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Finanzanleihen bleiben en vogue
01.04.15 13:12
Meriten IM
Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Der Finanzanleihemarkt ist in den vergangenen Jahren deutlich geschrumpft, so Henning Lenz, Leiter Corporate Credit bei Meriten IM, in einer aktuellen Ausgabe des Meriten Investmentbriefs.
Für die Banken hätten der Aufbau von Eigenkapital sowie der Abbau von Risikoaktiva im Vordergrund gestanden. Dies habe zu einer rückläufigen Neuemissionstätigkeit bei Senioranleihen und Covered Bonds geführt. Hingegen habe die Emission von Nachrangkapital eine hohe Dynamik verzeichnet. Doch warum eigentlich?
Seit August 2013 würden Gläubiger von Nachrangkapital bei drohender Zahlungsunfähigkeit einer Bank an den Verlusten beteiligt. Eine ähnliche Regel werde ab 2016 auch für Senioranleihen in der gesamten EU gelten. In Deutschland, Großbritannien und der Schweiz gelte eine Verlustbeteiligung bei Senioranleihen bereits seit Jahresanfang 2015. Diese so genannte "Bail-in"-Regel greife immer dann, wenn eine Bank ins Straucheln gerate und unterstützt werden müsse.
Eine drohende Haftung spreche zunächst gegen Finanzanleihen. Doch dem negativen Effekt der Bail-in-Regel stünden zwei positive Entwicklungen entgegen. Die Banken hätten ihr Eigenkapital deutlich erhöht und Risikoaktiva reduziert. Problemkredite seien heute eher rückläufig. Schulden würden abgebaut. Von einer Schieflage seien die großen Institute - sehe man einmal von wenigen Ausnahmen ab - daher heute weit entfernt.
Außerdem seien die Investoren anspruchsvoller geworden und hätten den Druck zum Aufbau von Kapitalpolstern erhöht. Neben dem aufsichtsrechtlichen Kapitalpuffer würden sie einen zusätzlichen Eigenkapitalpuffer verlangen, der sie vor Bail-in und einem Aussetzen der Zinszahlung bei Nachranganleihen schütze. Zusätzlich würden Nachrangkapitalquoten erhöht, um den regulatorischen Anforderungen zu begegnen. Dies habe zu der sehr dynamischen Entwicklung bei Nachrangemissionen geführt. Das erhöhte Angebot von Anleihen treffe jedoch auf eine hohe Nachfrage im heutigen Niedrigzinsumfeld. Renditen dieser Anleihen lägen bei bis zu 6 Prozent.
In den letzten Jahren hätten Anleger, dank der abflauenden Eurokrise und besserer Fundamentaldaten, üppige Erträge für ihre Investments in Bankanleihen bekommen. Mit nachrangigen Finanzanleihen hätten Anleger seit Anfang 2012 einen durchschnittlichen Ertrag von 15,8 Prozent erzielt. Noch besser sei die Performance von Finanzanleihen aus dem High-Yield-Segment gewesen. Sie hätten seit 2012 jährlich 19,2 Prozent abgeworfen. Dagegen habe der Ertrag von nachrangigen Industrieanleihen bei annualisierten 9,8 Prozent gelegen.
Für die Ratings von Bankanleihen habe die Bail-in-Klausel allerdings Konsequenzen. Die Ratingagenturen hätten bei ihren Bewertungen der Nachranganleihen schon deren Bail-in-Fähigkeit berücksichtigt. Heute seien Tier 1-Anleihen mit wenigen Ausnahmen ein Produkt des High-Yield-Marktes. Für Senior-Anleihen würden die Ratings im laufenden Jahr voraussichtlich weiter nach unten angepasst.
Insgesamt würden die Nettoneuemissionen von erstrangigen Anleihen und Covered Bonds wohl auch in diesem Jahr sinken. Doch die Finanzanleihen würden beliebt bleiben. Bei Staatsanleihezinsen um Null seien Bankanleihen eine attraktive Alternative. Die Umschichtungen würden insbesondere auch die Kurse der Nachranganleihen unterstützen. (Ausgabe März 2015) (01.04.2015/alc/a/a)
Für die Banken hätten der Aufbau von Eigenkapital sowie der Abbau von Risikoaktiva im Vordergrund gestanden. Dies habe zu einer rückläufigen Neuemissionstätigkeit bei Senioranleihen und Covered Bonds geführt. Hingegen habe die Emission von Nachrangkapital eine hohe Dynamik verzeichnet. Doch warum eigentlich?
Seit August 2013 würden Gläubiger von Nachrangkapital bei drohender Zahlungsunfähigkeit einer Bank an den Verlusten beteiligt. Eine ähnliche Regel werde ab 2016 auch für Senioranleihen in der gesamten EU gelten. In Deutschland, Großbritannien und der Schweiz gelte eine Verlustbeteiligung bei Senioranleihen bereits seit Jahresanfang 2015. Diese so genannte "Bail-in"-Regel greife immer dann, wenn eine Bank ins Straucheln gerate und unterstützt werden müsse.
Außerdem seien die Investoren anspruchsvoller geworden und hätten den Druck zum Aufbau von Kapitalpolstern erhöht. Neben dem aufsichtsrechtlichen Kapitalpuffer würden sie einen zusätzlichen Eigenkapitalpuffer verlangen, der sie vor Bail-in und einem Aussetzen der Zinszahlung bei Nachranganleihen schütze. Zusätzlich würden Nachrangkapitalquoten erhöht, um den regulatorischen Anforderungen zu begegnen. Dies habe zu der sehr dynamischen Entwicklung bei Nachrangemissionen geführt. Das erhöhte Angebot von Anleihen treffe jedoch auf eine hohe Nachfrage im heutigen Niedrigzinsumfeld. Renditen dieser Anleihen lägen bei bis zu 6 Prozent.
In den letzten Jahren hätten Anleger, dank der abflauenden Eurokrise und besserer Fundamentaldaten, üppige Erträge für ihre Investments in Bankanleihen bekommen. Mit nachrangigen Finanzanleihen hätten Anleger seit Anfang 2012 einen durchschnittlichen Ertrag von 15,8 Prozent erzielt. Noch besser sei die Performance von Finanzanleihen aus dem High-Yield-Segment gewesen. Sie hätten seit 2012 jährlich 19,2 Prozent abgeworfen. Dagegen habe der Ertrag von nachrangigen Industrieanleihen bei annualisierten 9,8 Prozent gelegen.
Für die Ratings von Bankanleihen habe die Bail-in-Klausel allerdings Konsequenzen. Die Ratingagenturen hätten bei ihren Bewertungen der Nachranganleihen schon deren Bail-in-Fähigkeit berücksichtigt. Heute seien Tier 1-Anleihen mit wenigen Ausnahmen ein Produkt des High-Yield-Marktes. Für Senior-Anleihen würden die Ratings im laufenden Jahr voraussichtlich weiter nach unten angepasst.
Insgesamt würden die Nettoneuemissionen von erstrangigen Anleihen und Covered Bonds wohl auch in diesem Jahr sinken. Doch die Finanzanleihen würden beliebt bleiben. Bei Staatsanleihezinsen um Null seien Bankanleihen eine attraktive Alternative. Die Umschichtungen würden insbesondere auch die Kurse der Nachranganleihen unterstützen. (Ausgabe März 2015) (01.04.2015/alc/a/a)


