher - die Ausnahme. Diese Ansicht habe Franz Wenzel, Chefstratege von AXA Investment Managers, heute beim Jahresendpressegespräch von AXA IM in Frankfurt betreten. Als Hauptgrund für die steigende Volatilität habe Wenzel die Normalisierung der Geldpolitik in den USA nach dem Ende des Quantitative Easing genannt. Die quantitative Lockerung habe bisher die Volatilität der Finanzmärkte unterdrückt. Wenzel rechne nun mit ersten Zinserhöhungen zur Mitte des Jahres 2015. "Obwohl dies von den Marktteilnehmen erwartet wurde, wird die Normalisierung Auswirkungen auf alle Märkte haben, die von der durch die FED bereitgestellten Liquidität profitiert haben."
Die großen geldpolitischen Unterschiede zwischen den USA sowie Großbritannien einerseits und der Eurozone sowie Japan andererseits dürften sich auch auf die Entwicklung von Staatsanleihen aus den verschiedenen Regionen auswirken, habe Wenzel erläutert: "Die Renditen von US-Treasuries und britischen Gilts sollten steigen. Für US-Staatsanleihen ist ein Anstieg auf 3 Prozentpunkte eine realistische Schätzung. Dagegen gibt es kaum Spielraum für höhere Renditen in der Eurozone und in Japan, wo die Devise gelten sollte, dass es sich für Investoren nicht lohnt, sich gegen die Politik der Zentralbanken zu positionieren - schließlich sind deren Taschen mit Abstand am tiefsten." Dies gelte auch für die Entwicklung auf den Devisenmärkten: Wenzel rechne damit, dass Euro und JPY weiter abwerten würden - bis auf 125 JPY/USD beziehungsweise 1,20 Euro/USD.
Größere volkswirtschaftliche Auswirkungen dürfte nach Wenzels Angaben auch der dramatische Absturz des Ölpreises in den vergangenen Wochen haben: "Wir erwarten für 2015 einen durchschnittlichen Preis von 70 USD pro Barrel für die Ölsorte Brent - nach 100 USD in diesem Jahr. Diese Entwicklung wird das globale Wachstum antreiben, denn sie führt zu einem Einkommenstransfer von den Produzenten zu den Verbrauchern - und damit zu einer Erhöhung der Nachfrage."
Das globale Wirtschaftswachstum im nächsten Jahr schätze Wenzel vorsichtig auf 3,4 Prozent, nachdem es 2014 mit 3,3 Prozent unter den ursprünglich erwarteten 3,7 Prozent gelegen habe. "Sollte der niedrige Ölpreis allerdings über längere Zeit bestehen bleiben, dann ergibt sich darauf zusätzliches Wachstumspotenzial in Höhe von etwa 0,25 Prozentpunkten. Das zwar nicht brillante, aber immerhin robuste Wachstum sollte sich positiv auf die Entwicklung von Aktien und High-Yield-Bonds auswirken - erst Recht deshalb, weil auch die Geldpolitik riskante Assets weiter stützen wird." (16.12.2014/alc/a/a)


