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Federal Reserve-Zinsentscheidung - Fokus auf FOMC-Pressekonferenz


31.01.24 11:00
XTB

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Mit Spannung erwartet die Finanzwelt das bevorstehende Treffen des Federal Open Market Committee (FOMC) und die damit verbundene Zinsentscheidung der Federal Reserve um 20 Uhr deutscher Zeit, so die Experten von XTB.

Die geldpolitischen Richtlinien, die aus diesem bedeutenden Ereignis hervorgehen würden, dürften erhebliche Auswirkungen auf die globalen Finanzmärkte haben.

Es gebe praktisch keine Chance auf eine Zinssenkung oder -erhöhung bei der heutigen Sitzung. Daher werde das, was dieses Treffen als "hawkish" oder "dovish" erscheinen lasse (und die Aktienmärkte entweder senke oder die Rally verlängere), davon abhängen, ob die FED darauf hinweise, dass Zinssenkungen bald kämen. Praktisch bedeute das, dass die Stellungnahme des FOMC entscheidend sein werde, da zukünftige Änderungen der Geldpolitik über die Stellungnahme kommuniziert würden.

Das sei besonders wichtig für dieses Treffen, da es keine FED-Sitzung im Februar gebe. Nach morgen finde die nächste FED-Sitzung am 13. März statt, bei der der Markt derzeit eine 50/50-Chance auf eine Zinssenkung habe.

Wenn die FED vor habe, im März die Zinsen zu senken, würden die Analysten eine gewisse Änderung in der Sprache der Stellungnahme erwarten, die diese Möglichkeit anerkenne. Umgekehrt sollte die Stellungnahme, wenn die FED wirklich nur zwei oder drei Zinssenkungen im Jahr 2024 plane, sich entschieden gegen die Idee einer Zinssenkung im März aussprechen.

Insbesondere werde die "Forward Guidance" weiterhin der Schlüsselteil der FED-Stellungnahme sein, da dies wahrscheinlich der Ort sei, an dem die FED eventuelle Änderungen kommunizieren werde. Zur Referenz: "Forward guidance" erscheine im dritten Absatz der FED-Stellungnahme, und es seien die Änderungen (oder das Fehlen davon) in einem bestimmten Satz, die wahrscheinlich bestimmen würden, ob diese Stellungnahme "hawkish", "dovish" oder den Erwartungen entspreche.

Der entscheidende Satz werde dieser sein (wiederum in der Mitte des dritten Absatzes): "Bei der Bestimmung des Ausmaßes möglicher weiterer geldpolitischer Straffungsmaßnahmen...". Dieser Satz habe seit über einem Jahr eine "hawkish" Ausrichtung gehabt und ob und wie sich dieser Satz ändere, werde bestimmen, ob die FED "hawkish", "dovish" oder den Erwartungen entspreche.

Status Quo: Die FED sage, sie werde nicht mehr die Zinsen erhöhen, verspreche aber auch keine Zinssenkungen in naher Zukunft.

Praktische Umsetzung:

Das könne leicht erreicht werden, indem der Satz "die Bestimmung des Ausmaßes der geldpolitischen Straffung" gelöscht und durch etwas wie "Die FED betrachtet die Geldpolitik als ausreichend restriktiv, um die Inflation auf ihr Ziel von 2% zurückzuführen" ersetzt werde. Diese Änderung werde den Märkten signalisieren, dass Zinserhöhungen vorbei seien und zu diesem Zeitpunkt die nächste Bewegung eine Senkung sein werde, auch wenn sie nicht sofort erfolge.

Voraussichtliche Marktreaktion:

Dieses Ergebnis sei weitgehend in den Aktienpreisen eingepreist, und die Experten würden das wissen, weil die Erwartungen an eine Zinssenkung im März bei etwa 50/50 lägen und dieses Ergebnis das nicht wesentlich ändern würde. Daher würden sie kleine Rallys oder kleine Rückgänge bei Aktien erwarten, abhängig von anderen Faktoren (Powells Pressekonferenz, Unternehmensgewinne usw.).

