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Französische Staatsanleihen unter Stress
11.06.24 16:00
MFS Investment Management
Boston (www.anleihencheck.de) - Politisch und wirtschaftlich ist der kurzfristige Ausblick für Frankreich durch das Ergebnis der Europawahl und die überraschende Entscheidung von Emmanuel Macron, das Parlament aufzulösen, unsicherer geworden, sagt Peter Goves, Head of Developed Market Debt Sovereign Research von MFS Investment Management.
Ausgehend von den aktuellen Daten zum EU-Parlament, könnte Macrons Pro-EU-Partei Renaissance in der Nationalversammlung schwächer abschneiden. Allerdings sei das französische Wahlsystem anders als das der EU-Wahl und Wählerinnen und Wähler könnten sich bei einer nationalen Wahl anders verhalten. Durchaus denkbar sei, dass die Rassemblement Nationale mit Marine Le Pen an der Spitze ihre Position in der Nationalversammlung festigen oder ausbauen könnte. Dies würde zu einem weiteren politischen Stillstand zwischen dem französischen Parlament und dem Präsidenten führen. Die Haushaltslage Frankreichs würde sich wahrscheinlich eintrüben und die Politik würde weniger planbar - am Markt dürfte eine solche Entwicklung als negativ für die Bonität des Landes gewertet werden.
Aus unserer Sicht ist dieses Szenario negativ für die Spreads französischer Staatsanleihen (Obligations assimilables du Trésor, OAT), sodass Bewertungen in einer Spanne von 65 bis 70 Basispunkten gegenüber Bundesanleihen als gerechtfertigt erscheinen, so die Experten von MFS Investment Management. Die Experten würden ebenfalls davon ausgehen, dass sich OAT weiter schlechter entwickeln würden als spanische Staatsanleihen und Supranational Bonds, was zumindest die jüngsten Bewegungen rechtfertige.
Zum jetzigen Zeitpunkt sei noch sehr vieles ungewiss. Es sei unklar, wie das genaue politische Kalkül auf EU-Ebene aussehen werde, und der innenpolitische Wahlkampf in Frankreich habe noch nicht begonnen. Klar sei jedoch, dass sich der überraschende Schritt auf den ersten Blick nicht positiv auf den OAT-Markt auswirke. Aber Frankreich sei nach wie vor ein hoch bewerteter Schuldner mit starken Institutionen und einem EU-freundlichen Staatsoberhaupt. Dass in dieser Situation keine Anti-Euro-Rhetorik zu hören sei, werde wahrscheinlich die Spreads und ihre Volatilität insgesamt eindämmen. (11.06.2024/alc/a/a)
Ausgehend von den aktuellen Daten zum EU-Parlament, könnte Macrons Pro-EU-Partei Renaissance in der Nationalversammlung schwächer abschneiden. Allerdings sei das französische Wahlsystem anders als das der EU-Wahl und Wählerinnen und Wähler könnten sich bei einer nationalen Wahl anders verhalten. Durchaus denkbar sei, dass die Rassemblement Nationale mit Marine Le Pen an der Spitze ihre Position in der Nationalversammlung festigen oder ausbauen könnte. Dies würde zu einem weiteren politischen Stillstand zwischen dem französischen Parlament und dem Präsidenten führen. Die Haushaltslage Frankreichs würde sich wahrscheinlich eintrüben und die Politik würde weniger planbar - am Markt dürfte eine solche Entwicklung als negativ für die Bonität des Landes gewertet werden.
Aus unserer Sicht ist dieses Szenario negativ für die Spreads französischer Staatsanleihen (Obligations assimilables du Trésor, OAT), sodass Bewertungen in einer Spanne von 65 bis 70 Basispunkten gegenüber Bundesanleihen als gerechtfertigt erscheinen, so die Experten von MFS Investment Management. Die Experten würden ebenfalls davon ausgehen, dass sich OAT weiter schlechter entwickeln würden als spanische Staatsanleihen und Supranational Bonds, was zumindest die jüngsten Bewegungen rechtfertige.
Zum jetzigen Zeitpunkt sei noch sehr vieles ungewiss. Es sei unklar, wie das genaue politische Kalkül auf EU-Ebene aussehen werde, und der innenpolitische Wahlkampf in Frankreich habe noch nicht begonnen. Klar sei jedoch, dass sich der überraschende Schritt auf den ersten Blick nicht positiv auf den OAT-Markt auswirke. Aber Frankreich sei nach wie vor ein hoch bewerteter Schuldner mit starken Institutionen und einem EU-freundlichen Staatsoberhaupt. Dass in dieser Situation keine Anti-Euro-Rhetorik zu hören sei, werde wahrscheinlich die Spreads und ihre Volatilität insgesamt eindämmen. (11.06.2024/alc/a/a)