Ähnlich sollten die Renditen von Staatsanleihen bei Enttäuschung leicht steigen, dass die Entscheidung nicht stärker "dovish" ausfalle, aber insgesamt sollten keine großen Bewegungen erwartet werden. Der Dollar und Rohstoffe sollten ebenfalls im Allgemeinen ruhig sein, da auch dieses Ergebnis weitgehend in den aktuellen Preisen und den Erwartungen an Zinssenkungen reflektiert sei.

Hawkish: Die FED sage, sie werde die Zinsen nicht mehr erhöhen, sage aber auch, dass Zinssenkungen kein Thema seien.

Praktische Umsetzung:

Die FED könnte dies erreichen, indem sie den Satz "zusätzliche geldpolitische Straffung" lösche und sage, dass die Geldpolitik "ausreichend restriktiv" sei, aber auch hinzufüge, dass sie die Geldpolitik für einen längeren Zeitraum ausreichend restriktiv halten werde, um sicherzustellen, dass die Inflation zum Ziel zurückkehre. Im Wesentlichen sage die FED damit, dass Zinssenkungen nicht bald kommen würden.

Voraussichtliche Marktreaktion:

Ein starker Abverkauf. Dieses Ergebnis würde die Möglichkeit einer Zinssenkung im März ausschließen und eine Zinssenkung im Mai infrage stellen. Das würde wiederum die Renditen von Staatsanleihen erhöhen und Aktien belasten. Die Experten würden einen allgemeinen Rückgang der Aktienmärkte in den USA wie z.B. Dow Jones Kurs oder S&P 500 aber auch im DAX erwarten.

Der Dollar-Index sollte sich durch 104 hindurch und vielleicht um 1% höher durchsetzen, während die Renditen von Staatsanleihen wahrscheinlich um 10 bis 20 Basispunkte steigen würden, wobei die Rendite der zweijährigen Anleihe stärker steige als die der zehnjährigen Anleihe. Rohstoffe, insbesondere Gold, würden wahrscheinlich stark von einem stärkeren Dollar getroffen. Kurz gesagt wäre dieses Ergebnis die bittere Pille, die die Märkte versucht hätten, nicht zu schlucken.

Dovish: Die FED sage, dass sie nicht mehr daran denke, die Zinsen zu erhöhen, und dass Zinssenkungen in Zukunft möglich seien.

Praktische Umsetzung:

Die FED könne dies erreichen, indem sie auf Risiken hinweise, die zwischen Wachstum und Inflation ausgeglichen seien. Die Bezugnahme auf ausgeglichene Risiken habe in der Vergangenheit Zinssenkungen vorweggenommen.

In diesem Szenario lösche die FED nicht nur den Satz "das Ausmaß der geldpolitischen Straffung", sondern erkläre auch, dass die Risiken für den Ausblick "ausgeglichen" seien, was die Tür zu einer Zinssenkung im März öffne.

Voraussichtliche Marktreaktion:

All Time Highs here we come! Again. Dieses Ergebnis würde voraussichtlich die Erwartungen an eine Zinssenkung im März wieder zurück in Richtung 100% steigern (von den aktuellen 50%), und das würde die Aktienmarkt breit nach oben drücken. Der Dollar-Index sollte moderat sinken, möglicherweise unter 103, während die Renditen von Staatsanleihen, insbesondere die der zweijährigen Anleihe, um 10 bis 20 Basispunkte fallen sollten (zurück auf das Niveau Anfang 2024). Rohstoffe, insbesondere Gold, sollten bei einem schwächeren Dollar stark steigen. Kurz gesagt, dies würde bestätigen, dass Zinssenkungen bevorstünden, und basierend hauptsächlich auf Momentum wäre ein Anstieg des S&P 500 auf und über 5.000 durchaus zu erwarten. (31.01.2024/alc/a/a)